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Kinder haben das Recht auf einen Betreuungsplatz ! Wo bleibt das Recht der Kinder auf entsprechende Rahmenbedingungen, die eine gute Betreuung ermöglichen?

Diese Petition war mit 55 Unterstützer/innen erfolgreich!


Bitte unterzeichnet diese Petition, damit das Gesetz über den Rechtsanspruch eines Kindes ab dem ersten Lebensjahr dahingehend überprüft und geändert wird, dass diesen Kindern eine optimale Versorgung, Förderung, Schutz und Beteiligung in den Tageseinrichtungen ermöglicht werden kann.
Brückenpfeiler der Kinderrechtskonventionen von 1992
http://de.wikipedia.org/wiki/UN-Kinderrechtskonvention

Sehr geehrter Herr Bundespräsident Gauck,

mit dieser Petition bitten wir Sie um Ihre Unterstützung.
Bitte mahnen Sie bei allen politischen Entscheidungsträgern eine pateiübergreifende Diskussion des §24 SGB VIII zum Rechtsanspruch eines Kindes ab dem ersten Jahr auf einen Betreuungsplatz an. Durch ein sofortiges Normenkontrollverfahren, sollte dieser Paragraph verfassungsrechtlich überprüft werden.

Kinder sind unsere Zukunft. Somit wurde der Fokus seit 2005, besonders  in den letzten Jahren auf die Förderung und Bildung unserer Kinder gelegt. Sie haben aber auch ein Recht auf eine individuelle Identitäts- und Persönlichkeitsentwicklung (GG). Dieses Recht findet derzeitig zu wenig Beachtung, da eine individuelle kindzentrierte Betreuung unter den derzeitigen Umständen kaum möglich ist.

Seit dem 1. August 2013 gilt der Rechtsanspruch auf frühkindliche Förderung in einer Tageseinrichtung oder in Kindertagespflege bereits ab dem vollendeten ersten Lebensjahr. Gesetzlich verankert wurde der Anspruch im Achten Sozialgesetzbuch - SGB VIII (Kinder- und Jugendhilfegesetz), §24.
Die Betreuung von Kindern findet in Tageseinrichtungen statt, deren Aufgaben im § 22 (2) des Sozialgesetzbuches VIII formuliert sind.

Sie sollen

  • die Entwicklung des Kindes zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit fördern,
  • die Erziehung und Bildung in der Familie unterstützen und ergänzen,den Eltern dabei helfen, Erwerbstätigkeit und Kindererziehung besser miteinander vereinbaren zu können.
  • die Erziehung, Bildung und Betreuung, auf die soziale, emotionale, körperliche und geistige Entwicklung des Kindes beziehen.
  • die Vermittlung orientierter Werte und Regeln mit einschließen.
  • sich in der Förderung am Alter und Entwicklungsstand, den sprachlichen und sonstigen Fähigkeiten, der Lebenssituation sowie den Interessen und Bedürfnissen des einzelnen Kindes orientieren und seine ethnische Herkunft berücksichtigen.

Diesem Gesetz kann in der Krippenbetreuung nur dann entsprochen werden, wenn der Betreuungsschlüssel und die Rahmenbedingungen den Bedürfnissen der vielfältigen und altersbedingten Entwicklungsphasen der Jüngsten angepasst werden.
Unterstützend sollten die Kinder und Eltern durch ihre Zeit in der Betreuung begleitet werden. Betreuungspersonen sind Freundin, Spielkamerad, Pflegerin, Künstlerin,Beobachterin, Beraterin..... und sollten situativ auf das individuelle Bedürfnis des einzelnen Kindes eingehen können.


So haben Einjährige (wie auch inklusive Kinder) einen erhöhten Aufmerksamkeits -, Pflege-, Betreuungs, Unterstützungs und Beobachtungsbedarf .Ab 1.5 Jahren werden die Jüngsten zusehends selbstständiger wollen viel Alleine machen, brauchen hierfür eine besondere Begleitung.Ab ca 2 Jahren wollen sie ihre Lebenswelt nicht nur entdecken und kennenlernen, sie wollen sich in ihr selbstbestimmt bewegen und mit ihr umgehen können.
Dies erfordert ein hohes Maß an Zuwendung und Beachtung um behutsam und aufmerksam jedes einzelne Kind kennenzulernen um es so annehmen zu können, wie es einem gegenüber tritt und dessen Bedürfnisse erkennen und individuell gerecht werden zu können. Dies ist wichtig, damit die Kinder sicher und geborgen heranwachsen können und damit ihre Interessen und Fähigkeiten wahrgenommen und gefördert werden können.
Eltern wollen in der Erziehung beraten, begleitet und über den Tagesablauf ihres Kindes informiert werden, damit sie trotz Abwesenheit an all den kleinen Entwicklungserlebnissen ihres Kindes beteiligt sind.
Geleistet wird dies in der Regel bei fünf Kindern U3 (und mehr) von einer Betreuungskraft !
Wo sind für die Umsetzung verpflichtende bundeseinheitliche Qualitätskriterien, die das Recht eines Kindes auf diese optimale Betreuung berücksichtigen ?
Wie viele der Kleinsten und wie lange sollen Betreuungspersonen denn noch auf verpflichtende Rahmenbedingungen warten, die es ermöglichen dem Kindeswohl zu entsprechen?


Bereits im August 2008 erstellte die Deutschen Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin (DGSPJ) ein Positionspapier zu Qualitätskriterien institutioneller Betreuung von Kindern unter 3 Jahren (Krippen)
http://www.dgspj.de/wp-content/uploads/service-stellungnahmen-krippen-lang-2008.pdfpier


In diesem Positionspapier wurde darauf verwiesen wie wichtig die Rahmenbedingungen/ Qualitätskriterien für die Entwicklung von Kindern im besonderen von Kindern U3 sind.
Unter Anderem empfahl die Fachgesellschaft folgenden Betreuungsschlüssel:

• für Säuglinge von 9 bis 12 Monaten: 1 Betreuerin für maxi. 2 Kinder
• für Kinder von 12 bis 24 Monaten: 1 Betreuerin für maximal 3 Kinder
• für Kinder von 24 bis 36 Monaten: 1 Betreuerin für maximal 4 Kinder

Seit sechs Jahren ist bekannt, dass eine Gruppengröße von 15 Krippenkindern auf zwei Betreuungspersonen für Kinder unter drei Jahren negative Auswirkungen auf deren gesundheitliche, emotionale Entwicklung haben kann.
Hierzu hat Herr Böhm (Einer der fünf Experten des Positionspapieres) eine interessante Studie aus Amerika herangezogen, welche belegt, dass im Zusammenhang mit der Betreuungsdauer der Kinder und schlechter Qualität der Betreuungsinstitutionen besondere Stresserscheinungen bei den Jüngsten wahrgenommen werden.
Diese führen zu einem erhöhten Cortisolspiegel . Cortisol ist ein Stresshormon, und kann bei dauerhafter Erhöhung dazu führen, dass sich Hirnaktivitäten verändern. Des weiteren wird in dieser Studie die Annahme verfolgt, dass eine spätere Suchterkrankung von Heranwachsenden eine Spätfolge dieser dauerhaften Erhöhung des Cortisolspiegels sein kann.

Ein weiterer Experte Professor R. Thomasius, der sich in Suchtkarrieren und Suchtgefahren auskennt. leitet seit 2008 die Drogenambulanz und Jugendsuchtstation am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf,
Jeder süchtige Jugendliche hat eine Geschichte und jede Geschichte beginnt bereits im Alter von 0 bis zum sechsten Lebensjahr in der eigenen Familie. In diesem Alter sind Bindungspersonen, Nähe und Vorbilder prägend. Wenn Jugendliche diese Nähe, so Prof.Thomasius nicht erhalten kompensieren sie dies mit Ersatzhandlungen um diese Aufmerksamkeit / Nähe zu spüren. Seine Forderung: mehr Schutz für Kinder!

Beinhaltet dieser Schutz nach mehr Beachtung, direkter Zuwendung durch die Eltern nicht auch eine individuellere Betreuung in Tageseinrichtungen?

Ist der Bundesregierung dies nicht bekannt ?
Werden wohl wissend Kindeswohlgefährdungen in Kauf genommen ?

Vereine und Verbände machen sich Sorgen. Erst jetzt, wenn der Bundesregierung und auch der Fachwelt dieses Positionspapier bekannt gewesen sein muss? Schließlich fanden viele der dort genannten Qualitätskriterien Beachtung und wurden bereits in Konzeptionen aufgenommen und in der Betreuungsarbeit berücksichtigt.


“Eine Verkleinerung der Gruppengrößen in Krippen und Kindergärten.”
Fordert die Kita-Volksinitiative Niedersachsen. Seit 2012 sind sie erfolgreich am kämpfen und haben eine (indirekte) dritte Betreuungskraft bereits erreicht. Ein Danke an Euch!!!):
http://www.kita-volksinitiative.de/

“Qualität bleibt in der frühkindlichen Bildung oft auf der Strecke, weil viele Kindertageseinrichtungen nicht genügend Erzieherinnen haben. ….”
Aussagen der Bertelsmann-Stiftung im Ländermonitor Frühkindliche Bildungssysteme im August 2014
“ Qualität in der Kindertagesbetreuung kann nicht warten!“ Positionspapier der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ im Dezember 2014)
http://www.bvktp.de/files/u-3-ausbau_und_qualit__t.pdf

“Deutschland braucht ein Bundesqualitätsgesetz für die Kindertagesbetreuung”
Erklärung von Arbeiterwohlfahrt Bundesverband e.V.
Deutscher Caritasverband e.V. Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft im Oktober 2014
http://www.bvktp.de/files/2014-10-29_erklaerung_awo_dcv_gew_zur_forderung_bundesqualitaetsgesetz.pdf

Die Eltern ?
Eltern in Leipzig klagen, weil sie keinen Betreuungsplatz für ihr Kind erhalten haben. Sie sollen Recht bekommen und eine Entschädigungssumme für den Arbeitsausfall erhalten.
Was passiert, wenn nun bundesweit Eltern klagen und die Kommunen zahlen müssen? Wird jetzt der Ausbau U3 weiter voran getrieben?

Und die Kinder ? Können noch nicht sprechen. Vertrauen auf uns.


Braucht Deutschland einen Rechtsanspruch für Kinder in dieser Umsetzungsform, der Kommunen finanziell ruinieren kann und ein Betreuungssystem schafft, welches Kinder in ihrer Persönlichkeitsentwicklung und Gesundheit nachhaltig negativ beeinflussen kann?

Bitte unterstützen Sie unsere Jüngsten. Jedes weitere Jahr ohne Veränderungen, bedeutet für tausende kleiner „Gipfelstürmer“ , Einschränkungen in ihrer individuellen Persönlichkeitsentwicklung. Eine positive Entwicklung ist aber notwendig, damit sie neugierig, offen und gesund ihre lange „Bildungsreise“ leisten können und wollen.


Im Namen der Kinder
Vielen Dank für Ihre Unterstützung,

Die Unterzeichner



Heute: Sara verlässt sich auf Sie

Sara Hollien benötigt Ihre Hilfe zur Petition „Herr Joachim Gauck: Kinder ab einem Jahr haben einen Rechtsanspruch auf frühkindliche Förderung in einer Tageseinrichtung. Wo bleibt ihr Recht für die erforderlichen Rahmenbedingungen?”. Jetzt machen Sie Sara und 54 Unterstützer/innen mit.