Petition für ein Bundesabitur: mehr Chancengleichheit

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Sehr geehrte Frau Karliczek, sehr geehrter Herr Holter, sehr geehrte Frau Prof. Dr. Stanat,
als aktuelle und ehemalige SchülerInnen des deutschen Bildungssystems richten wir mit dieser Petition eine Bitte an Sie: Wir alle kämpfen für Chancengleichheit, setzen uns für Gerechtigkeit und Fairness ein. Sie haben hier schon viel versucht und erreicht. Mit dieser Petition fordern wir ein deutschlandweit einheitliches Abitur, im Sinne der Chancengleichheit aller Schulabgänger.


Der entscheidende Punkt: Ein deutsches Abitur beruht auf unterschiedlichem Arbeitsaufwand, unterschiedlicher Benotung und der jahrelangen Vorbereitung von grundlegend unterschiedlichen Bildungssystemen der 16 Bundesländer. Trotzdem werden die Schulabgänger am Ende alle nach einer einzigen Note beurteilt, die im Grunde schon gar nichts mehr über die Fähigkeiten der Abiturienten aussagt:

In Thüringen schließen jährlich 40 Prozent der Abiturienten ihre Schullaufbahn mit einer Eins vor dem Komma ab, in Niedersachsen sind es nur knapp 20 Prozent. Dies wird auch laut zeit.de (https://www.zeit.de/2017/10/schule-unterricht-wissen-koennen-hans-peter-klein-petra-stanat/seite-3) von Ihnen, Frau Prof. Dr. Petra Stanat als negativ wahrgenommen: „Es ist nicht gerecht, wenn Schüler mit ähnlichen Leistungen je nach Bundesland unterschiedliche Abiturnoten erhalten.“

Unter diesem Link finden Sie eine aktuelle Statistik zum Thema: http://www.faz.net/aktuell/beruf-chance/campus/vergleichbarkeit-von-abiturnoten-13086933/ein-rechenbeispiel-fuer-die-13088717.html


Dieser unfairen Konkurrenz können wir bei der Universitäts- und Jobsuche häufig nicht aus dem Weg gehen. Viele Abiturienten können und/oder wollen nicht in ihrem Heimatbundesland studieren. Wir fordern nun Chancengleichheit nach dem Schulabschluss.


Wie können wir etwas an diesem Missstand ändern? Die wohl einfachste Lösung liegt auf der Hand: Wir brauchen ein deutschlandweit einheitliches Abitur. Und ja, dies bedeutet auch, dass die Länder sich in ihrer Vorbereitung der Schüler an die Anforderungen der Prüfung anpassen müssen. Ein erster Schritt in die richtige Richtung wäre es, den schon existierenden Aufgabenpool der Länder auf alle Fächergruppen auszuweiten. Auch sollten die Bedingungen der Prüfungen gleich sein: Zugelassene Materialien und einheitliche Zeiten spielen eine wesentliche Rolle für gleiche Bedingungen. Dennoch fordern wir auf längere Sicht eine engere Absprache der Länder, denn eine zentrale Regelung des Bildungssystems birgt viele Vorteile:


- Die Region, in der wir aufwachsen, sollte nicht über unsere Jobchancen und unseren Bildungsstandart entscheiden. So ist es sogar im Grundgesetz verankert: „Niemand darf wegen (…) seiner Abstammung, (…), seiner Heimat und Herkunft (…) benachteiligt oder bevorzugt werden.“Art. 3 Abs. 3


- Eine zentrale Regelung spart Zeit und Geld, da die 16 Abiturausschüsse der Länder durch einen Einzigen ersetzt werden können. Außerdem kann so mehr Personal für die eigentliche Lehrtätigkeit eingesetzt werden. Ein besserer Betreuungsschlüssel und mehr Zeit für Einzelgespräche zwischen Lehrer und Schüler sind doch der Traum jeder Schule.

Auch die durch Regierungswechsel vorprogrammierten Kursänderungen in der Bildungspolitik könnte man durch eine Einheitsabitur besser regulieren. Häufig werden Schüler und Lehrer durch den Konkurrenzkampf der Bildungssysteme zum Spielball der Politiker. Der ständige Vergleich mit den Nachbarn destabilisiert unser Bildungswesen. Es wird einzelkämpferisch auf neue Fächer, Prüfungsbedingungen, Korrekturverfahren und Material gesetzt, statt gemeinsam an der Qualität unseres Bildungssystems zu arbeiten.


Warum war es bisher nicht möglich, dass die Länder sich in Sachen Bildung enger absprechen? Der einzige sinnvolle Grund ist aus unserer Sicht, dass die Kultusministerkonferenz ihre Entscheidungen nur einstimmig und mit Zustimmung der Länderparlamente treffen kann. Diese Art der Bürokratie ist nicht demokratieförderlich, sondern behindert die Beschlussfähigkeit dieses wichtigen Organs.


In aller Kürze bitten wir Sie, Frau Karliczek, Frau Prof. Dr. Stanat und Herrn Holter, sich bewusst zu machen, wie sehr wir heutzutage von Vernetzung und globalem Denken profitieren. Es ist an der Zeit, dies auch im deutschen Schulsystem zu verwirklichen.

Wir würden uns freuen, wenn unsere Bitte um Chancengleichheit bei Ihnen auf ein offenes Ohr trifft.



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