Ausreichend Schutz für ALLE in Köln zu Zeiten von Corona!

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Sehr geehrte Frau Reker,

Liebe Stadt Köln,

Wir müssen mit Ihnen über die Auswirkungen der Corona Krise auf diejenigen die unterhalb des Existenzminimums leben, reden, über diejenigen, die auf der Straße leben, diejenigen, die am Limit der Existenzgrundlage sind und es nicht schaffen, sich und ihre Familien zu versorgen.

In Zeiten in denen sich der Egoismus vieler Menschen durch Hamsterkäufe und Streit um das Toilettenpapier deutlich zeigt, geht die Menschlichkeit und das Miteinander ein Stück verloren. Es ist jetzt wichtiger denn je, sich umzuschauen und denjenigen zu helfen, die selber nicht die Mittel dazu haben. Nicht nur uns selbst beschützen, sondern vor Allem unsere Mitmenschen beschützen!

Aufgrund der Schutzmaßnahmen durch Covid-19 wurden die meisten Unterkünfte der Stadt Köln, geschlossen, in denen Obdachlose und Bedürftige Menschen nicht nur Nahrung bekommen haben, sondern auch duschen und sich waschen konnten und in denen zum Teil sogar Übernachtungsmöglichkeiten zur Verfügung standen. Vereinzelte Einrichtungen führen ihre Essensausgaben weiter fort, jedoch unter erschwerten Bedingungen, da diese nicht in geschlossenen Räumen stattfinden dürfen und Mindestabstände eingehalten werden müssen. Doch das reicht längst nicht aus. Das Stadtbild ist inzwischen viel stärker von Obdachlosen geprägt, die keine Möglichkeiten zum Unterkommen mehr finden. Wenn kein Zugang zu ausreichender Hygiene besteht, ist es den Menschen somit auch nicht möglich, sich ausreichend vor Krankheiten wie dem Coronavirus zu schützen. Hinzu kommt, dass die Temperaturen zurzeit vor allem nachts sehr niedrig sind.

Als Reaktion auf das Versagen der Städte im Umgang mit Obdachlosen und Hilfsbedürftigen haben sich in vielen Städten Deutschlandweit, durch Initiativen der Bürger*innen, bereits zahlreiche „Gabenzäune“ entwickelt. So gibt es auch in Köln schon verschiedene Zäune, an denen die Bürger*innen dazu aufgefordert werden, wenn sie die Möglichkeit dazu haben, warme Kleidung, Nahrung, Hygieneartikel, Hundefutter etc. zu spenden. Natürlich unter der Voraussetzung, dass diese verpackt und lang genug haltbar sind. Das stadtweite Aufblühen dieser Zäune, die steigende Partizipation von vielen Kölner*innen, sowie die positive Reaktion derjenigen, die diese Hilfe in Anspruch nehmen, hat uns gezeigt, wie hilfreich diese Aktion ist, die jeden Einzelnen so wenig kostet. Dass die Zäune aber von Seiten der Stadt nicht geduldet und teilweise sogar wieder entfernt wurden, zeigt uns, dass nicht nur eine große Inkompetenz von Seiten der Stadt besteht, sondern auch eine große Ignoranz gegenüber Allen, die helfen wollen. Es ist uns bewusst, dass auch Hygienemaßnahmen wichtig sind und dass es sehr problematisch ist, wenn die Tüten von Ratten zerfressen werden, aber dass das Projekt auf so viel positive Resonanz gestoßen ist zeigt, wie wichtig es ist, Hilfsmaßnahmen zu fördern, gerade jetzt, wo es für viele Obdachlose und auch andere schwieriger ist, sich über Wasser zu halten, gerade jetzt, wo die Straßen so leer sind.

Wir fordern die Stadt Köln dazu auf, ab sofort Maßnahmen einzuleiten, damit die Grundversorgung aller Menschen gesichert ist. Zum einen wäre es sinnvoll, Hilfseinrichtungen so umzustrukturieren, dass sie gemäß der Corona Sicherheitsmaßnahmen geöffnet haben können, sodass z. B. Sicherheitsabstände, Hygienevorschriften etc. eingehalten werden können. Des Weiteren müssen ungenutzte Räume, wie beispielsweise leerstehende Wohnungen, geschlossene Hotels usw. dahingehend eingerichtet werden, dass Obdachlose und Menschen von der Straße in geschützten Räumen Hilfe suchen können. Wir fordern das sofortige Handeln der Stadt Köln!