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Petition richtet sich an Stadtverwaltung Frankfurt am Main

Räume für Roma

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Elisabeth Abendroth – Helga Dieter – Matthias Jochheim – Benjamin Ortmeyer

Wir bitten den Offenen Brief zu unterschreiben

 AUFRUF: RÄUME FÜR ROMA                     am Welt-Roma-Tag  08.04.2016

An den OB der Stadt Frankfurt a.M.

An die Abgeordneten im Römer

An die derzeitige und künftige Stadtverwaltung,

 

Sehr geehrte Damen und Herren

wir wissen, dass dies ein ungünstiger Zeitpunkt ist, irgendwelche Anliegen an die Stadtverwaltung zu stellen solange nicht klar ist, wer in Zukunft für was zuständig sein wird. Doch ein gemeinsames ‚Über-Den-Schatten-Springen‘ für ein außergewöhnliches, dringendes Anliegen wäre ein Startschuss zu einer flexiblen, demokratischen Zusammenarbeit der Parteien in Sachfragen.

 Es geht um die Weiterarbeit des Fördervereins Roma. Wie der Presse zu entnehmen ist, wurde diesem zum Juli das Büro gekündigt. Dieses dient nicht nur der Verwaltung sondern auch der Sozialberatung von Familien und Jugendlichen. In den Seminarräumen finden dazu drei EU-geförderte Bildungs- und Beratungsprojekte statt. Nicht viele Dokumente sind zur Geschichte der Roma und Sinti erhalten, deshalb findet das Archiv reges Interesse.

 Trotz intensiver Suche hat sich noch keine Perspektive für neue Räume eröffnet.

Wenn diese -über lange Zeit entwickelte- vorbildliche Arbeit, die im Jahr 2013 mit dem Integrationspreis der Stadt Frankfurt ausgezeichnet wurde, abgebrochen werden müsste, wäre eine Fortsetzung später nur mit großen Verlusten denkbar.

 Wir wissen, dass die Stadt Frankfurt wegen der Flüchtlingsunterkünfte gerade unter starkem Druck steht. Dem darf aber die kontinuierliche Menschenrechts- und Bildungsarbeit des Fördervereins Roma nicht untergeordnet werden, zumal die Erleichterung der Abschiebung von Roma und Sinti in die „sicheren Heimatländer“ politisch höchst zweifelhaft und umstritten ist.

 Zur Erinnerung

Seriöse Schätzungen gehen von 500.000 ermordeten Roma und Sinti aus, sie waren die zweitgrößte Opfergruppe des Nazi-Rassenwahns. Nur 4000 bis 5000 überlebten die Konzentrationslager.

Es dauerte in der Bundesrepublik viele Jahre bis den Opfern des Nationalsozialismus und ihren Nachkommen materiell und ideell die Referenz erwiesen wurde. Doch die Roma und Sinti blieben dabei lange ausgeschlossen.

Etwa zeitgleich mit dem ersten Hilferuf des Förderverein Roma wurde kürzlich (17.02.2016), nach 60 Jahren ein Urteil aufgehoben, das den Roma eine Entschädigung verweigerte. Ihre Verfolgung sei durch „eigene Asozialität, Kriminalität und Wandertrieb" veranlasst gewesen. Zehn Jahre nach dem Faschismus waren die alten Nazi-Richter in hohen Funktionen wieder im Amt. Nach 70 Jahren wurde nun Recht gesprochen. Doch wer kann das noch einklagen?

Den Roma  und Sinti wurde nicht nur die Entschädigung verweigert, sie wurden auch weiter schikaniert. So haben Nazi-Mediziner im Stadtgesundheitsamt Frankfurt am Main nach dem Krieg bruchlos weiter gearbeitet und bis in die 60er Jahre rassistische Untersuchungen an Roma- und Sinti-Familien vorgenommen.

In einigen neueren Studien wird nachgewiesen, dass die Traumatisierung bei Kindern und Enkeln der KZ-Opfer fortwährt. Doch die täglichen Erfahrungen der Sinti und Roma sind nicht die Einfühlung in ihre Leidensgeschichte, sondern Diskriminierung und Rechtlosigkeit.

Zur Zeit werden viele Roma in ihre „Heimat“ in den Balkanländern abgeschoben, die deshalb von Deutschland in einem umstrittenen Verfahren zu „Sicheren Herkunftsländern“ erklärt wurden. Die meisten der Jugendlichen sind in Deutschland geboren oder aufgewachsen. Sie hatten nie eine Staatsbürgerschaft außer der „gefühlten“ deutschen. (Der „Förderverein Roma“ hat kürzlich im Haus am Dom einen Dokumentarfilm dazu gezeigt, “TheAwakening“). Viele von ihnen waren in Deutschland ansässig geworden und finden sich nun plötzlich auf einer Müllkippe in Prishtina wieder, obwohl ihre politische Ausgrenzung und Verfolgung im Kosovo nicht zu leugnen ist.

 In dieser Situation ist für die Betroffenen in Frankfurt am Main ein geschützter Raum zur angstfreien Begegnung und zum spontanen Austausch emotional stabilisierend. Ohne Gelegenheit zur kompetenten Beratung, beruflichen Fortbildung und Orientierung würden sie weiter ins gesellschaftliche Abseits gedrängt und der Gefahr ausgesetzt, zu Sündenböcken der rassistischen Rechtspopulisten gemacht zu werden.

 

Bitte unterzeichnen Sie den Aufruf bis spätestens 09.05.2016

entweder

-      Senden Sie den Text mit Unterschriften (-liste) an:                                         Helga Dieter Flussgasse 8, 60489 Frankfurt

-      Senden Sie eine mail an         helga.dieter@yahoo.de

-      Unterzeichnen Sie online        

Räume für Roma

Initiatoren des Aufrufs 

Elisabeth Abendroth

Helga Dieter
Trägerin einiger Menschenrechtspreise
 
 Matthias Jochheim
IPPNW  Ärzte in sozialer Verantwortung
 
Prof Benjamin Ortmeyer
Forschungsstelle NS-Pädagogik

Bitte unterzeichnen Sie den Brief "Raume für Roma" (Die Namen werden ggf. veröffentlicht)

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Adresse oder  e-mail (wird nicht veröffentlicht)
 

 

 

 
 
 
 
 
 

 

 
 
 
 
 
 

 

 
 
 
 
 
 

 

 
 
 
 
 
 

 

 
 
 
 
 
 

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  • Stadtverwaltung Frankfurt am Main


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