Petition Closed
Petitioning Geschäftsführerin der Heinrich-Böll-Stiftung Livia Cotta

Heinrich-Böll-Stiftung: Schluss mit prekären Arbeitsbedingungen!

524
Supporters

Bei der grünen Heinrich-Böll-Stiftung werden seit Jahren fast alle KollegInnen im Bereich Technik, Empfang, Reinigung und Konferenzassistenz über Drittfirmen zu prekären Bedingungen beschäftigt. Michael R. (Mitte vorn) gehört zu den Betroffenen, die sich in der Basisgewerkschaft FAU organisiert haben um sich im Betrieb für Verbesserungen einzusetzen. Nun droht ihm und seinen KollegInnen dafür der Rauswurf. Gemeinsam müssen wir das verhindern!

Durch die Anstellung über Drittfirmen werden den KollegInnen viele Partizipationsmöglichkeiten im Betrieb vorenthalten. So wurde ihnen die Teilnahme an einer Betriebsversammlung verwehrt, auf der es um ihre prekären Beschäftigungsverhältnisse gehen sollte, und auch die FAU als im Betrieb aktive Gewerkschaft wurde nicht zugelassen. Aufgrund unserer Aktionen will die Geschäftsführung aber dennoch den Bereich Konferenzassistenz an eine andere Firma vergeben und ist anscheinend sogar bereit, einen höheren Stundenlohn zu zahlen. Zugleich aber wird sie die jetzt in diesem Bereich tätigen gewerkschaftlich aktiven KollegInnen aus dem Betrieb drängen. Dieses Vorhaben muss als offen gewerkschaftsfeindlich eingestuft werden. Die Behinderung gewerkschaftlicher Organisation im Betrieb steht in einem eklatanten Widerspruch zur thematischen Arbeit in der Stiftung, die sich weltweit für Partizipation und Menschenrechte einsetzt: Mitsprache am Arbeitsplatz und kollektive gewerkschaftliche Aktionen gehören auch zu diesen Rechten!

Die KollegInnen arbeiten in der Regel aber auch zu schlechteren Bedingungen, als sie ihnen nach dem sonst im Haus üblichen Tarifvertrag zustünden. Durch die Beschäftigung über Drittfirmen nimmt sich die Stiftung jede Möglichkeit, faire Löhne und Arbeitsbedingungen sicherzustellen, wie die Geschäftsführung mit Verweis auf das Vergaberecht selbst eingesteht. Statt für die direkte Beschäftigung der betroffenen KollegInnen, wie sie in anderen politischen Stiftungen üblich ist, entscheidet sie sich aber für Lohndumping und Tarifflucht. Diese Praxis im eigenen Haus steht im Widerspruch zur öffentlichen Kritik der Stiftung an Prekarisierung und ihren sozialen Folgen. Mit ihrer Beschäftigungspolitik stellt sie aber auch die Glaubwürdigkeit der Partei Bündnis 90/Die Grünen in Frage: Im aktuellen Wahlkampf tritt diese ausdrücklich für eine Stärkung von Tarifverträgen und für einen Mindestlohn von mindestens 8,50 EUR ein – dieses Lohnniveau wird jedoch von ihrer eigenen parteinahen Stiftung unterboten.

Wenn Ihr mit uns der Meinung seid, dass prekäre Beschäftigung und Union-Busting mit den öffentlich vertretenen Positionen der Heinrich-Böll-Stiftung und den Grundwerten der grünen Bewegung unvereinbar sind, möchten wir Euch um eine Unterschrift unter unsere Petition bitten. Wir fordern die direkte Beschäftigung der Betroffenen zu besseren Bedingungen. Außerdem dürfen die gewerkschaftlich aktiven KollegInnen nicht aus dem Betrieb verdrängt werden.

This petition was delivered to:
  • Geschäftsführerin der Heinrich-Böll-Stiftung
    Livia Cotta
  • Aufsichtsratsmitglied der Heinrich-Böll-Stiftung, Politische Bundesgeschäftsführerin der Grünen
    Steffi Lemke


    FAU-Berlin started this petition with a single signature, and now has 524 supporters. Start a petition today to change something you care about.