Abdullahs Familie muss endlich zusammenleben dürfen

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Abdullah ist ein irakischer Beduine, der seit drei Jahren unter dem sogenannten subsidiären Schutzstatus in Berlin lebt. Schutz braucht aber nicht nur er, sondern vor allem auch seine Frau und seine minderjährigen Kinder, die nach der Flucht aus ihrer nordirakischen Heimatstadt vor dem IS noch immer nicht in Sicherheit leben können. Abdullah hat so große Angst um die Familie, dass er kein Foto von seiner Familie zeigen möchte und auch seinen richtigen Namen nicht nennen möchte.

Es bleibt der Familie zurzeit keine andere Möglichkeit, als bei entfernten Verwandten im Süden des Irak mehr schlecht als recht unterzukommen, wobei die Familie sich im Kreuzfeuer von Gefechten rivalisierender religiöser und politischer Gruppen befindet.

Als Beduinen gehört die Familie zu einer nicht-anerkannten Minderheit im Irak, die auch im Ausland wenig Rechte besitzt. Während Kurden aus diesem Teil des Irak aufgrund ihrer Nationalität einen Familiennachzug beantragen dürfen, ist dies für Abdullahs Familie nahezu ausgeschlossen. Laut Auskunft einer Hilfsorganisation muss seine Familie zuerst nach Jordanien ausreisen, Kostenpunkt 6.000€, eine Summe, die die arme Familie natürlich nicht aufbringen kann und auch Abdullah nicht, der ja vom Jobcenter lebt.

Wir, die Dozenten eines bekannten Berliner Integrationskursträgers, kennen Abdullah nun schon seit über zwei Jahren, da er in unserer Schule zuerst einen Integrationskurs besucht hat und aktuell noch einmal B1 wiederholt. Er ist bei den Mitschülern und Dozenten gleichermaßen durch seine ruhige und freundliche Art beliebt, weshalb es auch allen sehr zu Herzen geht, dass er unter der langen Trennung von seiner Familie leidet. Wir haben in der Vergangenheit hautnah miterlebt, wie der Termin, zu dem er seine Familie endlich wieder in die Arme schließen sollte, immer wieder nach hinten verschoben wurde und wir waren mit die ersten, die seine Trauer und Enttäuschung spüren konnten.

Von der Ausländerbehörde hat Abdullah bisher nur die Auskunft bekommen, dass er warten soll. Doch das Warten ist für alle Beteiligten mittlerweile unerträglich. Die älteste Tochter leidet unter Angststörungen wegen der häufigen Gefechte in ihrer Umgebung, die 14-jährige Tochter hat einen Knoten in der Brust, der dringend operiert werden müsste – auch hier kommen wieder rund 400€ Kosten auf die Familie zu und Abdullah selbst hat durch all den Stress und die Sorgen eine Migräne und Depressionen entwickelt, die ihn lähmen und auch daran hindern, sich im Deutschkurs zu konzentrieren. Häufig überwältigen ihn im Unterricht Schmerz und Sorgen.

Daher möchten wir die Entscheidungsträger bitten, sich ein Herz zu fassen und der Familienzusammenführung trotz der schwierigen Gesetzeslage doch endlich zuzustimmen. Wir als Dozenten können den besten Unterricht bieten, doch wenn Herz und Seele nicht anwesend sind, wird die Integration trotzdem gescheitert sein.

Zudem möchten wir bitten, dass jeder der unterschreibt, zumindest einen Euro beiträgt, damit seine Tochter zumindest operiert werden kann.



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