#fairchangeGVL - Für Musiker*Innen, Tonträgerhersteller*Innen & Schauspieler*Innen

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Als Zusammenschluss von Musiker*innen, Schauspieler*innen und Tonträgerhersteller*innen haben wir an die Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten (GVL), und mitwirkend an das Deutsche Patent- und Markenamt (DPMA) und das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) folgende Forderungen:
 
 
K E R N F O R D E R U N G E N
 
1. Die Einhaltung der Verteilungsfristen nach dem Verwertungsgesellschaftengesetz.

Insbesondere im Bereich der Künstler*innen und Schauspieler*innen sind immer noch Einnahmen nicht verteilt, die vor 2016 aufgelaufen sind. Die offenen Verteilungen ziehen sich für bestimmte Verteilsegmente aktuell zurück bis in das Jahr 2010.
 
2. Aktives Engagement der GVL für digitale Nutzungsformen, wie Musik- und audiovisuelles Streaming, um somit auf die veränderten Nutzungsformen im Markt zu reagieren.

Dies ist nicht nur entscheidend für künftige Einnahmen der Berechtigten, sondern auch für das Fortbestehen der GVL.
 
3. Die Änderung der Gesellschaftsform der GVL von einer privatrechtlichen GmbH hin zu einem Verein bürgerlichen Rechts (vgl. GEMA, VG WORT, VG BILD KUNST) und - damit verbunden - den Austausch der Geschäftsführung. 

Als berechtigte Mitglieder verlangen wir mehr Mitbestimmung im Geschäftsbetrieb der GVL. Wir fordern eine hierarchisch flachere Organisationsstruktur und eine bessere Verteilung der Entscheidungsgewalt auf die Berechtigten.
Durch die aktuelle Gesellschaftsform der GVL sind die Geschäftsführer*innen Leiter einer privatrechtlichen GmbH und keine „Amtsträger*innen“. Deshalb kann das DPMA seine Aufsichtspflicht (z.B. bei einer Dienstaufsichtsbeschwerde gegenüber der Geschäftsführung) anders als bei anderen Verwertungsgesellschaften nur bedingt wahrnehmen.
 
4. Mehr Transparenz im Geschäftsbetrieb.

* Nachvollziehbare Informationen über die exakten Ausgaben der GVL für die IT-Entwicklung.
* Transparentere Beschreibung des IT-Systems, um den Berechtigten detaillierte Einblicke zu gewähren, welche Daten auf welche Weise  erfasst werden.
* Eine öffentliche Nennung von externen Firmen und Berater*innen, die bezüglich IT-Projekten beauftragt wurden, unter Angabe der Kosten und des genauen Zwecks.
Detaillierte Aufstellungen der Sender und Sendeminuten bei den Verteilungen an Künstler*innen.
 
Die GVL ist ihrem treuhänderischen Auftrag gegenüber allen Berechtigten gesetzlich verpflichtet; die dafür zur Verfügung stehenden Mittel werden durch die künstlerischen Leistungen der Berechtigten erwirtschaftet. Die GVL hat ausschließlich für die Berechtigten und nur in deren Interesse tätig zu sein.


W E I T E R E   F O R D E R U N G E N
 
- Mehr Mitbestimmung der Berechtigten im Sinne des Verwertungsgesellschaftengesetzes. Ein Pro-Kopf Wahlrecht, statt einer Stimmgewichtung nach Umsatz bei der Beiratswahl der Tonträgerhersteller*innen.
 
- Eine Schnittstelle für die Synchron App zum Durchsuchen der GVL-Datenbank und zur Abgabe von Mitwirkungsmeldungen von Synchronsprecher*innen muss unverzüglich zur Verfügung gestellt werden. Das Durchsuchen der GVL-Datenbank ist bereits implementiert. Die Funktion zur Abgabe von Mitwirkungsmeldungen direkt aus der App ist seit vielen Jahren von der GVL versprochen, aber bis heute nicht umgesetzt.
 
- Detaillierte Informationen über die Möglichkeiten der GVL zur Auslandswahrnehmung. Wir können eine Vielzahl von Fällen benennen, bei denen Künstler*innen, Schauspieler*innen und Tonträgerhersteller*innen, die internationales Sendeaufkommen haben, seit Jahren keine Einnahmen aus der Auslandswahrnehmung der GVL erhalten. Und das, obwohl es nachweislich Nutzungen in den Ländern gegeben hat.
 
- Kürzere Kündigungsfristen für die Berechtigten, um der GVL die Auslandswahrnehmung zu entziehen. Aktuell beträgt die Frist sechs Monate zum Jahresende. Wir fordern eine Möglichkeit, dieses Mandat zum Quartalsende zu entziehen, wie es beispielsweise bei vergleichbaren Verwertungsgesellschaften wie z.B. der GVL-Schwestergesellschaft GRAMEX in Dänemark der Fall ist.
 
- Eine deutliche Ausweitung der Überwachung von realer Nutzung - u.a. über die 125 Rundfunkstationen im Bereich Hersteller*innen und Musiker*innen hinaus. Zum Vergleich: Die englische Verwertungsgesellschaft PPL nimmt die Rechte ihrer Berechtigten gegenüber 2.400 Rundfunkstationen und digitalen Services wahr. Darunter befinden sich auch nahezu alle freien Rundfunk-Stationen und Universitätsradios, die die kulturelle Vielfalt und deren Nutzung in einem wesentlich höheren Maße abdecken und so eine deutlich fairere und transparentere Verteilung der Einnahmen ermöglichen.
 
- Die Erweiterung der Verteilregeln, welche die tatsächlichen Nutzungsformen berücksichtigen, anstatt einer pauschalen und nahezu ausschließlichen Verteilung nach Rundfunknutzungen.
* Die Nutzung von Erkennungssoftware (Recognition Services) im Bereich der öffentlichen Wiedergabe in Clubs, Diskotheken und bei Open Air Veranstaltungen.
* Eine quellenbezogene Verteilung der Privatkopieabgaben nach physischen und digitalen Umsätzen und Marktanteilen, anstelle der ausschließlichen Verteilung nach Rundfunkminuten. Wie es beispielsweise bei den GVL-Schwestergesellschaften SPPF in Frankreich oder AGEDI in Spanien der Fall ist.
 
- Eine nachvollziehbare Bearbeitung und Erklärung von fehlerhaft erstellten oder nicht erfolgten Abrechnungen.
 
- Mehr Informationen über die Verteilung von Einnahmen aus Open Airs und Festivals, die über das Inkasso der GEMA in den letzten fünf Jahren eingesammelt wurden.
 
Als berechtigte Mitglieder der GVL verlangen wir, dass die hier gestellten Forderungen auf der Website der GVL veröffentlicht werden und dort zu den genannten Punkten öffentlich und nachvollziehbar sowie lückenlos Stellung bezogen wird, konkrete Maßnahmen zur Verbesserung benannt und diese allem voran dokumentiert werden.
Auf dieser Webseite der GVL sollen die Berechtigten auf die Stellungnahme antworten können und weitere Verbesserungsvorschläge ergänzen. Dadurch soll ein konstruktiver, effektiver und klar dokumentierter Dialog entstehen. Zum Verständnis: Es soll dabei kein unübersichtliches Forum mit Chat-Funktion geben, sondern vorab gebündelte Antworten auf die Maßnahmen und Äußerungen der GVL. Dies soll als eine dauerhafte Plattform fungieren, um den Status der Veränderungen zukünftig jederzeit für die Berechtigten sichtbar und nachvollziehbar zu machen.
 

Bitte unterzeichnet diese Petition und leitet sie an Kollegen*innen, Mitarbeiter*innen und jede Betroffene sowie jeden Betroffenen weiter, um endlich eine dauerhafte, öffentliche Möglichkeit zu schaffen, konstruktiv Verbesserungen der Rechtewahrnehmung durch die GVL zu ermöglichen.
Für eine bessere Zuordnung gebt bitte, wenn möglich, euren vollständigen Namen oder eure Berufsbezeichnung an.

Verbreitet unser Anliegen zusätzlich mit dem Hashtag: #fairchangeGVL
 
Wenn ihr Fragen zur Petition habt, wendet euch gerne an:
fairchangeGVL@posteo.de

Mit solidarischem Gruß,
 
 
Benno Fürmann

Andrea Sawatzki

Jürgen Vogel

Grönland Records

Monkeytown

City Slang GmbH & Co.KG

Kompakt

Lars Eidinger

Rocko Schamoni

Timo Maas

Purple Schulz

Dixon

Thomas Loibl

Katja Riemann

Maria Schrader

Audiolith Records

Boysnoize Records

Innervisions

Michael Mayer

Modeselektor

Alva Noto

Esther Klever

Tobias Meister

Jasna Fritzi Bauer

Frank Röth

Tom Wlaschiha

Cargo Records GmbH

Grand Hotel van Cleef

Poker Flat Recordings

Brothers

Âme

Marco Resmann

Claudia Michelsen

Philipp Moog

Barbara Auer

Jophi Ries

Paradise Entertainment & Distribution GmbH

Superstition Entertainment Network

PRO Agency GmbH

Stefan Trapp

Oliver Huntemann

Cinthie

Nina Hoss

Jürgen Tonkel

Marcus Mittermeier

Laura Tonke

Broken Silence Distribution GmbH

Breeze Music

Noton

Niki Reiser

Raymond Merkel

Stefan Schnabel

Felix Kramer

László I. Kish

Michael Pan

Karoline Eichhorn

Connaisseur Records

Kollektiv Turmstrasse

In My Room

Boris Brejcha

Ralf Hildenbeutel

Deadbeat

recordJet e. K.

Einmusika Records

Subway Records

Milan Peschel

Katharina Böhm

Axel Milberg

Christian Berkel

True Color Records

Senso Sounds

Dessous Recordings

Fryhyde

Hawks Grunert

Einmusik

Slut

Bernhard Piesk

Franz Dinda

Hans-Jochen Wagner

Saskia Vester

Format B

Upon you

H.O.S.H.

Formatik

Nicolette Krebitz

Sylvester Groth

Dagmar Manzel

Clemens Schick

Marie Bäumer 


 
H I N T E R G R U N D
 
Seit Jahren üben viele Berechtigte Kritik an der Arbeit der GVL. Die Reaktionen seitens der GVL empfinden die Berechtigten dabei oft als trotzig, herablassend, arrogant und zu großen Teilen unsachlich. Diese Erfahrungen machten wir erneut 2020 und möchten dazu auf das Interview mit Geschäftsführer Dr. Thilo Gerlach im Artechok Filmmagazin verweisen, in dem sogar noch einen Schritt weiter gegangen wird und die Forderungen von Schauspieler*innen öffentlich auf eine Stufe mit der AfD gestellt werden:
 
„Was uns besonders schmerzt, ist, dass hier Vorwürfe aus dem rechts­ra­di­kalen Bereich von der AfD über­nommen werden – das sind Fake-Zahlen. Da schlage ich die Hände über dem Kopf zusammen. Erst recht, wenn das von Schau­spie­lern kommt, die sich eigent­lich immer gegen Rechts­ra­di­ka­lismus posi­tio­nieren.“
 
Gleichzeitig wird von Seiten der GVL stets der Willen zu Dialog und Veränderung gewünscht. Dies erscheint zunehmend fadenscheinig und ist kaum mehr als PR- und Marketing- Gebaren. Es drängt sich der Verdacht auf, dass bewusst mit dem fachlichen Unwissen einiger Mitglieder taktiert wird. Zudem wird nur über mangelnde Fakten und zu viele Emotionen in der Auseinandersetzung geklagt.
Benennt man jedoch die Fakten klar und deutlich, scheint es als würde die Geschäftsführung auf Zeit spielen, die Forderungen für irrational erklären und weiter auf Intransparenz setzen. Es erweckt den Anschein, dass die GVL in der öffentlichen Kommunikation versucht, die Interessen der verschiedenen Berechtigten-Gruppen, z. B. von Schauspieler*innen, Musiker*innen und Tonträgerhersteller*innen, gegeneinander auszuspielen.
 
Auch wenn unsere Anliegen teilweise unterschiedlich sind, haben wir alle die Erfahrung gemacht, dass die GVL die Anliegen der Berechtigten nicht in ausreichendem Maße berücksichtigt. Der Presse ist das Verhalten der GVL ebenfalls nicht verborgen geblieben und so geht unter anderem auch der Spiegel mit einer umfangreichen Reportage auf das Thema ein.
 
Wir haben unser Anliegen auch in einem Offenen Brief an die Geschäftsführung der GVL gerichtet, hier nachzulesen in der Musikwoche vom 2. Juli 2020.

 
W E I T E R F Ü H R E N D E   L I N K S
 
Interview des GVL Geschäftsführers Dr. Tilo Gerlach mit dem Filmmagazin Artechock
https://www.artechock.de/film/text/interview/g/gerlach_2020.html
 
Offener Brief der Schauspieler*innen
offenen Brief
 
Antwort der GVL an die Schauspieler*innen
Antwort
 
GVL Statement nach Durchführung des ersten „Stammtischs“ mit den Schaupieler*innen
https://www.gvl.de/gvl/aktuelles/erster-gemeinsamer-digitaler-stammtisch-von-gvl-und-bffs
 
Offener Brief von Tonträgerhersteller*innen, Musiker*innen im Schulterschluss mit dem offenen Brief der Schauspieler*innen
https://beta.musikwoche.de/details/451849
 
Verteilungsfristen laut Verwertungsgesellschaftengesetz, §28
https://www.gesetze-im-internet.de/vgg/__28.html
 
Spiegel Online Artikel GVL
https://www.spiegel.de/kultur/musik/gema-schwester-die-gvl-sitzt-auf-dem-geld-der-kleinen-musiker-a-a1614a0a-45d6-446b-9740-e593c5fb3ac3