Es reicht, Schluss mit der industriellen Fleischproduktion

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Die Corona Pandemie hat uns viele Schwächen in unseren Wirtschaftssystemen aufgezeigt. Gerade in der  Fleischindustrie ist klar geworden, dass hier einiges nicht so läuft, wie wir uns das von verantwortungsvoll agierenden Unternehmen gewünscht hätten. Es hat sich hier seit Jahrzehnten ein System etabliert, welches Mensch, Tier und Natur gleichermaßen schadet. Im Interesse einer Gewinnmaximierung wurden hier die geltenden Gesetze in einer Weise ausgenutzt, die wir in der ganzen Auswirkung nicht sehen wollten. Seit Jahren sind die Missstände bei den Arbeitsbedingungen und Unterbringungen der Mitarbeiter bekannt. Genauso wissen wir von den täglichen Verletzungen der Tierschutzgesetze und unternehmen nichts, das zu beenden.  Wir sehen wie die  Landwirtschaft zu einer Industrie geworden ist, in der nur die größten und profitabelsten Betriebe überleben. Es muss Schluss damit sein, dass die Fleischindustrie auf Kosten von Mensch, Tier und Natur wirtschaftet. Die Zeit für einen Systemwechsel ist gekommen. Ein grundsätzliches Umdenken muss her! Es zeigt sich erneut, dass billig bei weitem nicht das Beste ist. Deshalb haben wir folgende Anforderungen an die Politik:

  • Abschaffung einer industriellen Massentierhaltung in der Landwirtschaft und hin zu ökologisch nachhaltiger Produktion, wie auch zu einer Unterstützung von konventionellen Bauernhöfen mit Kreislaufwirtschaft und artgerechter Tierhaltung. Flächenbindung der Tierhaltung und eine massive Stärkung einer regional ausgerichteten bäuerlichen Agrarstruktur sind die Lösungsansätze. Die Düngeverordnung, Nitrat im Trinkwasser und Soja- Kraftfutter aus Südamerika sind nur einige Beispiele der Naturschädigung. Reduzierung der Tierbestände, angemessene Ställe und Platzbedarf für alle Tiere. Echtes Tierwohl festschreiben und Einhaltung monitoren. Durchsetzung von angemessenen Preisen für die Landwirte. Sowohl biologische als auch konventionelle Betriebe zeigen, dass es auch anders geht, wie es auch im Ergebnisberichtes des Kompetenznetzwerkes Nutztierhaltung („Borchert-Kommission“) steht.
  • Abschaffung der industriellen Schlachtung an wenigen konzentrierten Fabriken zu niedrigsten Preisen und hin zu einer lokalen und mobilen Schlachtung. Dazu müssen wir Verbraucher höhere Preise für unser Fleisch akzeptieren und es nach dem Motto - weniger ist mehr - wieder als hochwertiges und besonderes Lebensmittel statt billiger Massenware sehen. Export und Import von Fleischprodukten minimieren. Zerschlagung der Schlachtkonzerne und hin zu Modellen der Weideschlachtung, der Hofschlachtung und lokal erzeugten Fleischprodukten. Direktvermarktung, lokale Erzeuger- Verbraucher Kooperation und lokale Produktionsketten sind hier der richtige Weg.
  • Abschaffung von Werkverträgen und Leiharbeit mit allen bekannten Schattenseiten, nicht nur in der Fleischindustrie. Seit Jahren sind die Missstände bei den Arbeitsbedingungen und Unterbringungen der Mitarbeiter bekannt. Alle Maßnahmen und Kontrollmechanismen, diese unwürdigen Bedingungen, die man als moderne Sklavenarbeit bezeichnen kann, zu verbessern haben versagt! Hier gilt es eine menschenwürdige Unterbringung  und Integration von Arbeitskräften umzusetzen und faire Arbeitsbedingungen zu schaffen. Regelmäßige Kontrollen sowie Beratung und Förderung der Integration gehören hier zu den Maßnahmen. Hierzu gehört auch eine begleitende und angemessene Überführung der leittragenden Mitarbeiter hin zu gleichberechtigten Arbeitnehmern mit entsprechenden Vertretungsrechten. 
  • Aufarbeitung der politischen Fehlvorgaben und Ermittlung von Fehlverhalten der Verantwortlichen. Es gilt hier Licht in das dunkle Geflecht der bisherigen Machenschaften zu bringen, die zu diesen desaströsen und von uns nicht gewollten Umständen geführt haben.  Überarbeitung der Gesetzgebung um solche Verhältnisse zukünftig zu vermeiden. 

Wir wollen nicht so weitermachen wie bisher mit der Fleischproduktion. Deshalb setzen wir uns für massive Änderungen ein. Wir wollen Fleischprodukte die dem Tierwohl gerecht sind, von Menschen erzeugt werden die mit den Arbeitsbedingungen zufrieden sind und von Fachleuten unter kontrollierten Bedingungen vor Ort zu gerechten Preisen verkauft werden. Der Weg hin zu diesen Zuständen muss durch Überzeugung gewollt sein, genau beobachtet und durch gezielte Förderung gesteuert werden. 


Wir fordern hiermit alle Politiker auf, in diesem Sinne sehr zügig eine Systemänderung der Fleischproduktion zu verwirklichen und die Missstände endlich abzustellen.

Herzlichen Dank


BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

KV Warendorf, OV Rheda Wiedenbrück und OV Oelde

Bitte teilt und verbreitet diese Petition, damit wir möglichst viele sind die sagen:

Es reicht, Schluss mit der industriellen Fleischproduktion