Lasst uns pflegende Angehörige in der größten Krise seit dem Krieg nicht alleine!!

0 haben unterschrieben. Nächstes Ziel: 500.


Pflege durch Angehörige macht arm.. dieser oft gesagte Satz hat noch nie mehr zugetroffen wie jetzt,in dieser historischen Krise.Aktuell gehören die Wörter "verlassen"und "vergessen" noch dazu.

Zu meiner Person und Situation,die stellvertretend ist für über 2,5 Millionen Pflegebedürftige,die zu Hause von Angehörigen gepflegt werden: Ich bin alleinstehend und pflege meinen 98jährigen Vater zuhause,bin nebenher,so wie es,bis jetzt,die Pflege zugelassen hat,Teilzeit berufstätig. Ein Pflegedienst, der ambulante Dienst stundenweise für die Zeit,die ich arbeite,3x wöchentlich der Besuch einer Tagespflegeeinrichtung und der Besuch einer Schülerin haben bis zu Beginn der Krise die Pflege gesichert. Seine 3 erwachsenen Enkelinnen waren immer,mehr als man von solch jungen Menschen erwarten sollte,für ihn da.Nach den gebetsmühlenartigen (völlig berechtigten) Warnungen "Schützt unsere Hochbetagten", "bleibt zuhause und rettet damit Leben der Hochrisikogruppe ", "beschränkt die sozialen Kontakte der Risikogruppe,ihr rettet damit Leben".."Haltet die Enkel/innen von den Großeltern fern" ..wir haben alle Kontakte auf ein Minimum beschränkt.Ich bin die Pflegeperson,die Enkelinnen dürfen nicht mehr zu ihrem Opa,ambulanter Dienst und die Schülerin natürlich auch nicht um das Risiko einer Ansteckung zu vermeiden.Die Tagespflegeeinrichtungen würden geschlossen.  Ich bin Angestellte bei einem "Versorger", einem Baumarkt und mein Arbeitsplatz ist mitten im Publikumsverkehr.Ich komme in Kontakt mit unzähligen fremden Menschen,und es war sofort klar,dass ich,als Pflegeperson,eine große Gefahr für die Gesundheit meines Vaters bin. Des weiteren wäre er in der Zeit,in der ich arbeite,unbetreut. Das ist so nicht möglich und umsetzbar. Nach unzähligen Mails und Telefonaten, in denen ich immer und immer wieder meine Situation erklären musste,kam mir wenig Verständnis entgegen.Laut Pflegekasse steht mir nicht mal die ganz normale 10tägige Auszeit mit Pflegeunterstützungsgeld zu um meinen Vater vor einer Infektion zu schützen. Wenn er ein Kind wäre wäre das kein Problem,da Kitas und Pflegeeinrichtungen ja geschlossen sind.Auf meine Anmerkung,dass auch Tagespflegeeinrichtungen geschlossen sind erntete ich ein Schulterzucken.Andere Stellen verweisen auf die Möglichkeit,meinen Jahresurlaub nehmen zu können.Wieder Andere auf die Möglichkeit der 6monatigen Pflegezeit,natürlich ohne Bezüge,ich muss mir ein Darlehen nehmen das zurückzuzahlen ist,und ich bin dann nicht krankenversichert.Der nächste verweist auf das Pflegegeld,oder ich soll einfach weniger arbeiten (Infektionsrisiko bleibt das Gleiche),oder ich soll meinen Arbeitgeber bitten,mich freizustellen.Das bedeutet ebenfalls keine Bezüge. Oder ich werde,und hier schließt sich der Kreis,auf die ambulanten Dienste hingewiesen,ohne auch nur im Entferntesten mein/ unser Problem wahrzunehmen.Mein Vater wird im Falle der Infektion diesen Virus nicht überleben,und ich bin für ihn verantwortlich. 

Ich frage mich: Bei Millionen im besonderen Maße schützenswürdigen Pflegebedürftigen in häuslicher Pflege hat man uns berufstätige pflegende Angehörige  einfach vergessen? In Zeiten der unkomplizierten,unbürokratischen Hilfe in dieser weltweiten Krise lässt man uns einfach zurück? Wir kommen mit unseren Arbeitgebern in Konflikt,nehmen unbezahlten Urlaub,um dann nach dieser Krise ohne Erholung durchzuackern? Pflege ist kein Erholungsurlaub! Wo sind eigentlich all die Gelder,die von den Pflegekassen Monat für Monat an die Tagespflegeeinrichtungen gezahlt werden,die Milliarden,die jetzt verfallen? Die Entlastungsbeiträge,die man jetzt nicht nutzen kann in dieser Situation? Die Pflegekasse bezahlt für meinen Vater ca 1700€ monatlich an die Einrichtung.Mein Monatslohn ist etwas mehr wie die Hälfte davon. Genug um Menschen wie mich für 4 Wochen freizustellen.

Ich fordere dringend die Politik,im Namen aller berufstätigen pflegenden Angehörigen:           - Bitte kümmern Sie sich schnell und unbürokratisch um die Freigabe dieser Gelder,damit WIR unsere Angehörigen weiter zuhause pflegen können ohne sie zusätzlichen Risiken auszusetzen! Sie Alle betonen stets wie wichtig der Schutz der Hochrisikogruppe ist! Helfen Sie uns! Ich benötige keine besondere Anerkennung für das was ich tue..Wir benötigen DRINGEND finanzielle Unterstützung durch die Gelder,die sowieso zur Verfügung stehen damit wir es TUN KÖNNEN!! Es benötigt KEIN EXTRABUDGET,das Geld der Pflegekassen steht monatlich  zur Verfügung! Und hören Sie ENDLICH auf damit, uns auf Leistungen zu verweisen,die in dieser Zeit,ohne die Pflegebedürftigen zu gefährden,nicht möglich sind! 

Wir berufstätigen pflegenden Angehörigen sind die Vergessenen in dieser größten Krise seit dem Krieg. Der Staat profitiert von uns,gerade auch jetzt,wo die Pflegeheime jetzt schon überlastet sind.Man lässt uns alleine.Bitte lasst das nicht zu, auch wir benötigen Solidarität und Hilfe!