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Gerechte Entlohnung für „typische Frauenberufe“

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Die ehemalige Sozialministerin Haderthauer forderte bei der Delegiertenversammlung des KDFB-Landesverbands Bayern die Frauen auf, selbstbewusster und kämpferischer aufzutreten.


Bayerns ehemalige Sozialministerin Frau Haderthauer hat in einer „kämpferischen und aufrüttelnden Rede“ am 16.06.13 in Regensburg einen Appell an alle Frauen gerichtet, mehr Selbstbewusstsein im Beruf zu zeigen. Dies nehme ich zum Anlass, mich für eine gerechte Entlohnung „typischer Frauenberufe“ einzusetzen. Exemplarisch soll hier die Situation von Diplom PädagogInnen, Diplom SozialpädagogInnen und Verwal-tungsfachkräften dargestellt werden, deren Arbeitgeber häufig gemeinnützige Vereine oder staatlich anerkannte Träger sind, die nach dem TV-L , der an den TVöD angelehnt ist, bezahlen müssen. Der TVöD gilt häufig als Richtschnur für andere Tarife vor allem im Sozialen Bereich.


Der öffentliche Tarif TV-L verschlechtert die Einkommenssituation im Dienstleistungsbereich
Für eine Fachkraft, die ein Studium der Pädagogik oder der Sozialen Arbeit abgeschlossen hat, liegt das Einstiegsgehalt in der Tarifgruppe 9, die oft für diese Tätigkeit anzuwenden ist, bei brutto 2413 € für eine Vollzeitstelle. Eine Fachkraft mit 50% Wochenstunden verdient brutto 1205 €, mit 75% Wochenstunden 1809 €. Von einer angemessenen Bezahlung für ein derart wichtiges und anspruchsvolles Berufsbild kann nicht die Rede sein. Bände spricht hier auch die Aussage von Männern, sie würden Soziale Arbeit nicht studieren, weil man da zu wenig verdiene. Dabei besteht gerade in den sozialen Berufen dringender Bedarf an männlichen Fachkräften.

Noch schlimmer sieht es bei den Verwaltungsfachkräften im sozialen Bereich aus. Das Aufgabenfeld geht hier über „unselbstständiger Schreibarbeit“ hoch hinaus. Gerade bei der Arbeit mit Menschen ist ein hohes Maß an Empathiefähigkeit und Taktgefühl unabdingbar. Die vorgeschriebene Tarifgruppe 5 liegt knapp über der Niedriglohngrenze: brutto 1987 € bei Vollzeit, 993 € bei einer Halbtagsstelle, wie sie flächendeckend vorherrschen. Davon kann frau nicht leben. Das geht nur, wenn sie „nur etwas dazuverdient“, sich also vom Einkommen ihres besser verdienenden Ehemannes abhängig macht oder einen Zweitjob ausübt. Für Alleinerziehende verschärft sich die Lage deutlich.

Stellenwechsel wird erschwert - Burnout billigend in Kauf genommen
Natürlich steigt man mit Jahren an Berufstätigkeit entsprechend Stufen auf. Dieser Aufstieg ist aber fest an den Arbeitsvertrag gebunden. Sobald ein Stellenwechsel stattfindet, wird man aufgrund der 2005 eingeführten Herabstufung bei Arbeitsplatzwechsel wieder auf Stufe 2 zurückfallen. Verschärft in der Kombination mit der zunehmenden Zahl befristeter Arbeitsverhältnisse, muss ein großer Teil an Fachkräften trotz ständig steigender Berufserfahrung mit einem „Anfängergehalt“ auskommen. Konkret kann das bedeuten, dass eine akademische Fachkraft mit 20 Jahren Berufserfahrung bei Arbeitsplatzwechsel in E 9 Stufe 2 (TV-L) eingruppiert wird und mit netto ca. 1600 € nach Hause geht. Folge ist, dass MitarbeiterInnen eine einmal ergatterte Stelle nicht mehr verlassen wollen bzw. können: Der nötige Perspektivenwechsel durch anders gelagerte Aufgaben findet nicht mehr statt, Burnout bei sozialen Berufen nimmt zu und die Arbeitsqualität leidet!

Der Appell an die Tarifparteien:
Sorgen Sie für eine angemessene Bezahlung der Fachkräfte! Schaffen Sie die Herabstufung bei Arbeitgeberwechsel wieder ab!

Es kann nicht sein, dass die Frauen und Männer in sozialen Berufen finanziell untergehen, weil sie „nicht laut genug geschrien und nicht genug Druck im Arbeitskampf gemacht haben“, wie die Gewerkschaft, mit der die Öffentliche Hand verhandelt hat, lapidar mitteilte.


Unterstützen Sie mein Anliegen und unterschreiben Sie die Petition.

Nähere Infos:
(Mittelbayerische Zeitung vom 18.06.2013
http://www.mittelbayerische.de/nachrichten/oberpfalz-bayern/artikel/appell-fuer-mehr-selbstbewusstsein-im-beruf/927733/appell-fuer-mehr-selbstbewusstsein-im-beruf.html



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