Erhalt der Elstaler Eisenbahnersiedlung als Flächendenkmal: Keine Verdichtung in den Gärten! Denkmalschutz für alle gleich!

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Zur Historie der Siedlung
 
Die Eisenbahner Siedlung in Elstal wurde für die Beschäftigt*innen des ehemaligen Wustermarker Verschiebebahnhofs, des heutigen Bahnhofs Elstal, von 1919 bis 1938 gebaut. Es entstand eine in sich geschlossen kleine Stadt. Der Karl-Liebknecht-Platz mit seinen Läden, Lokalen und einer Kirche war die Ortsmitte und ist nach längerem Dornröschenschlaf inzwischen wieder zu neuem Leben erwacht.
Die einzelnen Häuser sind an den Straßenseiten gebaut und mit eingeschossigen Schuppen und Stallungen zu einer Baufront verbunden. Hinter den Häusern liegen zu den einzelnen Wohnungen gehörende, ca.500 m² große Gärten. Diese haben über Jahrzehnte der Eigenversorgung gedient. Noch heute sind einige Obstbäume zu sehen. Die Gartenflächen bilden eine grüne Schneise zwischen der Wohnbebauung und den Straßen. Heute dienen die Gärten nicht mehr der Eigenversorgung, sondern vor allem der Naherholung. Durch die Ausbau der Dachgeschosse, gibt es nicht für jede Wohnung einen Garten, was zur Angebotsvielfalt beiträgt.
 
 
Der Denkmalschutz
 
Seit 1993 steht die Elstaler Eisenbahnsiedlung unter Denkmalschutz. Laut der Unteren Denkmalschutzbehörde muss vor baulichen Eingriffen in das äußere Erscheinungsbild der Siedlungshäuser, der Straßen, der Wege, der Gärten und Einfriedungen u.a. eine denkmalrechtliche Erlaubnis beantragt werden (Antragsleitfaden ,1. Fassung von August 2000). In der Satzung zum Schutz des Denkmalbereiches der Eisenbahner-Siedlung Elstal, Punkt 2.2.7 ist eindeutig festgelegt, dass die "umfangreichen Gartenanlagen hinter den Häusern, die in den inneren Siedlungsbereichen jeweils mit ihrer Rückseiten aneinander stoßen", zum Flächendenkmal Eisenbahnersiedlung gehören. Eine Bebauung der Gärten verstößt, unserer Interpretation daher nach, gegen die Denkmalschutzsatzung.
 
 
Geplante Verdichtungen
 
Grundsätzlich sind wir der Deutschen Wohnen dankbar, dass die sich der Restaurierung und Instandsetzung der Eisenbahnersiedlung angenommen hat. Die Teile der Eisenbahner Siedlung um den Karl-Liebknecht-Platz und in der Schulstraße waren in einem sehr schlechten und fast unbewohnbaren Zustand. Die Siedlung hat durch die Restaurierung ihren Charakter zurückerhalten. Darüber sind wir dankbar.
 
Neue Pläne der Deutschen Wohnen sahen vor, dass 13 neue Häuser gebaut werden. Für 9 Häuser gab es, ohne Beteiligung der Gemeindevertretung, einen positiven Bauvorbescheid. Von den 9 Häusern sollten mindestens sechs straßenseitig in ehemalige Gärten gebaut werden. Für uns ist das eine Veränderung des Flächendenkmals, zu dem laut Satzung die Gärten gehören. Nach dem sich der Ortsbeirat gegen die Bebauung in den Gärten ausgesprochen hat und es Proteste der Anwohner*innen gegeben hat, lenkte die Deutsche Wohnen ein.
 
Am 30. August 2017 stellte die Deutsche Wohnen dann ein überarbeitetes Konzept zur Verdichtung der Elstaler Eisenbahner Siedlung vor, in dem mitgeteilt wurde, dass voraussichtlich 2018 mit dem Bau von vier Häusern begonnen wird. Diese werden sich an der Schulstraße Ecke Puschkinstraße (drei Häuser) und am Kiefernweg (ein größeres Haus) befinden. Dafür wird auf weitere fünf Häuser, für die es positive Bauvorbescheide gibt und die in die Gärten gebaut werden sollten, seitens der Deutschen Wohnen verzichtet. Diesem Kompromiss ist die Gemeindevertretung am 18. September 2017 gefolgt.
 
Das Mehrfamilienhaus am Kiefernweg wird in einem ehemaligen Garten gebaut und das Erscheinungsbild der Siedlung verändern. Mit dieser Bebauung sind wir nicht einverstanden. Allerdings sind bereits alle Entscheidungen dazu gefallen. Die anderen drei Häuser werden straßenseitig auf brachliegenden Flächen gebaut. Mit dieser Bebauung sind wir einverstanden, da keine Gärten tangiert oder indirekt beeinträchtigt werden.   
 
Die Deutsche Wohnen plant darüber hinaus die Instandsetzung der Schuppen- und Stallanlagen als Wohn- oder Ateliergebäude. Diese Entwicklung werden wir kritisch begleiten.
 
 
Unsere Forderungen
 
Mit dieser Petition wollen wir Einfluss auf die schon feststehende und genehmigte Bebauung sowie die zukünftige und geplante Bebauung nehmen. Außerdem wollen wir Einfluss auf den Denkmalschutz nehmen, der bisher sehr unterschiedlich und unserer Meinung nach ungerecht ausgelegt wird.   Unsere Forderungen in dieser Petition sind:
 
Bessere Kommunikation und mehr Transparenz seitens der Deutschen Wohnen und der Gemeindeverwaltung gegenüber den Einwohner*innen. Generelle Einbeziehung der Einwohner*innen, des Vereins Historia Elstal und des Ortsbeirates in alle Planungen in der Eisenbahnersiedlung Elstal. 
 
Die Erarbeitung einer Gestaltungssatzung, die unter Einbeziehung der Denkmalschutzbehörden Vorort erarbeitet und vor Beschlussfassung mit den Einwohner*innen diskutiert wird.


Im neu geplanten Bebauungsplan für die Eisenbahnersiedlung, sollen bestimmte Flächen generell für eine Bebauung ausgenommen werden, um die Garten-, Wald- und Baumflächen in und am Rande der Eisenbahnersiedlung zu erhalten.

Wir würden uns freuen, wenn Sie uns in unseren Bemühungen mit dem Unterzeichnen dieser Petition zum Erhalt und Wahrung unseres Flächendenkmals der Elstaler Eisenbahner Siedlung unterstützen würden.

Vielen Dank

Alexandra Livet, Tobias Bank u.v.m



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