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Gegen Kürzungen: Erhalt des Geographieunterrichts an Baden-Württembergs Gymnasien!

Ab 2016 soll der Geographie rund ein Viertel ihrer Stunden in der Sekundarstufe I weggenommen werden. Dies ist nicht nur für Geographen oder Umweltschützer sondern für unsere Gesellschaft als Ganzes nicht hinnehmbar, da geographische Themen auch in der Zukunft sehr wichtig sein werden:

Nachhaltigkeit in ihren verschiedenen Dimensionen, Klimawandel/Klimaschutz, Schutz verschiedener Ökosysteme, Wie gehen wir mit der Ressource Raum um?, Globale Migrationsströme + Integration + Toleranz, Demographischer Wandel und seine räumlichen Konsequenzen, andere globale Ressourcenverknappungen, Länderkunde, räumliche Orientierung […] 

Außerdem vermittelt die Geographie wichtige Kompetenzen und Methoden, die Schulkinder in Zukunft brauchen werden:

Umgang mit Statistiken, Kartenarbeit (vor allem wegen des Vormarschs digitaler Karten!), Satellitenbilder (Googleanwendungen), Verbindung naturwissenschaftlicher Methoden und sozialwissenschaftlicher Methoden, GIS, GPS, Visualisierung komplexer Inhalte (Diagramme, Wirkungsgefüge), Textverstehen, Internetrecherche[…]

Die Geographie ist ein einzigartiges Fach, das sich als einziges mit dem Thema Raum beschäftigt. Es ist die Schnittstelle von Natur- und Sozialwissenschaften und nähert sich ökonomischen, ökologischen und sozialen Themen auf eine einzigartige, integrative Weise.

Es ist ein sehr vielfältiges Fach, das schon in der Vergangenheit von Kürzungen betroffen war und keine weiteren Kürzungen mehr verkraften kann, da die verschiedenen geographischen Themen zu sehr mit einander zusammenhängen. Die Stunden der Geographie sollen einem neuen Verbundfach zugute kommen, das die Schüler der Jahrgangsstufen 8 bis 10 die Welt der Wirtschaft näher bringen soll und ihnen "Berufs- und Studienorientierung" geben soll.  Abgesehen davon, dass diese Themen im bestehenden Bildungsplan im Fächerverbund GWG schon längst thematisiert werden, gibt es in der Kursstufe einen vierstündigen Wirtschaftskurs, der wirtschaftliche Themen ganz ausführlich behandelt. Was dabei aber vor allem nicht hinnehmbar ist, ist, dass die Geographie das einzige Fach ist, das Stunden abgeben soll. Alle anderen bestehenden Fächer bleiben davon komplett verschont, womit es zu einer sehr einseitigen Kürzung kommt (Politik muss zwar auch eine Stunde abgeben, dies entspricht jedoch dem momentanen Gewicht Wirtschaft im Politikunterricht).

Ich bin selbst Geographielehrer und kann aus eigener Erfahrung sagen, dass eine Stundenkürzung um ein Viertel langfristig das Ende des Fachs bedeuten könnte. Themen können dann nicht mehr mit einander verknüpft werden, weil sie aufgrund der geringen Stundenzahl nicht mehr Gegenstand in der Schule sein werden. Geographie wird keine Chance mehr haben, einen ganzheitlichen Blick auf Themenzusammenhänge zu richten und integrativ nach Lösungen zu suchen.

Stundenkürzungen in den unteren Klassenstufen werden zur Folge haben, dass geographische Grundfertigkeiten nicht mehr unterrichtbar sein werden und später fehlen werden.

Die Geographie muss ihren momentanen Stundenumfang an Baden-Württembergs Gymnasien behalten. Wir lehnen deshalb die geplanten Kürzungen ab!

Wir setzen darauf, dass die Landesregierung Baden-Württembergs diesen Schritt noch einmal überdenkt und der Geographie den Stellenwert im neuen Bildungsplan einräumen wird, den sie in einer modernen Gesellschaft verdient.

Unser Hauptziel muss sein, dass die jetzige Stundenanzahl in Sekundarstufe I nicht angetastet wird. Die Geographie könnte bei einer Kürzung der Stunden in Sekundarstufe I lediglich durch einen Stundenzuwachs in Sekundarstufe II gerettet werden. Im Moment verfügt die Sekundarstufe II lediglich über zwei Geographiestunden. Diese Anzahl müsste verdoppelt werden, um den Verlust in Sekundarstufe I auszugleichen.

Die optimalste Lösung wäre jedoch von den aktuellen Plänen abzukommen und den momentanen Status der Geographie zu bewahren und ökonomische Bildung in all ihren Dimensionen in den Händen der Geographen zu lassen.

This petition was delivered to:
  • Das Kultusministerium und das Umweltministerium Baden-Württemberg
  • Kultusminister
    Herr Andreas Stoch


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