Petition update

Urlaubsreisen zum Töten von Tieren bedrohter Arten

Dr. Christian Felix
Germany

Jan 26, 2020 — 

Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,

ab 28. Januar ist es wieder soweit: In den Dortmunder Westfalenhallen werden auf der Messe „Jagd & Hund“ erneut Jagdreisen zum Abschuss von Tieren bedrohter Arten wie Löwen, Elefanten, Nashörner, Geparden, Giraffen oder Eisbären angeboten. In Afrika erlegen jedes Jahr rund 18.000 Jäger aus dem Ausland über 100.000 Wildtiere. Deutschland rangiert auf Platz drei der unrühmlichen Statistik. Alleine im Jahr 2018 konnten deutsche Jäger ganz legal Trophäen von 48 afrikanischen Elefanten, 31 Leoparden, 17 Löwen, 8 Geparden, 5 Nashörnern und 4 Eisbären importieren – obwohl diese Spezies vom Aussterben bedroht sind. Darüber hinaus schossen deutsche Jäger hunderte Tiere, für die keine Einfuhrgenehmigung erforderlich ist, beispielsweise Zebras und Paviane.

In einem gemeinsamen Schreiben mit elf Artenschutzorganisationen appelliert der Deutsche Naturschutzring – der Dachverband der deutschen Umwelt- und Naturschutzverbände – an die Stadt Dortmund, Anbietern von tier- und artenschutzwidrigen Jagdreisen künftig keine Standflächen in den Messehallen mehr zur Verfügung zu stellen.

Die Messe Dortmund überrascht nun mit der Aussage, dass „bei der Messe Jagd & Hund 2020 keinerlei Jagden angeboten werden dürften, die gegen geltende Gesetze verstoßen wie etwa die Trophäenjagd.“

Ob die Messeleitung tatsächlich nicht weiß, was sich in ihren eigenen Hallen abspielt, oder auf eine dreiste Lüge zurückgreift, sei dahingestellt. Ab kommendem Dienstag kann sich indes jeder selbst ein Bild machen.

Fordern Sie den SPD-Oberbürgermeister Ullrich Sierau auf, die Westfalenhallen in Dortmund nicht länger für den Verkauf gesetzeswidriger Jagden zur Verfügung zu stellen. Schreiben Sie ihm und seiner Partei, dass die Lust am Töten kein legitimes Freizeitvergnügen sein kann. Angesichts des drohenden Zusammenbruchs der Ökosysteme stellt die Spaßjagd auf bedrohte Tiere einen Anachronismus dar. Eine Vielzahl von Studien zeigt, dass die Trophäenjagd den Ausrottungsprozess beschleunigt. Erinnern Sie die Politiker an ihre Verantwortung gegenüber dem Gemeinwohl, der Umwelt und der Natur. Argumentieren Sie, dass der Blutsport keine Devisen in die Jagdländer bringt, den Genpool der bejagten Arten verschlechtert und sie an den Rand der Auslöschung drängt. Die Trophäenjagd, ein Relikt aus der Kolonialzeit, muss heute als das angesehen werden, was sie ist: krank und abartig.

Herzliche Grüße

Christian Felix

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