Petition update

Töten zum Spaß

Dr. Christian Felix
Germany

Jan 22, 2019 — 

Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,

in einer Woche ist es wieder soweit: die Westfalenhallen in Dortmund öffnen ihre Tore für die Freunde der Jagd. Mit im Programm sind auch diesmal Jagdreisen zu anderen Kontinenten, um dort Tiere bedrohter Arten abzuschießen. Zuletzt war es sogar möglich, besonders grausame Jagdmethoden zu buchen, bei denen es darauf ankommt, dem Tier vor seinem Tod möglichst viele Schmerzen zuzufügen.

Aber schon die gewöhnliche Trophäenjagd ist für das Tier mit großem Leid verbunden. Um die Trophäe nicht zu verletzen, versuchen die Hobbyschützen, die von Berufsjägern assistiert werden, den Kopf zu schonen. Ziel ist zunächst die Hüfte, um dem Tier erstmal die Möglichkeit zu nehmen, zu fliehen.

All das verstößt gegen § 17 Tierschutzgesetz, denn die Tötung eines Tieres zum Spaß oder zum Erwerb einer Trophäe ist von der Waidgerechtigkeit nicht gedeckt. Trotzdem werden Jagden mit genau diesem Zweck in Halle 7 der Messe Jagd & Hund, die vom 29. Januar bis 3. Februar in Dortmund stattfindet, verkauft.

Allein in Afrika erlegen 18 000 Großwildjäger aus dem Ausland jedes Jahr über 100 000 Wildtiere [1]. Trophäenjäger töten für ihre Gier nach einer besonderen Jagdtrophäe oft die stattlichsten und erfahrensten Individuen und reduzieren auf diese Weise die Tierwelt in einem erheblichen Ausmaß. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass die legale Trophäenjagd ein wesentlicher Faktor für den Rückgang bestimmter Wildtierarten ist.

Die Bundesregierung steht zur Trophäenjagd. Staatssekretär Jochen Flasbarth im SPD-geführten Bundesumweltministerium findet sie gar gut begründet [2]. Die Argumentation jedoch, dass solche Jagdreisen einen Beitrag zum Schutz der bejagten Arten leisten würden, ist nicht haltbar, denn die beträchtlichen Summen, die Hobbyjäger für eine Jagdreise ausgeben, landen in der Regel nicht bei der lokalen Bevölkerung oder bei einer Nationalparkverwaltung, sondern überwiegend in den Taschen der Reiseveranstalter und Jagdfarmbesitzer.

Bei ihrer Haltung zur Großwildjagd wird die Bundesregierung von der Organisation World Wide Fund For Nature (WWF) beraten. Diese möchte im Kavango-Sambesi-Gebiet (KaZa) nach dem Vorbild Namibias sog. conservancies einrichten, in denen Hobbyjäger ihren Blutsport ausüben können. Anstatt ausschließlich Alternativen zur Trophäenjagd zu fördern, die – anders als die Trophäenjagd – langfristig echte ökonomische Perspektiven für die lokale Bevölkerung bieten und damit die Ursachen der Wilderei bekämpfen, finanziert die Bundesregierung u. a. das Konzept der conservancies für die KaZa-Region mit insgesamt 47,8 Mio. Euro [3]. Die unten verlinkten Filmaufnahmen stammen aus einem vom WWF unterstützten Jagdgebiet im Caprivistreifen im Nordosten Namibias.

Wenn ikonische Tierarten wie Löwe, Elefant, Nashorn, Giraffe, Gepard oder Eisbär einmal ausgerottet sein werden, wird man sich rückblickend fragen, wie unsere Gesellschaft es zulassen konnte, dass in Deutschland rechtswidrige Jagden auf diese Tiere legal verkauft worden sind.

Was können Sie tun?

  • Nehmen Sie an den vor den Messehallen stattfindenden Demonstrationen von Tierschutz- und Umweltverbänden teil:
    Dienstag, 29. Januar, von 12:45 bis 14:15 Uhr
    (PETA: https://www.facebook.com/events/2236331160022287/
    Samstag, 2. Februar, von 9:00 bis 12:00 Uhr
    (ARIWA)
    Noch nicht alle Demo-Termine standen bei Verschicken dieses Updates fest, bitte erkundigen Sie sich.
  • Reden Sie mit Freunden und Bekannten und machen Sie auf das perverse Hobby deutscher Auslandsjäger aufmerksam. Thematisieren Sie die Rolle des WWF. Wir alle sind in der Verantwortung, die Politik in Deutschland dahingehend zu ändern, dass der Ausverkauf der Tierwelt gestoppt und echter Artenschutz finanziert wird.
  • Machen Sie Ihr Kreuz bei der nächsten Wahl auch von Aussagen der Parteien zur Trophäenjagd abhängig. Sie können sich dabei an unserer Befragung zur Bundestagswahl orientieren [4].
  • Bitte versuchen Sie auch Folgendes: Schicken Sie den Link zu dieser Petition an die Redaktionen der Medien, deren E-Mail-Adresse wir unten herausgesucht haben, und bitten Sie höflich um Berichterstattung.

Vielen Dank!

Herzliche Grüße

Christian Felix

E-Mail: stopp.grosswildjagd@gmail.com


Quellen:

[1] https://portals.iucn.org/library/sites/library/files/documents/2009-074-En.pdf

[2] https://www.change.org/p/frau-schulze-stoppen-sie-den-import-von-jagdtroph%C3%A4en-gesch%C3%BCtzter-tierarten/u/20372321

[3] http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/18/135/1813552.pdf

[4] https://www.change.org/p/frau-schulze-stoppen-sie-den-import-von-jagdtroph%C3%A4en-gesch%C3%BCtzter-tierarten/u/21218323


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