Buxtehude klimaneutral 2035 - Jetzt handeln!

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Die Stadt Buxtehude hat erfreuerlicherweise bereits einzelne kleine Schritte gemacht, um das Ziel der Klimaneutralität zu erreichen. Doch das reicht insbesondere in Anbetracht der Ausmaße der Krise und der drängenden Zeit längst nicht. Nachhaltigkeit darf kein nettes Anhängsel sein, sondern muss im Zentrum aller Entscheidungen stehen und oberste Priorität eingeräumt werden.

Insbesondere Kommunen eignen sich, neue Handlungsspielräume zu eröffnen und in vielen kleinen Schritten weitreichende, aber notwendige strukturelle Veränderungen zugunsten des Schutzes der natürlichen Lebensgrundlagen zu vollziehen. Gerade als Sieger des Deutschen Nachhaltigkeitspreises muss Buxtehude eine Vorreiterrolle einnehmen.

Wir fordern die Bürgermeisterin Buxtehudes, Frau Oldenburg-Schmidt, daher dazu auf, bis spätestens 2035 Klimaneutralität zu erreichen und auf diese Weise zur Einhaltung des Pariser Klimaschutzabkommens ernsthaft beizutragen! 

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Vollständige Petition:

Sehr geehrte Frau Oldenburg-Schmidt, 

es freut uns sehr, dass die Themen Nachhaltigkeit und Klimaschutz zusehends an Bedeutung gewinnen und in das Zentrum der politischen Diskussionen der Stadt Buxtehude gerückt sind. Umso begrüßenswerter ist Ihr Bestreben, erste Schritte einzuleiten, indem Sie beispielsweise ökologische Aspekte in dem verabschiedeten Haushalt für das Jahr 2021 Beachtung schenken oder nachhaltigen Gebäudebau vorantreiben. Angesichts des gewonnenen Deutschen Nachhaltigkeitspreises muss Buxtehude dabei im Vergleich zu anderen Kommunen, die sich ebenfalls beworben haben, auf einem vielversprechenden Weg sein.

Doch das Schlimmste, was wir jetzt machen könnten, wäre, mit politischen Nebelkerzen, Veränderungen auf der Oberfläche oder Augenwischerei die Ernsthaftigkeit der Lage zu untergraben. Mit anderen Worten: So zu tun, als ob das ausreichend wäre. Wir würden von einer Welle mit Begriffen wie "Nachhaltigkeit" oder "klimapositiv" so überflutet, wie ein weiterhin ansteigender Meeresspiegel uns überfluten würde. Wir würden nicht nur im Meer, sondern auch in Verlogenheit ertrinken. 

Hören Sie auf, unzulängliche kleinste Veränderungen vorzunehmen, ohne die Probleme an der Wurzel anzupacken und die Treibhausgasemissionen der Stadt Buxtehude effektiv und schnell zu senken - denn um nichts anderes geht es. Es geht nicht um Preise oder Mitgliedschaften in Organisationen. Diese und vergleichbare Dinge sind sinnvolle Mittel zum Zweck, dürfen aber niemals der Zweck selbst werden. Wie gesagt: Das wäre fatal und in jeder Hinsicht enttäuschend.

Nochmal, um die allumfassenden Dimensionen dieser Krise klarzustellen: Die Menschheit steht ihrer mit Abstand größten Krise gegenüber. Eine globale Erderwämung, die 1,5 bis 2°C (im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter) übersteigt, hätte verheerende Folgen. Nicht zuletzt im globalen Süden würden Millionen Menschen aufgrund von Überschwemmungen, Hungersnöten, Kriegen um Ressourcen o.Ä. sterben, ihre Heimat verlieren und flüchten müssen. Auch wir im globalen Norden wären dramatischen ökologischen wie sozialen Verwerfungen ausgesetzt, die unsere Gesellschaften und ihre zivilisatorischen Errungenschaften in ungekannten Ausmaßen bedrohen würden. Überschwemmungen, Extremwetterereignisse, lang anhaltende Hitzewellen, bedrohte Handels- und Versorgungsketten seien hier beispielhaft für Folgen des Klimawandels genannt. Und das alles sind keine blanken Spekulationen, sondern das, wovor uns die Wissenschaft schon seit Jahrzehnten mit zunehmender Vehemenz warnt. Wissenschaftler*innen sind sich beispielsweise auch einig in der Tatsache, dass der Klimawandel die Wahrscheinlichkeit für globale Pandemien bedeutend erhöht, da Erreger, die eigentlich in subtropischen/tropischen Gebieten der Welt auftreten, aufgrund der erhöhten Temperaturen sich auch in ursprünglich kälteren Teilen der Erde halten können. Die aktuelle Coronavirus-Pandemie gibt einen Vorgeschmack darauf, wie Gesellschaften in einem Krisen-Modus leben. 

Dabei ist die Klimakrise bereits absolut real. Ob wir nach Brasilien, Australien, Europa, Sibirien oder auf die Fidschi-Inseln schauen: Das größte Artensterben der Weltgeschichte ist in vollem Gange, weite Landstriche werden unbewohnbar, Inseln werden überschwemmt, in Deutschland sind allein 2018 über 20.000 Menschen aufgrund von Hitzewellen gestorben. Die Liste könnte beliebig verlängert werden, doch eins wird klar: Die Klimakrise ist real.

Das einzig Gute ist: Wir haben es jetzt noch in der Hand. Innerhalb dieses Jahrzehnts wird sich entscheiden, ob wir irreversible, d.h. nicht rückgängig machbare, Schäden am Ökosystem verhindert haben werden oder nicht. Insbesondere die kommenden fünf Jahre, also die nächste Legislaturperiode, sind dabei die wohl entscheidendsten Jahre, um das 1,5°-Ziel zu erreichen und somit die größte anzunehmenende Katastrophe zu verhindern. Wenn wir es in dieser Zeit nicht schaffen, die globalen Treibhausgasemissionen erheblich zu senken, ist es kaum noch zu schaffen. (Quelle: Wuppertal-Studie)

Wir fordern Sie auf, endlich eine tatsächliche sozialökologische Transformation einzuleiten, die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens für Buxtehude ernst zu nehmen und so schnell wie möglich Klimaneutralität zu erreichen! Eine Stadt, dessen Erster Stadtrat bezweifelt, wie realistisch es ist, bis 2050 Klimaneutralität zu erreichen, muss noch viel früher klimaneutral werden, damit sie sich nachhaltig nennen darf. Gerade als Gewinner des Deutschen Nachhaltigkeitspreises muss Buxtehude es schaffen, bis spätestens 2035 Klimaneutralität zu erreichen, um somit auch eine Vorbildfunktion für andere Kommunen einzunehmen. Es bedarf also der absoluten Konzentration auf Klimaschutz und Nachhaltigkeit in jeder Hinsicht: Leiten Sie eine lokale Energiewende ein, leiten Sie eine lokale Wärmewende eine, leiten Sie eine lokale Verkehrswende ein, leiten Sie bedeutsame Aufforstungsprojekte ein und leiten Sie eine Dekarbonisierung der Industrie ein!

Werden Sie der globalen Klimakrise gerecht und leisten Sie Ihren Beitrag, zukünftigen Generationen ein (gutes) Leben auf diesem Planeten zu ermöglichen. Städte wie zum Beispiel Tübingen oder Münster haben sich bereits dazu verpflichtet, möglichst sogar 2030 klimaneutral zu sein.

Wenn alle immer auf andere Länder oder Regierungen zeigen und die eigene Verantwortung von sich weisen, wird sich nie etwas ändern. Die kommunale Ebene ist hervorragend dafür geeignet, neue Handlungsspielräume zu eröffnen und in vielen kleinen Schritten weitreichende, aber notwendige strukturelle Veränderungen zugunsten des Schutzes der natürlichen Lebensgrundlagen zu vollziehen. 

Legen Sie jetzt los. Wir wissen alles. Wir können es. Wir müssen es jetzt machen.

Auf ein erfolgreiches 2021 für den Klimaschutz! 

Mit besten Grüßen
Fridays for Future Buxtehude