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Bücherverbannung: Über 2.100 Bücher des Istanbuler Belge-Verlags konfisziert

Börsenverein des Deutschen Buchhandels

May 16, 2017 — Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,

am Sonntagabend, den 7. Mai, wurde der renommierte Belge-Verlag in Istanbul von Sondereinsatzkräften der Polizei gestürmt. Sie haben über 2.100 Bücher mit der Begründung konfisziert, dass den Exemplaren die staatliche Steuermarke fehlt. Dabei handelte es sich jedoch allesamt um Bücher, die gedruckt wurden, bevor diese Marke überhaupt eingeführt wurde. Belge ist dafür bekannt, Sachbücher zu brisanten Themen zu veröffentlichen, die die Regierung gerne unter den Teppich kehren würde. So war Belge der erste Verlag in der Türkei, der ein Buch über den Genozid an den Armeniern veröffentlichte. Gegen Ragıp Zarakolu, der den Verlag im Jahr 1977 gemeinsam mit seiner mittlerweile verstorbenen Ehefrau Ayşe Nur gegründet hat und dessen Einsatz für die Meinungsfreiheit durch viele internationale Preise gewürdigt wurde, besteht seit einigen Monaten Haftbefehl. Glücklicherweise hielt sich der Verleger zu der Zeit, als der Haftbefehl erlassen wurde, im Ausland auf. Er lebt jetzt im Exil.

Alexander Skipis, der Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins zu dem Vorfall: „Wir sind erschüttert, dass Verlage in der Türkei weiter so unverfroren verfolgt und schikaniert werden. Wegen fadenscheiniger Gründe wurden hier Bücher eines unbequemen Verlags konfisziert – das ist ein Skandal. 29 Verlage in der Türkei wurden bereits geschlossen, der Furor gegen Andersdenkende und unabhängige Medien in der Türkei geht weiter. Die Politik darf hier nicht länger zusehen und muss handeln. Wir stehen in Kontakt mit dem Belge Verlag und haben dem Verleger und seinen Mitarbeitern unsere Solidarität und Unterstützung zugesichert.“

Für das Wort und die Freiheit!


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