Petition update

Trophäenjagd – die AfD

Dr. Christian Felix
Germany

Sep 18, 2017 — Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,

vor zwei Wochen teilte ich Ihnen die politischen Positionen von sechs Parteien zur Trophäenjagd mit. Einige Kommentatoren bemängelten daraufhin, dass die AfD nicht befragt worden ist. Das haben wir nachgeholt.

Zwar ist nach 16 Tagen noch keine Antwort da, was nicht ungewöhnlich ist, andere Parteien ließen sich auch lange Zeit. Inzwischen haben wir aber im Parteiprogramm der AfD nachgelesen, von dem manch einer hier mutmaßte, es sei tierfreundlich.

In dem 74 Seiten umfassenden Papier findet sich nur auf der vorletzten Seite ein kleines Unterkapitel zum Thema „Tierschutz“ mit fünf Sätzen. Einzige Forderung: das Schächten von Tieren zu verbieten. Da nur Juden und Moslems das Schächten aus religiösem Grund erlaubt ist, richtet sich diese aus Tierschutzgründen sicher zu rechtfertigende Forderung ausschließlich gegen Menschen dieser beiden Religionen. Gegen die zum Teil nicht minder brutalen Methoden der Tötung in den Schlachthäusern der Christen, gegen das Schreddern Millionen lebendiger Küken, gegen die Massentierhaltung und Errichtung von Schweinehochhäusern, gegen den Fleischkonsum der Deutschen, der sich mit gravierenden ökologischen Folgen innerhalb von fünf Generationen mehr als versechsfacht hat, findet die AfD offenbar keine Argumente. [1]

Vielmehr lehnte Marcus Pretzell, AfD-Landesvorsitzender in NRW und inzwischen Ehemann von Frauke Petry, die im Dezember letzten Jahres beschlossene Verschärfung des Waffenrechts der EU ab. Die Verschärfung träfe nur unbescholtene Jäger, meinte er in einem Interview, und verkündete, selbst den Jagdschein machen zu wollen. Den fraktionsübergreifenden Entschließungsantrag im EU-Parlament für eine neue Tierschutzstrategie hielt er für inakzeptabel, denn es gäbe „darin Bestrebungen, den Tierschutz so weit zu treiben, dass wir letztlich zu Vegetariern zwangskonvertiert werden. Das will und werde ich nicht mitmachen. Notfalls werde ich mir mein Fleisch selbst schießen“ [2]. Tja, Fleisch läuft nicht irgendwo rum. Man erschießt kein Fleisch, sondern ein Tier. Diese lebensverachtende Äußerung klingt nicht nach authentischem Tierschutz.

Und was halten andere AfD-Funktionäre von der Jagd? Der AfD-Direktkandidat Nordsachsen, Detlev Spangenberg (MdL), bezeichnet etwa die „Wolfsverehrer“ als "weltfremde, gutmenschliche Tierschutzromantiker", warnt vor dem Wolf als Menschenfresser und fordert dessen Bejagung: „Der Wolf ist kein Kuscheltier, sondern ein Raubtier, das in Sachsen keine natürlichen Feinde hat. Anscheinend wollen das weltfremde, gutmenschliche Tierschutzromantiker aber nicht zur Kenntnis nehmen […] Bautzens Kreisjagdverbands-Chef erklärte gar, dass der Wolf wie an anderen Stellen Europas auch Menschen reißen wird, wenn wir ihn weiter gewähren lassen. Mit der AfD wird es soweit nicht kommen!“ [3]

Im Gegensatz zu Wölfen können Tiger, Leoparden, Löwen und auch Elefanten Menschen tatsächlich gefährlich werden. Erwarten wir von der AfD eine Haltung, die die Bejagung dieser Tierarten kritisiert?

Ungeachtet dessen, was an der AfD alles auszusetzen ist – Eines wird klar: Mit Tierschutz hat sie nichts am Hut.

Herzliche Grüße

Christian Felix


[1] www.afd.de/wp-content/uploads/sites/111/2017/06/2017-06-01_AfD-Bundestagswahlprogramm_Onlinefassung.pdf

[2] www.facebook.com/Stefan.Bernhard.Eck.MEP/posts/1206586626035942:0
und www.facebook.com/Stefan.Bernhard.Eck.MEP/posts/1620246371336630:0

[3] www.afdsachsen.de/presse/pressemitteilungen/detlev-spangenberg-woelfe-muessen-bejagt-werden.html


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