Glaube darf Bildung nicht verdrängen - Schließung aller kirchlichen Bildungsanstalten

Glaube darf Bildung nicht verdrängen - Schließung aller kirchlichen Bildungsanstalten

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Ich bin Diplom-Soziologin und habe in den letzten 1,5 Jahren vermehrt persönlich Kontakt zu Mitgliedern von Freikirchen aufgenommen und auch über soziale Medien starke Eindrücke sammeln können. Außerdem habe ich mich mit Mitarbeitern aus Kindergärten unterhalten um z. B. herauszufinden, ob in diesen überhaupt das pädagogische Konzept nach Genehmigung noch einmal kontrolliert wird oder ob die Institution nach Eröffnung sozusagen „freie Bahn“ hat.

All diese Kontakte haben mich zutiefst erschrocken und eine enorme Besorgnis in mir ausgelöst.

Menschen, die von vorneherein ausschließlich kirchliche Ausbildungseinrichtungen (Kindergärten, KiTas, Schulen) besucht haben, haben ein erhebliches Bildungsdefizit und einen signifikant gestörten Blick auf objektive Fakten. Dies reicht von „Na gut, Kontinentalplattenverschiebung gibt es, aber die ist ja auch von Gott gewollt“, über die These, dass Dinosaurier mit auf der Arche waren (da der Mensch ja das erste Lebewesen auf der Welt war und irgendwo muss man die Dinos ja leider unterbringen) bis hin, dass es gottgewollt ist Homosexuelle zu töten.

Diesen Umstand sehe ich als sehr gefährlich an. Auch wenn die meisten Kinder die Möglichkeit haben auf eine staatliche weiterführende Schule zu gehen, so sind doch dann schon häufig die Grundlagen gelegt. So bekam ich auf meine Frage, wie sie denn in der Schule mit dem Thema Evolution umgegangen seien einfach die pragmatische Antwort: „Ja, dann habe ich denen einfach erzählt, was die hören wollten. Ich wusste ja, dass das nicht stimmt.“ Und allein diese Aussage ist schon alarmierend. Jedes Kind sollte die Möglichkeit erhalten unvoreingenommen beide Seiten kennenzulernen und nicht schon mit den Dogmen der Eltern und Gemeinde unter Druck gesetzt zu werden. Aber durch den Besuch von ausschließlich kirchlichen Ausbildungseinrichtungen, wie sie im Moment noch gegeben ist, wird ihnen diese Chance genommen. Verschärft wird dieser Umstand ja noch dadurch, dass jede Glaubensgemeinde ihre eigenen Kindergärten gründen kann.


Ohne Frage kann Religion auch einen wichtigen und sinnvollen Bestandteil im Leben darstellen. Deswegen sollte ja auch der Religionsunterricht im schulischen Umfeld nicht vernachlässigt werden. Selbstverständlich kann ja auch im Kindergarten über Religion gesprochen werden (Dies bietet sich ja insbesondere zu Weihnachten, Rammadan, Passah, und Ostern an). Auch kann das Kind an Gemeindeangeboten teilnehmen um auch diesen Aspekt nicht zu kurz kommen zu lassen. Aber sobald Glaube Bildung verdrängt sollte eingegriffen werden.


Besonders über meine Recherchen in den sozialen Medien habe ich erfahren müssen wie über einen Ersatz von Bildung durch (vermeintlichen) Glauben eine Radikalisierung und Isolierung voranschreitet. Es kommt zu Diskrimierungen gegenüber Großteilen der Gesellschaft (aufgrund von Musikgeschmack, Fernsehvorlieben, Mode etc, sexueller Orientierung und Identität (Homosexualität ist ein Greuel und gehört daher mit dem Tode bestraft oder zumindest therapiert (deswegen auch große Gegenwehr gegen den Vorstoß von Jens Spahn die Konversionstherpie zu verbieten). Auch Medizin (Es werden beispielsweise auch medizinisch notwendige Abtreibungen verteufelt und Mörder-Parolen geschwungen) wird teilweise kritisch gesehen, selbstverständlich auch andere Religionen, die teilweise mit übelsten Verleumdungen (Alle Muslime vergewaltigen Frauen bei Raubzügen, alle Muslime sind Terroristen (es steht ja schließlich so im Koran), Illuminaten essen Kinder/ Säuglinge) bedacht werden und auch Frauen, die das erzkonservative Bild der Frau nicht erfüllen werden direkt als Femisten beschimpft und als Ausgeburt des Satans tituliert, die für das Ende der Welt verantwortlich seien werden permanent als Feinde dargestellt, die zu bekämpfen es die einzig wahre Aufgabe ist..

Bei diesen Personen ist das Problem, dass sie durch die Nonchalance von Plattformen wie Facebook stark unterstützt werden. Denn selbst bei gröbsten Verstoßen gegen deutsche Gesetze (Aktuell wird bei der Staatsanwaltschaft Frankfurt a. M. ein solcher Fall behandelt) und deren eigenen Verhaltenskodex weigert sich Facebook Beiträge oder Profile zu löschen. Diese Plattformen bestärken aber selbstverständlich das durch die einseitige schulische Erziehung begünstigte fundamentalistische Gedankengut dadurch, dass sie auf diese Weise auch noch andere Gleichgesinnte mit ähnlicher Schullaufbahn finden. Dies bekommt dann eine sehr gefährliche Eigendynamik.

Auch können hier beispielsweise Lehrer von christlichen Schulen offen gegen das nun aktuell in der Schweiz erlassene Gesetz gegen Homophobie wettern und es als persönlichen Angriff auf die Meinungsfreiheit werten. Gerne mit Aussagen wie: „Immerhin könnt ihr ja noch zu meinen Seminaren kommen, wo wir offen sprechen können!“. Das ist alarmierend.


Es geht auch soweit, dass Aufnahmebedingungen von Bibelschulen teilweise groteske Ausmaße annehmen. Denn so habe ich Vorschriften in diesen gefunden, die das Persönlichkeitsfeld jedes Einzelnen sehr stark einschränken und einen massiven Eingriff bedeuten. So dürfen sich Frauen nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Schulleitung ein Ohrloch stechen lassen (für Männer wird diese Option gar nicht erst erwähnt), Freundschaften, die vorher nicht bestanden haben, dürfen erst ab dem dritten Semester aufgenommen werden und auch die Kleiderwahl wird vorgeschrieben. All diese Umstände finde ich doch ausgesprochen zweifelhaft und nicht vereinbar mit einer liberalen Gesellschaft, die die Bundesrepublik ja repräsentieren möchte.

Aus diesen Gründen bin ich definitiv für eine Schließung aller derzeitigen Kindergärten, Kindertagesstätten und Schulen bis spätestens 2025 und das Verbot einer Neueröffnung solcher Institutionen. Glaube, so wichtig und stützend er auch sein kann, sollte niemals Wissen und Bildung verdrängen dürfen, denn dann hat er eine destruktive Wirkung, die unsere Gesellschaft nicht verkraften kann und will. Da die entsprechenden Gebäude schon vorhanden sind, können diese übergangfrei in allgemein staatliche, anthroposophisch staatlich geprüft (Waldorf), die des offenen Unterrichts (z.B, Montessouri) oder andere staatlich überprüfte Lehranstalten ohne kirchlichen Hintergrund umgewandelt werden. Nach entsprechender Prüfung kann ggfs. auch Lehrpersonal übernommen werden um einen Engpass zu vermeiden.

 

 

Bildquelle: Getty Images auf www.daserste.de

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