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MORATORIUM ZUR UMGEHUNGSSTRASSE KÄERJENG !

Der Bericht des „Observatoire de l’Environnement Naturel“ ist eindeutig: „Der derzeitige Erhaltungszustand der natürlichen Lebensräume, der wildlebenden Pflanzen- und Tierarten ist in hohem Maße besorgniserregend. Wenn wir nicht schnellstmöglich Gegenmaßnahmen ergreifen, werden viele
Tier- und Pflanzenarten auch in Luxemburg in den kommenden Jahren aussterben.“

Luxemburg hat laut Global Footprint Network bereits am 15. Februar für dieses Jahr seinen „Overshoot Day“ erreicht (Platz 2 hinter Katar). Damit hat das Großherzogtum theoretisch alle Rohstoffe, die die Natur innerhalb dieses Jahres wiederherstellen könnte, verbraucht.

Die Situation in Luxemburg ist mittlerweile alarmierend, da zwei Drittel der natürlichen Lebensräume in einem „unzureichenden“, bzw. „schlechten“ Erhaltungszustand sind. Neben der aktuellen intensiven landwirtschaftlichen Produktionsweise werden weiter die Zersiedelung der Landschaft und Versiegelung des Bodens, sowie die Veränderung der natürlichen Ökosysteme als Ursachen genannt. Luxemburg ist das am stärksten zersiedelte Land Europas!

In diesem Zusammenhang sorgen sich die Unterzeichnenden um den Erhalt des Waldgebietes am Rande der Ortschaft Sanem und Bascharage (Bobësch, Zäemerbësch), das bekanntlich durch den Bau einer Umgehungstraße stark beschädigt würde.

Das geschützte NATURA-2000-Gebiet beherbergt viele Vogel- und andere Tierarten, u.a. welche die auf der roten Liste stehen. Dieser natürliche Lebensraum darf unter keinen Umständen zerstört werden!

Das Gesetz zum Bau der Umgehungstraße durch die NATURA-2000-Zone wurde bekanntlich mit dem Argument der hohen NOX-Werte in der avenue de Luxembourg in Käerjeng gerechtfertigt (raison impérative d’intérêt public majeur), weil diese, bei sporadischen Messungen (2011-2015), bei 57 bzw 47 μg/m3 lagen, also deutlich über dem von der WHO zugelassenen Grenzwert von 40 μg/m3.

Seit 2016, wo eine den EU-Qualitätsstandards entsprechende, homologierte, feste Messstation eingerichtet wurde, wurden die Grenzwerte nur 1 Mal um 2 Punkte (im ganzen Jahr 2018) überschritten.

2016 - 40 μg/m3 (Einführung der Messstation im Laufe des Jahres)

2017 - 38 μg/m3
2018 - 42 μg/m3
2019 - 38 μg/m3
2020 - 29 μg/m3 (außerhalb des Lockdowns gemessene Höchstwerte lagen im Januar und November bei 37 μg/m3)

Mittlerweile liegen die NOX-Werte stetig unter dem Grenzwert. In seinem Gutachten und im 1. Rekurs (2016) gegen den APS (avant-projet sommaire) hatte sich der Gemeinderat von Sanem einstimmig für eine sog. Null-Variante ausgesprochen, d.h. keine Umgehungsstraße zu bauen aber als Lösung der NOX-Belastung die Umsetzung von verkehrsberuhigenden Maßnahmen von Seiten des Staates und der Gemeinde Käerjeng gefordert (die sog. 0+Variante).

Wir begrüßen ausdrücklich den angekündigten Bau eines Parkhauses für 420 Fahrzeuge am Bahnhof Bascharage, nachdem die Zugstrecke nach Luxemburg-Stadt zweigleisig gebaut wurde und die Zahl der Zugreisenden sich mehr als verdoppelt hat. Wir erwarten gleichzeitig die sofortige Einrichtung von sogenannten „Intelligenten Ampelanlagen“, den konsequenten Ausbau der Fahrradinfrastrukturen, sowie die Einrichtung einer Busspur in der avenue de Luxembourg (so wie vom Transportminister versprochen). Wir sind überzeugt, dass diese konkreten Maßnahmen nicht ohne Wirkung bleiben werden und sich weiter positiv auf den Rückgang der NOX-Werte und den Straßenlärm auswirken werden.

Wohlwissend, dass der Naturschutz uns alle etwas angeht und dass bei allen politischen Parteien Umwelthemen auf der Agenda stehen und diese gelobt haben, sich der Klimakrise und dem Arten-sterben anzunehmen und dem entgegen zu wirken, möchten die Erstunterzeichner den APPELL an Sie richten, sich der Forderung eines Moratoriums für den Bau der geplanten Umgehungsstraße von Käerjeng anzuschließen.

Lasst den Worten Taten folgen! Es ist an der Zeit konkret zu handeln! Rückblickend auf die hohe Nutzung dieses Gebietes im vergangenen Jahr als hochwertiges Naherholungsgebiet, ist der Beweis erbrach, dass gerade die Erhaltung dieses einzigartigen Naturschutzgebietes und des Bobësch
eigentlich als „raison impérative d’intérêt public majeur“ anzusehen ist!

Die Politik ist gefordert!

Roby Biwer, Jean-Marie Haas - natur&ëmwelt asbl, natur&ëmwelt Gemeng Suessem

Francis Hengen - Mouvement écologique Régionale Sud

Natasha Lepage -Youth for Climate

Bianca Leardini, Patrizia Arendt  - BIGS