Kohlekraftwerk zerstört UNESCO-Weltnaturerbe in Bangladesch - Stoppt deutsche Beteiligung!

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Die deutsche Fichtner-Gruppe aus Stuttgart ist am Bau des Kohlekraftwerks Rampal in Bangladesch beteiligt. Dies wird immensen ökologischen Schaden im UNESCO-Weltnaturerbe Sundarbans anrichten. Gemeinsam mit vielen Aktivisten und verschiedenen Umwelt- und Klimaschutzorganisationen fordern wir nun die Stuttgarter Fichtner-Gruppe auf, ihre Beteiligung am Bau des Kohlekraftwerks Rampal zu beenden! Die immensen ökölogischen Schäden müssen verhindert werden!

Die Sundarbans im Süden Bangladeschs sind UNESCO-Weltnaturerbe und der größte und artenreichste Mangrovenwald der Erde. Hier ist die Stuttgarter Fichtner-Gruppe als hauptverantwortliches Ingenieursbüro, am Bau des Kohlekraftwerks Rampal (1.320 Megawatt) beteiligt, nur wenige Kilometer nördlich der Mangroven.1) Wissenschaftlicher*innen und Zivilgesellschaft warnen vor massiven Umweltzerstörungen und den sozioökonomischen Langzeitfolgen des Kraftwerks. Die UNESCO droht mit dem Entzug des Weltnaturerbe-Titels.2) 

Die Zerstörung des Ökosystems verschärft die Auswirkungen des Klimawandels

Bangladesch ist eines der am stärksten von den Folgen des Klimawandels bedrohten Länder weltweit. Durch die naturräumliche Lage auf nur wenige Meter über dem Meeresspiegel ist Bangladesch vom Meeresspiegelanstieg, Zyklonen und Überschwemmungen stark betroffen. Die Sundarbans sind hierbei ein natürlicher Wellenbrecher. Sie sind Heimat vieler bedrohter Tier- und Pflanzenarten und die Einkommensgrundlage von über zwei Millionen Menschen. Auch Muhammad Yunus, Friedensnobelpreisträger und Gründer der Grameen Bank in Bangladesch, lehnt den Bau des Rampal-Kohlekraftwerks wegen der hohen ökologischen und damit verbundenen sozio-ökonomischen Schäden ab. 3)

Vertreibung und Enteignung - Unterdrückung des friedlichen Protests   

Expert*innen berichten von der Vertreibung und Enteignung tausender Menschen. Friedlichen Protesten von Seiten der Zivilbevölkerung wurde mit massiver Polizeigewalt begegnet. Aktivist*innen bekommen Morddrohungen. Klagen vor Gericht gegen intransparente Entscheidungsprozesse und Verstöße gegen Umweltauflagen der bangladeschischen Regierung werden verschleppt. 

Die Zivilgesellschaft fordert die Bundesregierung zum Handeln auf

Erneuerbare Energien und Anpassung an den Klimawandel sind Schwerpunktthemen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit mit Bangladesch. Gleichzeitig sind dort deutsche Unternehmen an Umweltzerstörung und sozialer Marginalisierung beteiligt. Trotz Kritik der deutschen Zivilgesellschaft und des Bundestagsabgeordneten Frithjof Schmidt (4) von den Grünen, der zusammen mit Claudia Roth Rampal im Februar 2019 besucht hat, bleiben die deutsche Bundesregierung und die Stuttgarter Landesregierung passiv. Die Bundesregierung muss sich dafür einsetzen, dass die Sundarbans auf die UNESCO Rote Liste des gefährdeten Welterbes gesetzt werden.

Im Firmenleitbild von Fichtner steht: "Wir fühlen uns dem Thema Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung verpflichtet. Wir streben Lösungen an, die nachhaltig und umweltschonend sind." 5)  

Wir fordern die Fichtner-Gruppe auf,

  • ihr Leitbild in die Praxis umzusetzen,  
  • nicht mehr am Kohlekraftwerk Rampal mitzuwirken,
  • die Mitarbeit bei Planung und Bau von Kohlekraftwerken weltweit einzustellen,
  • und sich am Ausbau erneuerbarer, umweltschonender Energien zu beteiligen! 

Wichtige Plattformen der Zivilgesellschaft Bangladeschs treten als Unterzeichner bei -

  • National Committee for Saving the Sundarbans (NCSS)
  • Bangladesh Poribesh Andolon (BAPA)
  • CLEAN (Coastal Livelihood and Environmental Action Network)
  • Bangladesh Working Group on External Debt 
  • Waterkeepers Bangladesh
  • Phulbari Solidarity Group

Diese internationalen, nationalen und lokalen Organisationen unterstützen diese Petition: 

Anmerkungen 

1) Lessat, Jürgen (2017). Welterbe zerstören mit Stuttgarter Hilfe, in: Kontext:Wochenzeitung, Ausgabe 331, 2.8.2017, unter 
https://www.kontextwochenzeitung.de/wirtschaft/331/welterbe-zerstoeren-mit-stuttgarter-hilfe-4514.html

2) International Union for Conservation of Nature (IUCN) (2019). IUCN - the official advisor on natural World Heritage -advises “in danger” status for three World Heritage sites, IUCN, 7 June 2019: „IUCN recommends placing the Sundarbans in Bangladesh on the List of World Heritage in Danger, due to severe threats from coal-fired power plants and numerous industrial activities in close proximity. The site is part of the world’s largest mangrove forest, home to the royal Bengal tiger. Following a joint IUCN-UNESCO mission in 2016, the World Heritage Committee called for the large Rampal power plant project, planned 65km from the site, to be cancelled and relocated. Despite this, its construction has continued without any assessment of its impact on the Sundarbans’ World Heritage values.“ unter

https://www.iucn.org/news/iucn-43whc/201906/iucn-advises-danger-status-three-world-heritage-sites
3) Yunus, Muhammad (2018). Ein anderer Kapitalismus, Wie Social Business Armut beseitigt, Arbeitslosigkeit abschafft und Nachhaltigkeit fördert,Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh: “Während die Menschen Bangladeschs an die Welt appellieren, die Umweltzerstörung zu stoppen, die ihrem Land so enorm schadet, betreibt die Regierung Bangladeschs umweltbedrohende Projekte. Eins ist das Kohlekraftwerk für 1.320 Megawatt in Rampal.” (S.110) “ Es liegt in unmittelbarer Nähe der Sundarbans, des größten Mangrovenwaldes der Welt. (S.110/111). “Das geplante Kohlekraftwerk gefährdet den Wald, der ein UNESCO-Welterbe ist. Bekannte Persönlichkeiten haben sich gegen dieses Projekt ausgesprochen und Umweltschützer im In- und Ausland haben stichhaltige Argumente dagegen angeführt. Aber die Regierung macht weiter...” (S.111). “Bangladesch ist ein Land mit einem riesen Hunger nach Energie... Bangladesch braucht hochmoderne technische Lösungen zur Erzeugung von grüner Energie und Hilfe bei der Finanzierung solcher Projekte! Dadurch würde sich Bangladesch nicht gezwungen sehen, auf schmutzige Energie zurückzugreifen.” (S.112).     

4) Schmidt, Frithjof (2020). Power Plant Near the Sundarbans Poses Massive Threat to the UNESCO World Heritage’s Survival, unter  https://www.frithjof-schmidt.de/power-plant-near-the-sundarbans-poses-massive-threat-to-the-unesco-world-heritages-survival/ 

5) Fichtner Group (2018 a). Firmenleitbild, Stuttgart, July 2018, S. 4, unter
https://www.fichtner.de/userfiles/fileadmin-group/Dateien/Fichtner_Firmenleitbild_07-18.pdf


Fotos: 

- Axishirsche in den Sundarbans von Fabian Lambeck
-Tigerreserve von Dibyendu Ash
-Sundarbans-national-park von Laskar Sarowar
-Protestbild von Taslima Akhter
-Infographik von Shaer Reaz



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