Fahrverbot für LKW-Schwerlastverkehr mitten durch Wohngebiete!

Den Terroranschlag auf einen Weihnachtsmarkt in Berlin hätte es so nicht gegeben, wenn der Schwerlast-LKW-Verkehr nicht mitten durch die Wohngebiete unserer Städte fahren dürfte. Jederzeit kann dieselben Folgen auch ein Herzinfarkt eines übermüdeten, gestressten LKW-Fahrers in jeder Stadt haben, wenn die Politik nicht endlich handelt!

Die Europäische Verkehrspolitik nimmt jährlich tausende Tote billigend in Kauf, der Massengüterverkehr nimmt zu und wird massiv von Schiff und Bahn auf die Straße verlagert: Von 13.000 auf ca. 2000 ging die Anzahl der Gleisanschlüsse der DB AG seit 1993 zurück - und bis 2030 soll der LKW-Transitverkehr in unserem Land um weiter 40% steigen. 

Wir fordern die EU-Verkehrspolitiker auf, zumindest innerhalb von Wohngebieten den lebensbedrohenden und krankmachenden LKW-Schwerlastverkehr > 7,5 t jetzt zu verbieten! 

In Deutschland leiden 40 % aller Menschen unter zu hohen und krankmachenden Verkehrslärm, denn auch wenn Lärm aus Gewöhnung nicht mehr als störend empfunden wird, so schadet er dennoch der Gesundheit. Schon Pegelbelastungen oberhalb 50 dB(A) [Lden, außen] führen zum signifikant erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen, oberhalb 60 dB(A) [außen] besteht eine Assoziation mit der Zunahme von Bluthochdruck:
https://www.bundestag.de/blob/407614/7a18509cdc6a03840c548334411d34aa/wd-9-075-15-pdf-data.pdf

Wir fordern zusätzlich die Festlegung gesetzlicher Immissions-Grenzwerte (außen) für den maximalen Spitzenschallpegel in Wohngebieten, der in keiner Nacht durch Verkehrslärm überschritten werden darf, um für alle EU-Bürger ein Recht auf mindestens 7 Stunden Nachtruhe durchzusetzen. 

Die RICHTLINIE 2002/49/EG vom 25. Juni 2002 über die Bewertung und Bekämpfung von Umgebungslärm berücksichtigt nicht die Tatsache, dass schon vereinzelte, aber extrem laute Schallspitzen die Menschen aus dem Schlaf reißen, denn rechtsverbindliche Grenzwerte für den Verkehrslärm sind dort nur für Jahresmittelwerte (äquivalente Dauerschallpegel) festgelegt.

Die rechtlich vorgeschriebene Lärmberechnung führt außerdem systematisch aus 2 Gründen oft zu viel zu niedrigen, realitätsfernen Rechenergebnissen auch für die äquivalenten Dauerschallpegel, denn 

  1. die tatsächlich gefahrene Geschwindigkeit ist fast immer deutlich höher als die bei der Berechnung angesetzte zugelassene Höchstgeschwindigkeit - oder die bei Autobahnen angesetzten max. 130 km/h!
  2. es werden zwar unterschiedliche Straßenoberflächenarten unterschieden (z.B. Aspahlt, Kopfsteinpflaster), nicht aber deren tatsächlicher Zustand: Buckelpisten, übersät mit Flicken und Schlaglöchern, werden genauso bewertet wie erst wenige Jahre alte, glatte Aspahltdecken! 

Wann soll dieser Betrug, der an den VW-Skandal erinnert, endlich aufhören, wann wird der Verkehrslärm endlich durch Dauermessstellen bestimmt?  

Besonders extrem hohe Schallpegelspitzen bis 100 dB(A) treten an 5-15 m vom Straßenrand entfernten Schlafzimmerfenstern auf, wenn schwere LKW schnell (>> 30 km/h) über schlechte Straßenoberflächen fahren - das ist lauter als das Knallen eines am Haus gezündetes Höhenfeuerwerks!

In der Schweiz gilt ein Nachtfahrverbot für LKW (ausgenommen Personentransport) mit einem Gesamtgewicht von mehr als 3,5 t, für Sattelschlepper mit einem zul. Gesamtgewicht über 5 t und für Fahrzeuge, die einen Anhänger mit einem zul. Gesamtgewicht von mehr als 3,5 t mitführen sowie für Traktoren und gewerbliche Arbeitsmaschinen von 22.00 Uhr bis 05.00 Uhr:
http://www.astag.ch/upload/docs/ASTAG/160101-IN-Fahrverbote-Schweiz-d.pdf

Wenn die Bürger Europas, z.B. durch Volksentscheide, und nicht Lobbyisten die EU-Politik bestimmen würden, gäbe es ein solches LKW-Fahrverbot längst auch im Transitland Deutschland und der Transport von Massengütern würde wieder auf Bahn und Schiff zurückverlagert.

Denn was nützt der Grenzwert für den nächtlichen Anlagenlärm von 35 dB(A) in reinen Wohngebieten, wenn dort für den Straßenverkehr 57 dB(A) nachts zulässig sind, bevor nach deutschem Recht eine "Lärmsanierung" durchgeführt werden muss? 

Erschütterungen in der Wohnung: 
Die Richtwerte zum Schutz des Menschen in den Erschütterungsrichtlinien berücksichtigen Einzelereignisse, jedoch sind sie in Deutschland nur für Erschütterungen, die durch Industrieanlagen hervorgerufen werden, verbindlich anzuwenden! - Der Straßenverkehr ist privilegiert, für die durch ihn verursachten Erschütterungen gibt es überhaupt keine verbindlichen Obergrenzen - das ist rechtlich ein Skandal, für uns Anwohner ist es Terror!

Ein LKW schadet der Verkehrsinfrastruktur (Straßen, Brücken) so stark wie 10.000 PKW. Wenn diese Kosten verursachergerecht auf die KfZ-Steuer umgelegt würden, dürfte diese Steuer für einen PKW nur wenige Euro betragen, für jeden LKW aber einige Zehntausend!

 

Stattdessen werden die Bürger in unserem Land mit Anliegergebühren an den Sanierungskosten der Gemeindestraßen beteiligt, welche durch den sie peinigenden LKW-Schwerlastverkehr erst kaputtgefahren wurden - eine unfassbare Ungerechtigkeit!

Der zunehmende LKW-Schwerlastverkehr durch Wohngebiete gefährdet die Gesundheit, zerstört unsere Lebensqualität, entwertet Millionen von Immobilien (lt. Umfrage von Immobilienscout24 ist Verkehrslärm das am häufigsten genannte Kriterium gegen einen Immobilienkauf), er zerstört die Verkehrsinfrastruktur und verhindert die touristische Entwicklung überall, wohin sich dieses Krebsgeschwür ausbreitet.

Verzweifelte Menschen wehren sich überall gegen den Verkehrslärm, wollen die Straßen in ihren Städten wieder zurückerobern als Lebensraum und Treffpunkt von Menschen: www.initiative-laermschutz.de

Anstatt falscher und ungenauer Lärmberechnungen, bei denen 50 Parameter vom Bearbeiter auszuwählen/zu schätzen sind, sollten kontinuierliche Dauerlärmmesstellen rechtlich anerkannt werden, hierzu gibt es diese Projektidee: Aufbau eines europaweiten Umgebungslärm-Messnetzes.

Wenn Höchstgeschwindigkeiten festgesetzt sind, müssen diese auch eingehalten und kontrolliert werden. Wie die Lärmmessung ist das heute technisch mit geringsten Kosten überall ganz einfach durch die Bürger selbst möglich - es muss nur politisch gewollt und rechtlich erlaubt sein: http://de.raserabwehr.de/  

Zuständige Straßenverkehrsämter sind aufgrund der heutigen unklaren Rechtslage in Deutschland hilflos, Lärmaktionspläne umzusetzen. Unter Verweis auf gesetzlich vorgeschriebene Lärmberechnungen werden sie gezwungen, reale, gemessene Jahresmittelwerte ebenso wie Maßnahmen aus Lärmaktionsplänen zu ignorieren. Ergebnisse von Lärmberechnungen sind aber falsch, wenn - wie derzeit noch immer in Deutschland - EU-Recht nicht umgesetzt und die Art des LKW-Verkehrs nicht unterschieden (2,8t - 3,5t - 12t - 40 t) wird, welcher Nachts über von allen Normenzuständen abweichende Straßenoberflächen donnert und klappert, weil die Infrastruktur in kleineren Städten und Dörfern Deutschlands aufgrund einer ehrgeizigen, zerstörerischen Sparpolitik verfällt. Verbindliche Lärmgrenzwerte gelten nur für Straßenneubauten und Sanierungen, für die aber allerorts das Geld fehlt. 

Diese größte Qual für Millionen Menschen in Deutschland kann sofort gelindert werden durch ein EU-weites nächtliches Fahrverbot für Schwerlast-LKW durch Wohngebiete von 22 - 5 Uhr!

Bitte unterschreiben Sie diese Petition, auch wenn Sie (noch) nicht selbst betroffen sind - dann aus Mitmenschlichkeit gegenüber Deinen Nachbarn!

Dass dieser Kampf erfolgreich sein kann zeigt die Schweiz, dort gibt es ein generelles LKW-Nachtfahrverbot, nicht nur in Wohngebieten! 

This petition will be delivered to:
  • Europäisches Parlament, Verkehrsausschuss
    Karoline Graswander-Hainz (Europäisches Parlament, Verkehrsausschuss)
  • Europäisches Parlament, Verkehrsausschuss
    Dieter-Lebrecht Koch (Europäisches Parlament, Verkehrsausschuss)
  • Europäisches Parlament, Verkehrsausschuss
    Sekretariat Tran des Europäischen Parlaments
  • Europäisches Parlament, Verkehrsausschuss
    Michael Cramer
  • Europäisches Parlament, Verkehrsausschuss
    Gesine Meissner
  • Europäisches Parlament, Verkehrsausschuss
    Markus Pieper
  • Europäisches Parlament, Verkehrsausschuss
    Gabriele Preuss
  • Europäisches Parlament, Verkehrsausschuss
    Claudia Schmidt
  • Europäisches Parlament, Verkehrsausschuss
    Fabio Demasi
  • Europäisches Parlament, Verkehrsausschuss
    Markus Ferber
  • Europäisches Parlament, Verkehrsausschuss
    Knut Fleckenstein
  • Europäisches Parlament, Verkehrsausschuss
    Michael Gahler
  • Europäisches Parlament, Verkehrsausschuss
    Werner Kuhn
  • Europäisches Parlament, Verkehrsausschuss
    Maria Noichl
  • Europäisches Parlament, Verkehrsausschuss
    Herbert Reul
  • Europäisches Parlament, Verkehrsausschuss
    Ulrike Rodust


Initiative Lärmschutz - Bündnis der Bürgerinitiativen gegen Lärm started this petition with a single signature, and now has 96 supporters. Start a petition today to change something you care about.