Erfolg

Deine Stimme kann verhindern, dass Facebook deine Meinungsfreiheit einschränkt.

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Einst soll Voltaire bekannt haben: "Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst." Heute, fast zwei einhalb Jahrhunderte später, ist der Kampf um eine Gesellschaft frei von Bevormundung noch längst nicht vorbei. Er findet jeden Tag statt und braucht deine Stimme, jetzt. 

Unabhängig welche Herkunft, Religion oder Staatsbürgerschaft, uns alle eint zumindest eins: das Sprechen. 

Soziale Interaktion bedeutet im Endeffekt Kommunikation. Kommunikation findet statt anhand der menschlichen Sprache. Sprache ist seit Jahrhunderten ein Gegenstand der Faszination und Analyse zugleich. Für Johann Gottfried Herder liegt der Grund für die Existenz der Sprache einzig und allein in der Natur des Menschen als solchen. Denn indem der Mensch mit der Begabung versehen ist, seine eigene Person im Kontext seiner Umgebung zu reflektieren, konstitutiert das Ergebnis dieses Prozesses, jenes was wir Sprache nennen. 

Da die eigene Person immer Teil des Prozesses Sprache ist, ist jeder gesprochene Satz einzigartig in der Weise, indem er die Persönlichkeit des Sprechers verkörpert. Jedes Mal, wenn wir die Sprache zensieren, schränken wir gleichzeitig die Entfaltung der Persönlichkeit eines Menschen ein und somit die Entwicklung jenes Elements, welches heute im allgemeinen Jargon als "vielfältige" Gesellschaft bezeichnet wird. 

Aber mit Facebook haben wir einen Raum geschaffen, in welchem wir auf einer noch nie zuvor dagewesenen Art und Weise unsere Gedanken und Meinungen austauschen. Was wir auf Facebook sehen und vor allem sehen dürfen, hat mittlerweile einen enormen Einfluss auf die Entwicklung des Individuums, aber auch der Gesellschaft insgesamt.

Ich sehe die Gefahr darin, dass wir Facebook die Kontrolle und somit den Einfluss darüber überlassen, welche Persönlichkeit, Idee oder welcher Aspekt artikuliert werden darf oder nicht. Aber ein Unternehmen, welches keine demokratische Legitimation besitzt Grundrechte auszulegen, die Kompetenz einzuräumen zu bestimmen, was von der Meinungsfreiheit umfasst ist oder nicht, stellt eine große Gefahr dar. 

Meine Eltern stammen aus dem Iran und sind Muslime. Große Teile meiner Familie, aber auch meiner Freunde, sind islamisch geprägt und ich durfte auch sehr schöne Aspekte in mehrheitlich muslimischen Ländern erleben. Es geht nicht darum Herr Abdel-Samad's Meinung zu untersützen. Es geht um das Prinzip Meinung haben und äußern zu dürfen. 

Ich finde einige Aspekte die Herr Abdel-Samad sagt richtig, aber auch einige falsch. Konsens und Widerspruch liegt in der Natur unserer Gesellschaft. Aber Widerspruch ist kein Problem, sondern ein Segen und obwohl ich vielleicht auf dem ersten Blick manches nicht gerne hören oder lesen möchte, ist dies doch erträglich verglichen mit dem Schmerz die Freiheit meiner Sprache und somit der Entfaltung meiner Person zu verlieren. 


Text der zur Sperrung von Hamed Abdel-Samad führte:

"Ihr Feiglinge! Viele junge Muslime/Muslimas leben im Westen und genießen die Vorzüge der Freiheit, setzen sie sich aber für diese Freiheit kaum ein. Viele sind gut gebildet und haben einen guten Job, bleiben aber in den Zwängen der Religion und der eigenen Community verhaftet. Ihre Bildung und Engagement stellen sie selten im Dienste der Aufklärung und des Gemeinwesens, sondern eher im Dienste des Islam oder der Parallelgesellschaft. Sie kritisieren die rechte Ideologie, solange sie von Bio-Deutschen kommt, aber wir hören von Ihnen kaum Kritik gegen die reaktionären Islamverbände, die nationalistischen Grauen Wölfe oder die patriarchalischen Strukturen in den eigenen Familien. Im Gegenteil, viele von Ihnen sind Krawatten-Islamisten, die Erdogan, die grauen Wölfe und die Muslimbruderschaft unterstützen und das Patriarchat verteidigen. Sie zitieren Kant und Adorno, um die Aufklärung zu relativieren und den Islamismus zu verniedlichen. Sie verlangen Sonderrechte für Muslime in Deutschland, lehnen aber die Minderheitenrechte für Kurden in der Türkei oder für Christen in der arabischen Welt. Selbst viele muslimische Intellektuelle und Journalisten sind in diesen Sippen verhaftet und werben ständig um Verständnis für den Islam und die Parallelgesellschaft statt ihre Leute mit Kritik herauszufordern. Selbst wenn diese Kritik manchmal kommt, ist sie oft leise und relativiert sich nach zwei Sätzen, indem die Debatte in Richtung Kampf gegen Islamophobie driftet.
Migrantenkinder der zweiten und dritten Generationen wissen ganz genau was schief läuft in der Erziehung und in den Communities, und haben selbst oft darunter gelitten, nehmen aber ihre Leute sippenhaft in Schutz wenn Kritik von außen kommt. Statt Selbstkritik zu üben, geben sie den anderen die Schuld für die Misere. Die Frauenhäuser sind voll von entrichteten muslimischen Frauen, aber viele gebildete Muslimas machen eher Kampagnen für das Kopftuch und Burkini. Statt sich vom Joch der patriarchalischen Tradition zu emanzipieren, starten sie Initiativen und Projekte, um einen Propheten, der Frauen als Kriegsbeute nahm und ein sechs-jähriges Mädchen heiratete, als Vorbild für den modernen Menschen zu rehabilitieren!
Ich sage euch, ihr seid Feiglinge und Heuchler! Ihr seid keine freie mündige Bürger, sondern Untertanen eurer Religion und eurer Community! Und wenn ihr genauso vehement gegen die Missstände in eueren eigenen Reihen vorgehen würdet wie gegen Islamkritik, wäre diese Kritik überflüssig! Wenn ihr mehr Mut zeigen würdet statt Opferhaltung, wäre die Gesellschaft reicher. Wenn ihr euch für die Freiheit aller einsetzen würdet, statt nur Sonderbehandlung für euch zu verlangen, wäre viel gewonnen!"



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