Für ein Gesetz, welches Opfer medienträchtiger Gewaltverbrechen schützt.

Für ein Gesetz, welches Opfer medienträchtiger Gewaltverbrechen schützt.

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Patricia Ramirez ha iniciado esta petición dirigida a Gobierno de España

Mein Name ist Patricia Ramírez und ich bin die Mutter von Gabriel Cruz, "El Pescaíto". 


Als mein Sohn verschwand, hatten wir große Angst vor dem Einfluss der Massenmedien, die eine Ermittlung und die Suche nach meinem Kind gefährden könnten. Diese Bedenken hat selbst die ermittelnde Guardia Civil geäußert – sie berichteten auf einer Pressekonferenz über nicht ausreichende Instrumente für eine gute Zusammenarbeit und über fehlende Protokolle, die den Medien vorgeben, angemessen  bei solchen Vermisstenfällen zu helfen und sich entsprechend zu koordinieren.


Über den Tod meines Sohnes erfuhr ich von der Guardia Civil, nachdem ich bereits mitbekommen hatte, dass es eine Videoaufnahme vom Zeitpunkt der Festnahme der Täterin existierte und bereits in den sozialen Netzwerken kursierte.  Dieses Video verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Viele unserer Verwandten erfuhren es auf diesem Wege, denn es gibt kein Gesetz, das uns gestattet, den Tod unserer Lieben in der Intimität mitgeteilt zu bekommen.

Am nächsten Tag bat ich unseren Mitbügern und den Kommunikationsmedien landesweit, ihre Wut zu unterdrücken. Sie sollten nicht auf boshaftige Stellungnahmen hören, sondern die positiven Aktionen fortsetzen, die die Unterstützungsbewegung um meinen Sohn Gabriel „El Pescaíto“ hervorgebracht hatte.  Die meisten von euch haben die sozialen Netzwerke und ihre Fenster und Balkone mit kleinen Fischen als Symbol der Ehrung überflutet. Ich werde nie genug Worte finden, euch dieses Mitgefül, das ihr mir bei diesem Schemerz entgegenbracht habt, zu danken. Einen Schmerz, von dem ich weiß, dass ihr als Eigen verspürt habt. 


Ich hätte mir niemals vorstellen können, welches Entsetzen und welchen zusätzlichen Schmerz wir weiterhin erleiden sollten: morbide Enthüllungen hörten nicht auf, Gabriels Image wurde in Exzess missbraucht, manchmal sogar als Reklame für private Aktionen und Absichten. Wir mussten sogar mit Entsetzen festellen, dass er mit Bildern mit Gore-Inhalten verlinkt war, die jedem im Internet zur Verfügung standen.


Drei Jahre sind inzwischen vergangen, in denen wir unermüdlich gegen den willkürlichen und unangemessenen Missbrauch des Mordfalls und seines Images kämpfen. Wir lebten in ständigen Angst, keinen endgültigen Rechtsurteil erreichen zu könnten aufgrund der Auswirkungen der Veröffentlichungen in den Medien und den Netzwerken. Tausende von Schlagzeilen wurden veröffentlicht, hunderte von TV-Sendungen und Videos entstanden, viele waren gefühllos gegenüber den Opfern und brachten uns immer wieder den Verlust hervor.  


Dies alles haben wir an durch einen Ethik-Pakt angeprangert, um das Gerichtsverfahren unseres Sohnes schützen. Trotz der immensen Unterstützung von Institutionen und Bürgern, mussten wir bis zum Obersten Gericht gehen, um ein rechtskräftiges Urteil zu erreichen. Denn die Verteidigung beantragte die Aufhebung des Prozesses aufgrund des Medienrauschens und durch den – nach ihrer Auffassung – parallelen Prozess in der Öffentlichkeit.  Am vergangenen 15. Dezember 2020 entschied des Oberste Gericht, und es wurde ein rechtskräftiges Urteil gefällt. Gabriels Mörderin wurde wegen dem Straftatbestand des vorsätzlichen Mords und zwei Tatbestände wegen Schaden der geistigen Integrität verurteilt.

 

Wir dachten schon, danach käme alles etwas zur Ruhe, aber ganz im Gegengenteil: Am 20. März wurde mir mitgeteilt, dass in einem Konto eines sozialen Netzwerks die Fotos eines verstorbenen und verstümmelten Kindes veröffentlicht wurden mit der Angabe, es handle sich um meinen Sohn. Darin wurde auf Links verwiesen, um weitere Bilder und Videos mit blutigen und makabren Inhalten zu sehen. Der Schmerz, der dies uns verursacht ist unmenschlich.  Als wir versuchten bei der Polizei und bei Gericht die Entfernung dieser Seiten durchzuseten, erklärte man uns, ihnen seien die Hände gebunden: Es gibt für Opfer von Gewaltverbrechen - wie es bei meinem Sohn Gabriel der Fall ist - kein Gesetz oder nicht die notwendigen rechtlichen Instrumente, um uns vor solchen Inhalten zu schützen. Einen Tag später erzählte man mir, dass der Anwalt der Täterin mit einer Produktionsfirma verhandelte, um einen Dokumentarfilm zu drehen. Ich war schockiert und hatte Angst, alles noch einmal durchmachen zu müssen.


Ich bin weder Richter noch Anwalt, noch Politiker oder ein Experte. ICH BIN MUTTER, und denke über einen GESUNDEN MENSCHENVERSTAND zu verfügen, wenn ich jemanden auffordere, der uns so viel Schaden zugefügt hat, uns nicht wieder öffentlich zu EXPONIEREN UND SCHIKANIEREN, in GEDENKEN an Gabriel und seinem Recht auf Würde. Denn dadurch, dass man ihm die Option zum Leben entzog, bleibt ihm keine Möglichkeit, sich zu verteidigen.

ES REICHT JETZT IN DEN WUNDEN ZU WÜHLEN UND WEITEREN SCHMERZ ZUZUFÜGEN!!!


Es gibt ein Statut für Gewaltopfer, das Gesetz zum Schutz Minderjähriger, das Recht auf Erinnerung, auf Integrität, das Statut der Verschwundenen und sogar das Recht auf Vergessenwerden. So viele Gesetze, und doch können wir uns mit keinem dieser Rechte gegen eine dauerhafte Verletzung und das ständige Hervorrufen der Tragödie verteidigen, die als Gewaltverbrechen medienträchtig wird und fortwährend unser Leben zerstört.


Mit der Erwartung, die der Prozess generiertet hatte, und dem festen Vorhaben, ihn zu schützen, sprach ich mit dem Präsident der Regierung, Pedro Sánchez, der sich anbot, im Kongress einen Vorschlag zur Schaffung eines angemessenen Rechtsrahmens zum Schutz und Beistand vorzulegen und der im Konsens aller politischen Kräfte genehmigt werden sollte.  


Später traf ich mich mit dem Innenminister, dem Justizminister, und pflegte die Kommunikation mit der Generalstaatsanwaltschaft des Zentralstaates und Regionalregierung Andalusiens, dem Generalrat der Justiz und der Delegierten Staatsanwaltschaft für Opfer. Ich habe mich auch an den Obersten Gerichtshof und die Bürgerbeauftragten des Volkes und der Minderjährigen gewandt, bei denen ich um Hilfe gebeten habe, um diesen ethischen Pakt zu entwickeln. Dieser sollte ermöglichen, dass die Arbeit der Sachverständigen zu Beweiserhebungen diskret hinter verschlossenen Türen erfolgen kann.  

Nichts davon hat genutzt, der Prozess entwickelte sich zu einem richtigen Medienspektakel.

Es ist unfassbar, dass in unserem Land die Opfer solcher Verbrechen diese Art von grausamen und unmenschlichen Missbrauch durchmachen müssen.  Es kann nicht sein, dass sich das Foto meines Kindes Gabriel "weiterhin verkauft". Wir können diese demütigende Behandlung, diese Straflosigkeit derer nicht ertragen, die diese Inhalte veröffentlichen, mit dem einzigen Ziel, Gewinn zu erzielen. Wir können uns nicht daran gewöhnen, mit dieser Wehrlosigkeit und der Angst zu leben.


Nun beginne ich mit dieser Unterschriftensammlung, um die spanische Regierung aufzufordern, ein Gesetz hervorzubringen, welches die Opfer von Gewaltverbrechen, die eine besondere Medienresonanz erfahren, schützt und unterstützt. Ein rechtlicher Rahmen, der uns ermöglicht, das Image und die Leiden der Opfer von Gewaltverbrechen und deren Familienangehörigen zu schützen.


Zusätzlich zu dieser Petition auf Change.org, sammeln wir physische Unterschriften, um ein Volkbegehren durchzuführen: Beide dienen dazu, eine einstimmige Botschaft zu senden – ein Ozean von Unterschriften, um ein Gesetz anzufordern, welches das Image und die Würde von Gewaltopfern und ihrer Familienangehörigen schützen soll.

Mein Sohn schreit aus dem Herzen seiner Mutter, er ist wütend, er schreit und bittet um HILFE und UNTERSTÜTZUNG, damit wir uns alle vereinen und sein und unser Lächeln beschützen.  Aus ihrer Lautlosigkeit heraus bitten mich andere Opfer, die sich in der selben Situation befinden, weiter zu machen, denn mein Schmerz ist auch ihr Schmerz und sie leben in Angst.  


Für ein Meer von Unterschriften für Gabriels Lächeln.

(English text) (Texto en Español)

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