Für die Einrichtung einer kurzen, rund um die Uhr erreichbaren Rufnummer für Kinder in Not

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Sehr geehrte Frau Bundesfamilienministerin Franziska Giffey,

 

mit dieser Petition fordern wir die Aufwertung der „Nummer gegen Kummer“ zu einer 

- prägnanten (d.h. dreistelligen) 

- rund um die Uhr erreichbaren und 

- deutschlandweit offensiv bekannt gemachten Rufnummer,  
 

an die sich Kinder und Jugendliche anonym wenden können, die Sorgen haben, sich in Nöten befinden oder gar von sexueller, physischer oder psychischer Gewalt betroffen sind. 

Diese Nummer muss deutschlandweit offensiv kommuniziert werden, z.B. auch in den Schulen, öffentlichen Plätzen wie Bahnhöfen, Bus-und Straßenbahnhaltestellen und in den sozialen Medien, damit möglichst viele Kinder davon wissen.

In diesem Zusammenhang bitten wir auch um Einrichtung einer Möglichkeit, dass Kinder ebenfalls über den Instant-Messaging-Dienst WhatsApp (soweit dies datenschutzrechtlich möglich ist) die Möglichkeit bekommen, mit solch einem Hilfsangebot Kontakt aufzunehmen, da die meisten Kinder diese Plattform nutzen und für manche die Hemmschwelle zu telefonieren zu hoch ist. 


Begründung:

Wie wir schon aus Zeiten des ersten Lockdowns wissen, ist ein Lockdown für viele Menschen mit einer weitgehenden sozialen Isolation verbunden. Gerade Kinder sind in dieser Situation besonders gefährdet, denken wir nur an die psychische Belastung, die mit der Isolation verbunden ist, an zunehmenden Stress aufgrund des dauerhaften engen „Aufeinandersitzens“ vieler Familienmitglieder auf engem Raum, aber auch an die zu befürchtende Zunahme körperlicher und sexueller Gewalt während des Lockdowns. Ein durchgängig erreichbares Hilfsangebot ist daher in Coronazeiten besonders dringend geboten. 

Sexueller Missbrauch ist immer ein Angriff auf das innerste Wesen eines Menschen. Der betreffende Mensch wird dadurch in seiner Identität und in seiner Existenz angetastet. Die seelischen Verletzungen können so schwerwiegend sein, dass es infolge des Missbrauchsgeschehens zu suizidalen Handlungen kommen kann.

Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt (Artikel 1 GG). Bundestag und Bundesregierung sind deswegen aufgerufen und verpflichtet, den Schutz der gefährdeten Würde und Unversehrtheit von Kindern und Jugendlichen in besonderer Weise immer wieder in den Blick zu nehmen und zu verbessern und somit die Zahl der Übergriffe auf Kinder und Jugendliche weitestgehend zu reduzieren.  

In den letzten Monaten und Jahren ist durch das Bekanntwerden verschiedener Fälle schwersten sexuellen Missbrauchs an Kindern die Thematik der sexuellen Ausbeutung von Kindern verstärkt ins Bewusstsein der Öffentlichkeit getreten. Besonders bedrückend und brisant ist das Thema auch deswegen, weil die Zahl der Kinder, die von sexuellen Übergriffen bedroht oder betroffen sind, erschreckend hoch ist. Der Europarat hat in seiner Kampagne „One in five“ auf die Tatsache hingewiesen, dass ungefähr jedes fünfte (!) Kind von sexueller Gewalt betroffen ist. In Zeiten der Corona-Pandemie sind Kinder laut Aussage des Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, in erhöhtem Maße der Gefahr von Übergriffen ausgesetzt.

Die Kinder stehen oft alleine da. Viele Kinder trauen sich nicht, sich anderen Personen wie nahen Angehörigen anzuvertrauen. 

 

- Wir fordern eine kurze, prägnante Rufnummer, weil Kinder in Fällen drohender Gewalt mit der Handhabung langer Telefonnummern, die i.d.R. nicht einmal Erwachsenen bekannt sind, überfordert sind.
 
- Wir fordern eine durchgehende Erreichbarkeit der Rufnummer (über 24 Stunden an 7 Tagen), weil es fatal wäre, wenn Kinder in Notsituationen (z.B. bei akuter Suizidalität) keine Möglichkeit zu direkter Kommunikation haben. 

 - Wir fordern eine deutschlandweite offensive Bewerbung der Rufnummer, damit möglichst viele Kinder und Jugendliche darüber Bescheid wissen. Die Rufnummer könnte z.B. über eine Plakatkampagne ähnlich der „Liebeslebenkampagne“ der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bekannter gemacht werden. 
 

 

Mit freundlichen Grüßen 

 

Regina Pelzer, 73230 Kirchheim

Andreas Schönberger, 70825 Korntal-Münchingen 

sowie sämtliche Unterzeichnenden



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