EVA-Desaster: Für mehr Transparenz und Geld in der SH-Bildungspolitik

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Die EVA-Stunden (Eigenverantwortliches Arbeiten) sind Stunden, in denen die normalerweise betreuende Lehrkraft nicht anwesend ist und die Schüler und Schülerinnen selbstständig an Aufgaben arbeiten sollen. Seit einiger Zeit werden EVA-Stunden an Schulen eingesetzt, um Stundenausfälle zu vermeiden. Ein gutes Konzept in der Theorie – doch leider versagt es in der Praxis. Eigenverantwortlicher Unterricht ist kein Ersatz für ausgefallene Stunden.

Aufgrund des akuten Mangels an genügend Lehrkräften an vielen Schleswig-Holsteinischen Schulen beginnen sich die EVA-Stunden zu häufen. Das Konzept ist zwar gut: Vermeidung von zu vielen Ausfällen durch Bestärkung der eigenverantwortlichen Arbeit. Doch in der Praxis klappt dies nicht. Nach eigener Erfahrung ist eine Woche ohne eine einzige EVA-Stunde selten, teils gibt es sogar mehr EVA-Stunden als betreute Stunden in einem Fach in einer Woche, oder gar Monat – das ist eindeutig zu viel!

Zudem ist es ein Problem, wenn ein Fach, welches nur einmal wöchentlich unterrichtet wird, einer EVA-Stunde verfällt. Und dies mehr als nur einmal, was die Klasse und Lehrkraft unter Druck setzt, den nötigen Stoff noch vor der nächsten Klausur zu lernen und zu besprechen.

Die sich häufenden EVA-Stunden nehmen uns Schülern und Schülerinnen somit auch ein wichtiges Recht: Den Anspruch auf qualifizierten Unterricht. Bei zu hoher Zahl dieser EVA-Stunden prägt sich das Fehlen einer qualifizierten Fachlehrkraft auf den Lernerfolg der Schülerschaft aus. Ein Problem, welches spätestens in der nächsten Klausur oder Prüfung zum Vorschein kommen kann.

Politik und Schülerschaft sind beide gespalten - ein Politiker der CDU nennt diese Stunden zurecht "Taschenspielertrick der Regierung". Es scheint, als sollten die EVA-Stunden das mangelnde Lehrerpersonal ausgleichen. Denn aufgrund nicht genügenden Budgets können SH-Schulen nicht genügend Lehrer einstellen, um für Ausfallstunden aufzukommen.

Dieses Problem ist nicht nur an meiner Schule, eine Gemeinschaftsschule mit Gymnasialer Oberstufe im Kreis Stormarn, sichtbar: Für das letzte Schuljahr 2015/2016 wurde ein Stundenausfall von 0% in der Oberstufe genannt. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen – dies stimmt nicht, realistischer wären mindestens 5-10%. Oder zumindest würde es nicht stimmen, wären die gesamten eigentlichen Ausfallstunden nicht zu EVA-Stunden umgewandelt worden. Ähnliche Statistiken finden sich auf anderen SH-Schulen wieder.

Die Statistik sieht somit schön aus. Doch weder für Schüler, noch für die Lehrer ist dies hilfreich, denn es besteht immer noch ein Mangel an Lehrkräften und Geld für diese.

EVA-Stunden sind bei gemäßigter Ausführung ein gutes Konzept. Doch es sind einfach zu viele Ausfallstunden. Wir brauchen mehr Geld für mehr Lehrer, für mehr Unterricht! Für die Schüler, für die Zukunft!

Liebe Leserinnen und Leser, wenn Ihnen die Bildung der Schülerinnen und Schüler Schleswig-Holsteins wichtig ist, so beteiligen Sie sich an dieser Petition. Um ein Signal an das Bildungsministerium zu senden, damit dieses Thema aufgegriffen und diskutiert wird.
Für starke Bildung, statt starker Statistik!



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