Verbesserung von Reparierbarkeit und Nachhaltigkeit von Elektrogeräten

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Zusammenfassung

Alle Elektrogeräte von der Uhr über Mobiltelefon und Laptop bis zur Waschmaschine müssen reparierbar sein. Teile, die häufig kaputt gehen, wie z.B. Displays, Akkus oder Motoren, müssen austauschbar sein. Elektrische Geräte dürfen nicht zu Wegwerf-Artikeln werden.

Wir möchten, dass das Europäische Parlament, das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz, sowie das Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit gemeinsam dafür sorgen, dass Rohstoffe nicht verschwendet werden und Verbraucher*innen ihre Geräte reparieren dürfen und können.

Worum geht es?

Akkus werden fest verbaut, Gehäuse verklebt. Apple bremst Geräte mit “alten” Akkus, Samsung hat 2,5 Millionen (!) Note 7 mit defekten Akkus im Mülleimer.

Ich möchte Geräte kaufen können, die man reparieren kann und deren Akku man selbst in Sekunden wechseln kann. Mittlerweile sind fast alle Hersteller dazu übergegangen, Geräte als Wegwerfartikel zu bauen.

Reparierbare Geräte schonen Umwelt und Geldbeutel!

Dem Drang der Industrie, immer schneller immer weniger reparierbare Produkte als Wegwerfartikel zu vertreiben, wollen wir entschieden entgegentreten. Ein derartiges Verhalten verschwendet die Ressourcen unseres Planeten ohne Rücksicht auf Nachhaltigkeit und Folgen. Dort wo es Sinn macht, müssen Produkte reparierfreundlich und standardisiert sein. Der Trend zu Wegwerf-Artikeln auch bei komplexen elektrischen Geräten muss gestoppt werden. Produkte müssen reparierbar sein, um den Trend zur Wegwerfgesellschaft einzudämmen.

Die aktuellen Maßnahmen der etablierten Parteien greifen zu spät oder sind Augenwischerei. Eine Rücknahmepflicht bringt nichts, wenn der Hersteller die Geräte unter menschenunwürdigen Bedingungen in den Ländern des globalen Südens (Dritte Welt) ausschlachten lässt. Siehe http://www.spiegel.de/netzwelt/web/vergiftete-hilfe-muellkippe-dritte-welt-a-381336.html

Wenn ein Produkt gut repariert werden kann, muss es nicht so schnell entsorgt werden, was nachhaltig der Umwelt dient.

Traurige Beispiele für Wegwerf-Elektronik häufen sich

Der weltweite Energie- und Ressourcenverbrauch schädigt nachhaltig die Umwelt. Bei der Konstruktion und Produktion von Produkten wird kaum noch Wert darauf gelegt, dass die Produkte langlebig sind und im Schadenfall gut repariert werden können.

Das vielleicht prominenteste Beispiel ist das Debakel um das Samsung Note 7 (https://www.heise.de/newsticker/meldung/Samsung-schlachtet-Debakel-Smartphone-Galaxy-Note-7-aus-3774977.html Da das Problem nur beim Akku lag, hätte ein leicht austauschbarer Akku vermieden, dass 2,5 Millionen Geräte nun quasi schrottreif bei Samsung auf Halde liegen.

Auch Apple hat ein ähnliches Problem mit der Reparatur seiner Geräte: Alte Akkus führen dazu, dass die Software die Geräte langsamer macht. Bei Apple geht das soweit, dass selbst Apple die Akkus angeblich nicht mehr tauschen kann: (http://www.chip.de/news/Apple-kann-Akkus-nicht-tauschen-iPhone-Nutzer-bleiben-auf-langsamen-Geraeten-sitzen_131699633.html

Das Problem mit Akkus gibt es nicht nur bei Smartphones, sondern auch bei Laptops, elektrischen Zahnbürsten, Akku-Rasierern, Funk-Kopfhörern und weiteren Geräten.

Auch Waschmaschinen, Spülmaschinen, Staubsauger, Herde, Kochfelder und praktisch alle Elektro-Großgeräte sind immer schwerer reparierbar.

Ebenso bei Autos und Fahrrädern setzen sich immer mehr “Spezialteile” durch, die als Ersatzteil schwer oder nicht zu bekommen sind, wodurch eine Neuanschaffung wahrscheinlicher wird.

Problembeschreibung und Forderung

Auf Reparaturfreundlichkeit und Nachhaltigkeit eines Produktes wird bei der Kaufentscheidung oft nicht geachtet. Bei Testberichten führt mangelnde Reparaturfreundlichkeit in der Regel nicht zur Abwertung.

Die Hersteller haben größtenteils kein Interesse daran, dass ihre Produkte reparaturfreundlich sind. Sofern sie die Garantiezeit überstehen, können sie aus deren Sicht gerne ausfallen.

Insgesamt muss es erlaubt und möglich sein, Geräte zu reparieren. Damit sollen lokale Fachbetriebe und Repair-Cafés in die Lage versetzt werden, aktiv am Schutz der Ressourcen des Planeten mitzuwirken, indem sie durch eine Reparatur einen Neukauf hinauszögern.

Anbau- und Verschleißteile müssen austauschbar und die äußere Bauform und die Anschlüsse müssen standardisiert sein. So wie eine Batterie jahrzehntelang der Standard für die Energieversorgung war, muss auch der Akku in Zukunft wieder ein leicht austauschbares Standard-Bauteil werden. Die Industrie wird in der Lage sein, um Standardteile herum ihre Produkte zu entwickeln.

Dabei kann es mehrere Bauformen für unterschiedliche Geräte geben, aber je Geräteklasse (Kopfhörer, Handy, Tablet, Laptop, etc.) nicht mehr als drei. Die drei Typen dienen dem Wechsel zu effizienteren Modellen. Damit soll eine Übergangsphase ermöglicht werden, denn der Wechsel dieser Akkus hin zu effizienteren und/oder sichereren Typen wird ausdrücklich unterstützt. Sind die Hersteller der Meinung, ein besseres Modell sei verfügbar, kann auf ein älteres Modell verzichtet werden.

Je Leistungsklasse darf es genau ein Netzteil geben. Ein eindeutiger Stecker soll vermeiden, dass Netzteile an nicht passende Geräte angeschlossen werden. Aktuell gibt es bereits den "USB-C - Standard". Alle Geräte mit entsprechendem Leistungsbedarf sollen diese Geräte verwenden. Für Geräte mit höherem oder niedrigerem Leistungsbedarf soll ein entsprechender Standard festgelegt werden. Netzteile sind nach Möglichkeit so auszulegen, dass sie mit 110 und 220 Volt betrieben werden können. Zuleitungen zu Elektrogeräten müssen ebenfalls standardisiert werden und ohne Werkzeug wechselbar sein.

Die Verwendung von Klebstoffen zur Montage soll nach Möglichkeit komplett unterbleiben. Klebstoffe erschweren Reparatur und Recycling. Klebstoffe müssen in jedem Fall dort verboten werden, wo sie den Austausch der in dieser Regelung erfassten Komponenten erschweren oder verhindern würden. Schrauben müssen wieder den gängigen Typen entsprechen. Das Anbringen von zusätzlichen Garantie-Siegeln, die beim Öffnen zerstört werden, ist weiterhin zulässig, jedoch dürfen sie das Öffnen nicht behindern.

Für jedes Gerät müssen zumindest ein vereinfachter Schaltplan und eine Konstruktionsskizze verfügbar sein, die Öffnung und Reparatur ermöglicht. Argumente, dies lege Betriebsgeheimnisse offen, sind mehr als fadenscheinig. Unternehmen, die industriell Konkurrenzprodukte untersuchen, setzen dafür modernste Geräte zur Durchleuchtung und Analyse ein und können leicht ihre eigenen Skizzen erstellen. Verwendete Bauteile (Kondensatoren, etc.) müssen gekennzeichnet sein, um einen Austausch zu ermöglichen.

Ausnahmen in Sonderfällen (Herzschrittmacher, Implantate, Geräte mit außerordentlichen Schutzanforderungen, etc.) sind möglich und müssen gesondert beantragt und geprüft werden.

Geräte, die dem nicht entsprechen, dürfen dann weder beworben noch verkauft werden.

Nach Auswertung der Erfahrungen soll untersucht werden, ob und auf welche Bauteile diese Vorschrift ausgeweitet wird.

Beispiele

Z.B. der Akku eines Telefons oder der Motor einer Waschmaschine müssen jeweils identische Anschlüsse und Bauformen haben. Das Teil selbst kann sich im Inneren unterscheiden, solange es austauschbar bleibt. Man könnte so z.B. eine ABC-Waschmaschine mit einem Motor aus einem Gerät von XYZ reparieren. Ein Akku aus einem Telefon kann in einem anderen Gerät verwendet werden.

Es gibt Ansätze von Herstellern, gut reparierbare und modulare Geräte anzubieten Diese werden auch gut angenommen, sind aber aufgrund ihrer geringen Stückzahlen oder nachhaltiger und fairer Produktion relativ teuer. Sofern Reparierbarkeit zum Standard wird, ist der Aufpreis kaum noch spürbar.

Kosten

Die Umsetzung an sich erfordert die Einrichtung einer zuständigen Prüfstelle. Derartige Prüfstellen gibt es bereits ("GS-Prüfung"). Es wären also lediglich die Anforderungen für die Prüfung anzupassen. Eventuelle Kostensteigerungen für die Prüfungen werden von den Prüfstellen auf die Prüfgebühr aufgeschlagen.

Zu erwarten ist, dass die Kosten der Geräte ansteigen, da die Hersteller von Produkten seltener mit Neuanschaffungen rechnen dürfen. Das könnte ein Problem für wirtschaftlich schwache Menschen darstellen. Allerdings werden Gebrauchtgeräte durch die bessere Reparierbarkeit wieder attraktiver. Sowohl steigende Kosten für nachhaltigere Produkte als auch vermehrte Verwendung von Gebrauchtgeräten tragen zum Umwelt- und Ressourcenschutz bei und sind von dieser Initiative erwünschte Effekte. Dies spiegelt die echten Kosten und die gesteigerte Wertigkeit wider. Dies trägt erheblich zum Ressourcenschutz bei.



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