Das Rettungsschiff "Aquarius 2" braucht eine neue Flagge

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Sollte das Rettungsschiff "Aquarius 2" keine neue Flagge erhalten, droht dem Schiff die Verschrottung, dabei brauchen wir dringend jedes Rettungsschiff im Mittelmeer. Es sind eh viel zu wenige Rettungsschiffe unterwegs.

Es darf einfach nicht sein, dass Seenotrettung immer wieder an den Pranger gestellt wird, den Organisationen Menschenhandel, Schlepperei und Missachtung internationaler juristischer Verfahren vorgeworfen wird.

Wer so argumentiert, lässt das Sterben im Mittelmeer bzw. das Zurückbringen der Migrantinnen und Migranten in absolut unsichere Länder wie Libyen zu.

Es darf auch nicht sein, dass Rettungsschiffe wochenlang im Mittelmeer herumirren müssen, bevor sich ein europäisches Land "gnädig" erweist, ein paar Flüchtlinge des Schiffes aufzunehmen, das Schicksal der vielen anderen Menschen aber weiterhin offen bleibt.

Wir brauchen endlich sichere Häfen für Rettungsschiffe.

Seenotrettung darf niemals illegal werden!!! 

ZEIT ONLINE vom 23.09.2018

"Panama will dem Rettungsschiff Aquarius die Flagge entziehen. Die Schifffahrtsbehörde des mittelamerikanischen Landes teilte auf ihrer Website mit, die Aufhebung der Registrierung der Aquarius 2 eingeleitet zu haben. Hintergrund sei der Eingang "internationaler Berichte", wonach das Schiff internationale juristische Verfahren missachte, die an den Mittelmeerküsten aufgenommene Migrantinnen und Migranten beträfen.

Die Beschwerde geht laut Panama vor allem von den italienischen Behörden aus. Demnach habe "der Kapitän des Schiffes es abgelehnt, die aufgenommenen Migranten und Flüchtlinge in ihre Herkunftsländer zurückzubringen".

Das Schiff wird seit 2016 von SOS Méditerranée gemeinsam mit Ärzte ohne Grenzen betrieben. Beide Organisationen verurteilen die Entscheidung als Beweis dafür, dass die italienische Regierung bereit sei, Menschen auf See sterben zu lassen: "Die europäischen Politiker scheinen keine Skrupel zu haben, zunehmend beleidigende und bösartige Taktiken anzuwenden, die auf Kosten von Menschenleben ihren eigenen politischen Interessen dienen", sagt Karline Kleijer von Ärzte ohne Grenzen, Leiterin der Nothilfe im Mittelmeer.

Im August hatte bereits die britische Kronkolonie Gibraltar dem Schiff die Flagge entzogen. Deswegen hatte die Aquarius seit Ende August in Marseille gelegen. Mitte September trat sie unter der Flagge Panamas und unter dem neuen Namen Aquarius 2 ihre neue Rettungsmission an. Seit Donnerstag hat die Aquarius elf Migranten an Bord, die vor der libyschen Küste aufgegriffen wurden.

Das Rettungsschiff war bei vergangenen Missionen auf große Probleme gestoßen, einen Hafen zu finden. Im Juni irrte die Aquarius mit mehr als 600 Flüchtlingen tagelang im Mittelmeer umher, nachdem die neue Regierung in Rom ihre Häfen gesperrt hatte und auch Malta eine Aufnahme verweigerte. Schließlich konnte das Schiff in der spanischen Stadt Valencia anlegen.

Mitte August erklärte sich Malta bereit, einen Hafen zu öffnen und 141 Flüchtlinge an Bord der Aquarius aufzunehmen. Diese wurden auf fünf Länder verteilt. Deutschland wollte bis zu 50 Menschen aufnehmen."

 



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