Sommerzeit: Retten wir unseren sonnigen Feierabend !!

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Einige Europaabgeordnete wollen mit scheinbar schwerwiegenden Argumenten die Sommerzeit abschaffen  -  womit sie dem Großteil der arbeitenden Bevölkerung die wenigen familienfreundlichen Stunden an schönen langen lauen Sommerabenden unwiderruflich nehmen würden. Zeigen wir ihnen, was wir  davon halten:  Lasst uns diese schönen Abende, die einen erheblichen Teil unserer Lebensqualität ausmachen, gegen die ewigen Bedenkenträger verteidigen !! 

Kaum einer erinnert sich daran:  In den 70'er Jahren kämpften viele Menschen FÜR die Einführung der Sommerzeit  -  damals vor allem aus der rationalen Überlegung heraus, die Sommerzeit könne Energie einsparen, da abends die Lichter später eingeschaltet werden, während es morgens (im Durchschnitt) egal ist, ob beim Aufwachen die Sonne schon seit zwei oder drei Stunden scheint. Uns war wichtig, den morgendlichen "umsonstigen" Sonnenschein in den nutzbaren Abend zu verlegen.  

Seit einem halben Leben  - junge Leute ihr ganzes Leben -  genießen wir nun jedes Jahr sechs Monate die langen sommerlichen Abende, die ganz erheblich zur Lebensqualität der meisten arbeitenden Menschen beitragen, ob im Biergarten oder Balkonien, auf dem Spielplatz oder im Park, im Garten, am Strand, etc.pp..   Trüb wird es dann wieder in der Winterzeit, was halt unvermeidlich an den heimischen Breitengraden liegt.

Nun ist es das Schicksal aller Gewohnheit, dass täglich gelebte Vorteile irgendwann nicht mehr wahrgenommen werden, etwaige Nachteile dafür um so klarer ins Bewusstsein rücken.  Jedes Ding hat Vor- und Nachteile  -  gespürt wird die Seite, der man (ganz individuell) mehr Gewicht einräumt.  So formt sich seit geraumer Zeit  eine langsam wachsende Gegnerschaft zur Sommerzeit in Teilen der Gesellschaft, die sich mit allerlei gefühlten Problemen konfrontiert sieht, die aus der alljährlichen Umstellung zur Sommerzeit resultieren sollen.  Zwar halten diese eher diffusen Animositäten gegen längeres abendliches Tageslicht einer ernsthaften Prüfung in keinem Fall stand  -  inzwischen sind diese "alternativen Fakten" aber derart gesellschaftsfähig geworden, dass sie beginnen, unsere schönen sommerlichen Feierabende ernsthaft zu bedrohen:  Eine Initiative einzelner Abgeordneter des Europäischen Parlaments hat sich die Abschaffung der Sommerzeit zum Ziel gesetzt, und sonnt sich im Beifall einer angeblichen Mehrheit der deutschen Bevölkerung, die sich auf diese Weise gern von allen wirklich himmelschreienden Themen ablenken lässt  -  während die Mehrheits-Behauptung durch keine Umfrage gestützt wird.  Im Gegenteil stützen repräsentative Umfragen eher die Vorstellung, die Sommerzeit lieber gleich für das ganze Jahr beizubehalten.. 

Sommerzeitgegner führen hauptsächlich folgende, teils scheinbar schwerwiegende Argumente ins Feld:

-   Es wird behauptet, die Umstellung sei willkürlich und unnatürlich;  so würde die "natürliche Normalzeit" mutwillig durcheinander gebracht mit gravierenden Folgeschäden für Mensch und Tier. 
Fakt ist jedoch, dass unsere „Normalzeit“ eine künstlich durch Uhren fixierte Zeit ist, die mit der „natürlichen“ Zeit absolut NICHTS zu tun hat:  Die Natur hält sich an keine Uhr, sondern ausschließlich an Sonnenauf- und –untergangszeiten, was bedeutet, eine „natürliche“ Zeit müsste täglich einige Minuten differieren und mit dem Sonnenstand mitwandern. 
Die halbjährliche Umstellung auf Sommerzeit bildet diese Sonnenstandwanderung zwar nur sehr unvollständig ab, aber immer noch besser als eine übers ganze Jahr starre „Normalzeit“, die sich bei Licht betrachtet als das steifste und unnatürlichste Korsett erweist.  Durch das Festhalten an der Normalzeit verlören wir im ansteigenden Jahr täglich einige Minuten mehr an Tageslicht, da die Sonne immer weiter „vorgeht“.  Davon fängt die Sommerzeit immerhin täglich eine Stunde wieder ein. 

-   Es wird behauptet, die Umstellung brächte unseren Biorhythmus nachhaltig durcheinander mit der Folge schwerwiegender körperlicher Beschwerden, ja Krankheit und Tod werden der Sommerzeit angelastet.
Wären diese Vorstellungen korrekt, wäre selbstredend jede Zeitumstellung zu Recht abzulehnen.  Fakt ist jedoch, dass es keinerlei belastbare Studien gibt, die diese Behauptungen stützen:  Jede Urlaubsreise bringt uns zeitlich erheblich mehr aus dem gewohnten Trott und oft durch mehrere Zeitzonen, ohne dass wir deshalb auf unsere lang ersehnten Ferienreisen verzichten.  Zwar mag es tatsächlich einzelne Menschen geben, die sich durch solche Umstellungen subjektiv beeinträchtigt fühlen und damit lange hadern  -  aber auch diese Menschen würden nach einer etwaigen Abschaffung der Sommerzeit feststellen, dass sich ihre allzu persönlichen Beschwerden dadurch nicht besserten. 
Sicher wird man am Tag der Umstellung, an dem man eine Stunde früher als gewohnt aufstehen muss, etwas Müdigkeit verspüren  -  das wird einem aber bei jedem anderen frühen Termin ebenfalls passieren.  So reduziert es sich auf eine Abwägung:  Jeder möge diesen einen Morgen pro Jahr abwägen gegen die Vorteile von sechs Monaten abendlichen Sonnenlichts  -  die Stunde länger Schlaf bei der Rückstellung der Uhr wird wohl nirgends ernsthaft problematisiert. 
Also bitte einfach mal die Kirche im Dorf lassen:  Wer eine Stunde Zeitverschiebung ernsthaft mit Krankheit und Tod in Verbindung bringt, verabschiedet sich wohl ganz bewusst aus jeder ernsthaften Diskussion wg. schlicht schamloser Übertreibung seiner persönlichen Obzession. 

 -   Es wird vorgeschlagen, Sommerzeitanhänger könnten doch einfach im Sommer eine Stunde früher aufstehen und abends früher schlafen gehen  -  dann hätten sie die Stunde Sonnenlicht quasi persönlich gerettet, ohne aufwendige Zeitumstellung für alle.
So einfach sich diese Lösung anhört  -  Fakt ist jedoch, dass man nur in seltenen Fällen sein Leben vom Leben des sozialen Umfelds abkoppeln und individuell die Sommerzeit leben kann:  Arbeitszeiten und Freizeitgestaltung ziehen ja nicht mit; auch die Freunde, mit denen man abends im Biergarten sitzen möchte, müssten entsprechend umstellen.  Wenn sie dies aber alle täten, könnte man die Zeit auch wieder umstellen: wäre für alle einfacher.  Insoweit ist dieser Vorschlag erstens nicht realistisch  (und somit in seiner Konsequenz zynisch, weil wissentlich ins Unmögliche verschoben).  Zweitens wird von uns bezweifelt, dass die Sommerzeitanhänger eine kleine Minderheit sind, die ihre Wünsche individuell privat lösen sollen  -  was diese Petition nach Möglichkeit nachweisen will. 

-   Es wird behauptet, dass Tiere mit dieser willkürlichen Umstellung Probleme hätten:  z.B. würden Kühe mit der um eine Stunde verschobenen Melkung nicht zurecht kommen. 
Fakt ist, dass Kühe sich am Tageslicht orientieren, von welchem sie aus anderen Gründen freilich oftmals abgeschirmt sind  -  Stichwort Massentierhaltung in Ställen mit künstlichem Licht.  Dieses künstliche Licht sowie die Melkzeiten müssen nicht notwendigerweise an der Sommerzeitumstellung teilnehmen, könnten also im Sommer leicht unabhängig zur gewohnten Zeit weiter geschaltet werden.  Auch der Biobauer kann seine Kühe problemlos zur gewohnten Zeit weiter melken  -  dann "verschiebt" er die Melkzeit eben im Sommer um eine Stunde.  Letztlich kann dies ja wohl kein ernstgemeintes Argument zum Nachteil der Menschen sein. 

-   Es wird behauptet, dass die Umstellung aufwendig wäre und wirtschaftiche Einbußen wg. notwendiger Fahrplanumstellungen etc. mit sich brächte.
Fakt ist, dass dieser Aufwand seit Jahrzehnten eingespielt ist und offenkundig im Detail beherrscht wird.  Zudem werden bei dieser Argumentation einmal mehr wirtschaftliche Erwägungen über die Interessen der arbeitenden Bevölkerung gestellt  -  möglicherweise die Motivation der Abgeordneten, nicht aber in unserem Interesse. 

-   Es wird behauptet, dass Schichtarbeiter bei der Zeitumstellung Probleme mit dem Schichtwechsel hätten. 
Fakt ist, dass Schichtarbeiter sich beim Schichtwechsel um viele Stunden  - eben eine ganze Schicht -  verändern:  Die Zeitumstellung um eine Stunde spielt da eine völlig untergeordnete Rolle. 

  -   Es wird behauptet, dass die Energieeinsparung gar nicht das damals erhoffte Maß erreiche: 
Fakt ist, dass die Einsparung zwar tatsächlich nicht das damals erhoffte Maß erreicht, aber immer noch deutlich ist, und damit allemal „besser als Nichts“.  Allerdings führt kaum ein Sommerzeitbefürworter dieses Argument heute noch an:  Es geht uns heute definitiv um Lebensqualität, weniger um wirtschaftliche Erwägungen. 

 -   Mit der Erwähnung der Lebensqualität kommen wir zum ausschlaggebenden Vorteil der Sommerzeit:  Der weitaus größte Teil der Bevölkerung ist auf täglichen Broterwerb angewiesen, ist also in der Einteilung seiner Zeit zumeist nicht frei.  All diese Menschen freuen sich auf die langen lauen Sommerabende, in denen sie etwas Lebenzeit  - und eben Lebensqualität -  zurück bekommen:  Während es ohne Sommerzeit im Sommer zwar morgens um vier Uhr früh hell würde, wovon kaum jemand etwas hätte, wäre es abends aber früher dunkel und der Tag einschneidend verkürzt.  Es ist m.E. Zeichen eines unentschuldbaren Egoismus arbeitszeitlich privilegierter Kreise, das vorgeblich unbeherrschbare Problem der Müdigkeit eines einzigen Morgens zu einem tage- bis wochenlangen „Problem“ aufzubauschen und damit der arbeitenden Bevölkerung diese schönen Stunden eines verlängerten Feierabends zu missgönnen und möglicherweise endgültig zu nehmen.  Denn eins muss uns allen klar sein:  Sollten sich die Sommerzeitgegner durchsetzen und die Sommerzeit einmal abgeschafft sein, können wir den einst langen Sommerabenden nur noch nachtrauern, sie aber zu unseren Lebzeiten nicht wieder erhoffen.. 

 -   Deshalb appelliere ich an alle Sommerzeitliebhaber:  Werdet aktiv und lasst uns unsere langen lauen Sommerabende vor der unbedachten Abschaffung durch un- und fehlinformierte Bedenkenträger retten, die einen ganz erheblichen Anteil unserer täglichen Lebenqualität unwiderruflich gefährden. Erheben wir unsere Stimme in Familie und Freundeskreis sowie den sozialen Netzwerken, dass wir die sonnigen Abendstunden zu schätzen wissen, und wenden wir uns an unsere Abgeordneten, um ihnen klarzumachen, dass die Lautesten nicht unbedingt die Meisten sind  -  verteidigen wir unsere Feierabende, und zeichnen wir diese Petition, die den Europa-Abgeordneten zugehen und rechtzeitig die Augen öffnen soll.

 -   Wenn überhaupt, könnte man evtl. über eine Abschaffung der Winterzeit (!) einig werden:  Dies bringt zwar Schülern und Arbeitnehmern noch längere dunkle Morgen während des Winters (weshalb ich das nicht an erster Stelle anstrebe), rettet aber wenigstens den erholsamen Abend für alle.



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