Retten Sie die Reserveantibiotika! - Retten Sie Zukunft der Medizin!

Retten Sie die Reserveantibiotika! - Retten Sie Zukunft der Medizin!

0 haben unterschrieben. Nächstes Ziel: 2.500.
Bei 2.500 Unterschriften wird die Petition mit höherer Wahrscheinlichkeit von den lokalen Medien aufgegriffen!
Martin Häusling - Berthold F. Sindermann hat diese Petition an Europäisches Parlament gestartet.

Allein in der EU/EWR sterben jedes Jahr 33.000 Menschen, weil Antibiotika bei ihnen nicht mehr wirken. In Deutschland sind es 2.400 Menschen, weltweit sind es mehr als 700.000 Menschen.

Die geschieht deshalb, weil Bakterien Resistenzen entwickeln und die verabreichten Medikamente nicht mehr wirken. In solchen Fällen ist es wichtig, noch über Antibiotika zu verfügen, die auch in schwierigsten Problemstellungen ihren Dienst nicht versagen.

Wirken die Antibiotika nicht mehr, könnten bereits einfache Kratzer oder Infektionen bei der Geburt eines Kindes zum Tod führen. Die gilt gleichermaßen auch bei Tieren.

Die Resistenzen der Bakterienstämme entstehen, weil viel zu viele Antibiotika eingesetzt werden. Beim Menschen, aber auch - und insbesondere! - in der industriellen Tiermast.

Das Reserveantibiotikum Colistin ist mit 80 Tonnen im Jahr eines der meistgenutzten Antibiotika in der Massentierhaltung, Makrolide folgen mit 59 Tonnen pro Jahr.

Schätzungen zufolge werden weltweit 66% aller Antibiotika für landwirtschaftliche Nutztiere verwendet – und nicht für Menschen. Und fast 90% der dort verabreichten Antibiotika sind für die Gruppenanwendung gedacht, nicht für die Einzelanwendung, mit entsprechend hohem Resistenzbildungspotenzial.

Für Europa wird ein Anstieg auf jährlich 400 000 Tote prognostiziert, weltweit auf 10.000.000 sterbende Menschen bis zum Jahr 2050.

Deshalb ist es zwingend erforderlich, dass die Anwendung von Antibiotika, sowohl in der Humanmedizin, als auch in der Tiermedizin streng zu reglementieren ist. Dafür hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gewisse Antibiotika als „Reserveantibiotika“ deklariert. Genauer gesagt spricht die
WHO von Antibiotika von besonderer Wichtigkeit für den Menschen („critically important Antimicrobials for Human Medicine“), und untergliedert diese Medikamente dann noch in die höchste oder hohe Priorität. Die von höchster Priorität sind diejenigen, die als letztes Mittel bei der Behandlung einer weitverbreiteten und schweren bakteriellen Infektion noch wirken können.

Diese, für das Überleben der Menschheit unerlässlichen Medikamente sollen als Reserveantibiotika eingestuft und entsprechend der Empfehlung der WHO keinesfalls in der Tiermast (= Behandlung von Nahrungsmittel produzierenden Tieren) eingesetzt werden.

Europäische Tierarzneitmittelverordnung 2019/06

Seit 2019 ist eine europäische Tierarzneitmittelverordnung in Kraft, die von 2022 verbindlich innerhalb der EU anzuwenden sein wird. Im Zuge einer delegierten Verordnung beabsichtigte die EU-Kommission die Kriterien für die Verwendung von Antibiotika zu setzen. Diese vorgeschlagenen Kriterien entsprechen leider nicht den Forderungen der WHO und laufen der Absicht, die unverzichtbaren Reserveantibiotika für die Behandlung von Menschen zu reservieren zuwider.

Forderungen

Wir, die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner dieser Petition fordern Sie, als Mitglieder des Europäischen Parlaments auf:

  • Unterstützen Sie die Entscheidung des Committee on the Environment, Public Health and Food Safety auf Grund des Entschließungsantrages (B9-0000/2021) des Abgeordneten Martin Häusling (2021/27818(DEA) und stimmen Sie bei der bevorstehenden abschließenden Beratung im Europaparlament im Sinne dieses Antrages
  • Fordern Sie die EU-Kommission auf, umgehend, spätestens jedoch zum Datum der verbindlichen Anwendung der Tierarzneitmittelverordnung 2019/6 eine Liste der diesem Antrag entsprechenden Arzneimittel vorzulegen, die auf der einen Seite die Forderungen der WHO bzgl. der List of Critically Important Antimicrobials for Human Medicine (WHO CIA List) berücksichtigt und auf der anderen Seite eine bestmögliche medizinische Versorgung im Bereich der Veterinärmedizin ermöglicht.
0 haben unterschrieben. Nächstes Ziel: 2.500.
Bei 2.500 Unterschriften wird die Petition mit höherer Wahrscheinlichkeit von den lokalen Medien aufgegriffen!