Abschaffung der A1-Bescheinigung (Entsendebescheinigung) für Dienstreisen ins EU-Ausland

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Die EU-Verordnung (EG) Nr. 883/2004 über soziale Sicherheit gilt seit 1. Mai 2010. Sie koordiniert die Sozialversicherungssysteme der Mitgliedsstaaten der Europäischen Union. Sie gilt für alle EU-Länder, außerdem für Island, Liechtenstein, Norwegen und die Schweiz. Seit diese Verordnung in Kraft getreten ist, muss jeder, der in einem EU-Mitgliedsstaat vorübergehend einer Beschäftigung nachgeht,  eine sogenannte A1-Bescheinigung mitführen – und zwar egal, wie lange er dort tätig ist, also auch bei einer stundenweisen Dienstreise!

Doch erst seit kurzem wird kontrolliert. Sollte ein Geschäftsreisender diese Bescheinigung nicht mit sich führen, kann der Zutritt zu Messe- oder Firmengeländen oder gar die Einreise ins Land verweigert werden. Auch in Hotels kann danach gefragt werden. Zudem kann verlangt werden, dass Unternehmen und Mitarbeiter ein Bußgeld zahlen oder doppelt Beiträge zur Sozialversicherung abführen sollen. Am strengsten sind laut einer KPMG-Umfrage Frankreich, Österreich, die Schweiz und Rumänien. Österreich verhängt bei fehlenden A1-Bescheinigungen Bußgelder zwischen 1000 und 10.000 Euro – sowohl gegen das Unternehmen als auch gegen den Mitarbeiter. Frankreich verlangt pro fehlender A1-Bescheinigung ein Bußgeld von 3269 Euro vom Mitarbeiter.

Seit 1. Januar 2019 muss man die Bescheinigung in Deutschland elektronisch beantragen.  Dies erfolgt über die Krankenkassen und die Rentenversicherungsträger und soll innerhalb 3 Arbeitstagen abgearbeitet sein.

Problematisch ist dies z.B. für Mitarbeiter im Service oder anderen kundennahen Funktionen, die so kaum reagieren können und sich immer in einer Grauzone bewegen. Auch erhöht dies den Arbeitsaufwand vielreisender Mitarbeiter durch unnötige Bürokratie enorm.

Idee zur Lösung ist, eine Smartcard zur Verfügung zu stellen, die den Nachweis der Sozialversicherung im Heimatland bestätigt.