Petition gegen die Vertuschung von Straftaten seitens einzelner Vertreter der kath. Kirche

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Update 27.03.2021
Petition gegen die Vertuschung von Straftaten seitens einzelner Vertreter der katholischen Kirche und gegen die Einschüchterung von internen Kritikern, die ihrem Gewissen folgen.

Der Teil der Petition gegen die Einschüchterung von internen Kirchenkritikern war bereits erfolgreich.
Zumindest gegen Pastor Koltermann wird es keine disziplinarischen Schritte geben.

Der Teil der Petition gegen Vertuschung von Straftaten und der Nichtveröffentlichung der ersten Studie ist nun auch zumindest formell erfolgt.

Information: Vor einiger Zeit wurden in den deutschen Bistümern Missbrauchsstudien in Auftrag gegeben, die sexualisierter Gewalt durch Vertreter der Kirche in den letzten Jahrzehnten nachgehen sollten.  Einige Bistümer haben diese Studien veröffentlicht und eine Aufarbeitung gelobt.
Nicht so das Erzbistum Köln! Wegen angeblicher Mängel wurde eine Veröffentlichung verweigert und es wurde eine neue Studie in Auftrag gegeben. Ganz nach dem Motto: „Mir gefällt nicht, was in der Studie aufgedeckt wurde. Daher werden wir eine neue in Auftrag geben, um ein besseres Ergebnis zu erzielen.“
Beide Studien wurden inzwischen veröffentlicht. Die Studie der Kanzlei Gerke / Wollschläger wurde am 18.03.2021 online gestellt und ist von jedem einsehbar. Die Studie der Kanzlei Westphal-Spilker-Wastl wurde zur Einsicht vom 25.03.2021 bis zum 01.04.20201 im Maternushaus ausgelegt und mit Anmeldung hat man 90min Zeit sich diese anzuschauen. Wir haben Einblick genommen und konnten die Unterschiede erkennen.

Vergleich der Studien
Die erste Studie der Kanzlei WSW basiert auf einer gründlichen vorherigen Befassung mit der Thematik und nimmt auch vorangegangene Studienergebnisse vorweg. Dabei wird nicht nur die rein gesetzliche Sicht auf die Sexualstraftaten erörtert, sondern auch eine Bewertung auf moralisch-ethischer Ebene gewagt. Dieses Vorgehen wurde daher auch vom Erzbistum bemängelt, da sie dies als Kompetenzüberschreitung ansehen. Tatsächlich ist dieser Punkt jedoch genau das Maß mit dem sich die katholische Kirche messen muss, da auch die interessierte Bevölkerung da den größten Widerspruch in der Lehre einerseits und dem Gebahren in dieser Missbrauchsgeschichte andererseits sieht. Dabei werden auch systemische Hintergründe erkannt und formuliert, die weitestgehend mit der vollkommen unabhängigen Studie aus Australien aus 2017 übereinstimmen.

Auch wenn unser Petitionsziel mit der Offenlegung nominell erfüllt ist, so sind wir damit nicht zufrieden! Wir sehen es als erwiesen an, dass sich das Erzbistum gegen eine ehrliche unabhängige Aufarbeitung sträubt und insbesondere wichtige Fragen zur systemischen und moralischen Schuld nicht stellt.

Dazu wäre nämlich eine Anerkennung auch dieses 1. Gutachtens erforderlich! Wird das erste Gutachten als Anklageschrift gesehen, so konstatieren nicht nur Betroffene, dass es sich bei dem zweiten Gutachten eher um eine formelle Verteidigungsschrift handelt, da es ausschließlich die rein rechtlichen Aspekte beider Rechtsvorgaben (staatliches und kirchliches Recht) berücksichtigt. Aber Gesetze und Verordnungen sind immer auch Auslegungssache, daher ist auch die Beschäftigung mit beiden Aspekten wichtig. Indem das Erzbistum aber die erste Studie nicht zur Kenntnis nehmen will und auch Kardinal Woelki betont, das erste Gutachten weder lesen zu wollen noch dieses in seine Präventionsbemühungen einzubeziehen, zeigt es aber auch erneut eine Missachtung den Opfern gegenüber und die mangelnde Bereitschaft wissenschaftliche Erkenntnisse zu systemischen Ursachen mit einzubeziehen.

Wir haben das Vertrauen in eine ehrliche Aufarbeitung verloren und möchten Sie daher bitten die nachfolgende Petition an den Bundestag zu unterstützen, die eine unabhängige Aufarbeitung fordert:

https://weact.campact.de/petitions/helfen-sie-uns-aufarbeitung-hilfe-und-entschadigung-fur-die-opfer-sexueller-gewalt-in-der-kirche

stellvertretend für viele engagierte Christen der Katholischen Kirche im Bistum Köln
gez. Regina Bergande, Doris Engels, Birgit Linz-Radermacher, Thomas Bose