Kein Palmöl in dm-Produkten #dmPalmölfrei

0 haben unterschrieben. Nächstes Ziel: 50.000.


Kürzlich in einem dm-Markt: In der Eile fasse ich statt nach dem Erdnussmus nach dem Glas daneben. Da steht in exakt demselben Design die dmBio Erdnusscreme. Der Unterschied? In Erdnusscreme ist zusätzlich Palmöl darin. Das merkt jedoch nur, wer die kleingedruckte Inhaltsangabe durchliest. Viele andere dmBio Produkte wie z.B. Knabbertiere, Dinkelstangen oder Doppelkeks beinhalten ebenfalls Palmöl oder Palmfett.
 
Palmöl ist aus gesundheitlichen Gründen bedenklich. Das unbehandelte Öl an sich ist zwar nicht krebserregend. Doch die Europäische Lebensmittelbehörde Efsa warnt vor Produkten, die raffiniertes Palmöl enthalten. In einer Risikobewertungaus dem Jahr 2016 wurden Stoffe bewertet, die bei der Verarbeitung von Pflanzenölen bei Temperaturen um die 200 Grad entstehen. Die Untersuchung ergab, dass die entstandenen Stoffe gentoxisch und krebserregend sind. Sie wurden in unterschiedlichen Pflanzenölen gefunden, die Konzentrationen in Palmölen und -fetten sind jedoch besonders hoch. Die Efsa hält die Aufnahmemenge der Stoffe insbesondere bei Kindern und bei Menschen, die sehr viele verarbeitete Produkte essen, für besorgniserregend. 
 
Auch aus ökologischer Sicht ist der Anbau von Palmöl katastrophal, da Ölpalmen besonders gut wachsen auf trockengelegtem Dschungelboden und deshalb in riesigem Ausmaß Urwald gerodet wird – ohne Rücksicht auf Tierarten wie den Orang-Utan und die Urwaldvölker. Zudem wird bei der Abholzung so viel Kohlenstoff frei, dass das Palmöl-Boomland Indonesien schon jetzt nach den USA und China der weltweit drittgrößte Produzent von Treibhausgasen ist. Auch „Bio-Palmöl“ ist keine Lösung. Zwar gibt es einige Bio-Produzenten, vor allem in Südamerika, die nachhaltigen Anbau und faire Bedingungen nachweisen können. Dabei handelt es sich jedoch um Einzelfälle, so dass auch das Bio-Siegel keine Nachhaltigkeit gewährleisten kann. Laut Greenpeace kann derzeit keine Firma garantieren, dass das eingesetzte Palmöl aus umweltverträglicher Produktion stammt. Zwar wird argumentiert, dass im Vergleich zu anderen Ölen bei Ölpalmen am meisten Öl pro Fläche gewonnen werden kann. Das mag bei gewissen Produkten ein Argument sein. Bei Erdnussmus gibt es keinen Grund, warum ein gesundes Produkt durch Palmöl ergänzt werden soll mit den geschilderten gesundheitlichen und ökologischen Nachteilen.
 
Gerade in der dm-Marke dmBio hat Palmöl deshalb nichts zu suchen. Schließlich betont Erich Harsch, der Geschäftsführer, dass ökologisches und ressourcenschonendes Wirtschaften dm am Herzen liegt. Palmöl in dm-Produkten (zumal dmBio) untergräbt mein Vertrauen in solche Aussagen und das ganze Unternehmen.
 
Ich fordere die dm-Geschäftsführung auf, in Produkten der Eigenmarken (z.B. dmBio) auf Palmöl zu verzichten. Andere Firmen haben gezeigt, dass es ohne geht: Rewe Österreich verzichtet bei der hauseigenen Bio-Marke „Ja!Natürlich“ seit Anfang 2018 auf Palmöl.