Offene Oberschulen in Südtirol

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In keinem anderen Land in Europa waren die Oberschulen wegen der Covid-19-Pandemie so lange geschlossen wie in Südtirol. Seit mehr als neun Monaten sind die Oberschüler*innen nun schon im sogenannten Fernunterricht. Sie durften in dieser Zeit nur etwa 20 Tage in Präsenz an den Schulen verbringen – weil die Landesregierung im Herbst beschlossen hatte, strengere Regeln als in Restitalien anzuwenden. Der Zeitraum der Isolation der Oberschüler*innen wird bis zu der möglichen Öffnung der Schulen Mitte Januar sogar mehr als zehn (!) Monate betragen. Und selbst jetzt wird von der Landesregierung noch keine eindeutige Garantie für die Rückkehr in einen Präsenzunterricht gegeben.

Es muss endlich anerkennend festgestellt werden, dass die Oberschüler*innen im Sinne einer gemeinsamen Verantwortung für die Gesellschaft, ihren Beitrag zur Pandemiebekämpfung erbracht haben. Offenkundig hat sich trotz dieser Opfer und Einschnitte in die Bildungsrechte der Kinder und Jugendlichen, der Pandemieverlauf in Südtirol nicht eindämmen lassen. Dies legt den Schluss nahe, dass die kontinuierliche Schließung der Oberschulen weder ein geeignetes oder verhältnismäßiges noch angemessenes Mittel zur Eindämmung des Pandemiegeschehens war und ist.

In Hinblick auf das weitere Geschehen nach den Weihnachtsferien fordern wir daher, dass die Landesregierung:

-        den Präsenzunterricht an den Oberschulen ab 7. Januar 2021 mindestens zu 75% und mit vollem Stundenplan garantiert - wie es in der gültigen nationalen Regelung vorgesehen ist.

-        in Zukunft nicht strengere Regelungen als im restlichen Italien einführt.

-        nie wieder reflexhaft als erste Maßnahme und zu Lasten der Kinder und Jugendlichen die Schulen schließt, sondern nur punktuell angemessene Maßnahmen ergreift.

-        die notwendigen finanziellen Mittel nun auch für Kinder und Jugendliche zur Verfügung stellt, insbesondere um den sicheren Transport der Schüler*innen ab 7. Januar 2021 ohne weitere Verzögerungen zu gewährleisten: Potenzierung der Schulbusse.

-        weiteres Lehrpersonal einstellt, um den vollen Stundenplan zu gewährleisten. Das sogenannte Selbstorganisierte Lernen - wie die Stundenkürzungen (!) beschönigend genannt werden - stellt keinen Unterricht dar und widerspricht dem Bildungsauftrag, den die öffentliche Hand hat.

-        transparent kommuniziert und nachvollziehbar erklärt, warum bestimmte Maßnahmen getroffen werden. Es entbehrt jeglicher Grundlage, die Schulschließungen mit den vermeintlich hohen Ansteckungszahlen zu begründen, wenn diese Zahlen nicht im Gesamtkontext des allgemeinen Pandemiegeschehens betrachtet werden. Zahlen ohne jeglichen Zusammenhang tragen dazu bei, dass in der Öffentlichkeit der Eindruck entsteht, die Schulen wären Hotspots der Pandemie.

-        sich klar dazu bekennt, dass die Jugendlichen nicht ein zweites Bildungsjahr verlieren dürfen und dies bei der Prioritätensetzung von weiteren Maßnahmen beachtet.

Wir, die Eltern-Lobby der vergessenen Oberschüler*innen, fordern ein schlüssiges, verbindliches Konzept für einen konstanten Präsenzunterricht. Sollte das Pandemiegeschehen erneute Maßnahmen erfordern, so müssen diese auf dem Prinzip des milderen Mittels beruhen. Landesweite Schulschließungen dürfen nur dann erfolgen, wenn andere Eindämmungsmaßnahmen nicht erfolgreich sind.

Eltern-Lobby der vergessenen Oberschüler*innen

Die Initiatorinnen: Margit Tauber, Milland/Brixen | Eva Maria Moar, Klausen | Barbara Grießmair, Sarns/Brixen | Susanne Rieder, Mühlbach | Margareth Grießmair, Milland/Brixen | Ulla Walder, St. Felix