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Petitioning Präsidium des Deutschen Olympischen Sportbunds Dr. Thomas Bach und andere
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Präsidium des Deutschen Olympischen Sportbunds
Dr. Thomas Bach und andere

Zeichen setzen gegen Homophobie in Russland

Während die Sportwelt sich mit großen Erwartungen auf die kommenden Olympischen Winterspiele in Sotschi 2014 vorbereitet, hat sich die ohnehin problematische Lage für Homosexuelle in Russland seit Inkrafttreten der Gesetze gegen „homosexuelle Propaganda" gravierend verschlechtert.

Die deutsche Olympiadelegation soll Menschenrechtsverletzungen nicht tatenlos ignorieren, wenn sie zu Gast in Sotschi ist.

Natürlich erfordert das Gast-Sein in einem anderen Land auch eine gewisse Toleranz für die entsprechend andere Kultur. Wo jedoch Menschen ausgegrenzt werden, ihnen die unveräußerlichen Rechte auf Meinungs- und Gewissensfreiheit genommen werden und ihnen systematisch das Leben schwer, vielleicht sogar unmöglich gemacht wird, da verlangt es unsere Kultur und unsere Menschlichkeit zu handeln.

Die olympische Bewegung ist traditionell eine Bewegung des Friedens und der Menschlichkeit. Ich möchte Sie daher auffordern darüber nachzudenken, dass die deutsche Olympia-Delegation mit gutem Beispiel voranschreitet und ihren Teilnehmerinnen und Teilnehmern empfiehlt, vor Ort ein Zeichen zu setzen - als Zeichen des zivilen Ungehorsams und der Menschenrechte in Solidarität mit unterdrückten Menschen im Gastgeberland.

Ich rege deshalb dazu an, dass die deutsche Olympiadelegation als Zeichen der Solidarität bei sämtlichen öffentlichen Veranstaltungen außerhalb der Wettkämpfe mit Regenbogen-Pins auftritt.

Unterzeichnen Sie mit mir diesen Aufruf an den Deutschen Olympischen Sportbund!
Vielen Dank!

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Warum ich das mache? Mein Freund und ich reagierten immer wieder fassungslos auf neue Meldungen aus Russland, in welchen darüber berichtet wurde, welchen LGBT-feindlichen Kurs die russische Regierung fährt. Ich habe beschlossen, nicht mehr nur zuzuschauen, ich möchte - sofern in meiner Macht - helfen, aufmerksam machen und etwas bewegen.

Hashtag #RainbowsInSochi - Bitte verbreiten!


Letter to
Präsidium des Deutschen Olympischen Sportbunds Dr. Thomas Bach und andere
Zeichen setzen gegen Homophobie in Russland

Sehr geehrter Herr Dr. Bach,
sehr geehrte Frau Bokel,
sehr geehrter Herr Breuer,
sehr geehrte weitere Mitglieder des Präsidiums des Deutschen Olympischen Sportbundes,
sehr geehrte Damen und Herren,

die (Winter-)Sportwelt wartet gespannt auf die kommenden Olympischen Spiele in Sotschi 2014. Wie Sportfunktionäre in diesen Tagen immer wieder betonen, gelten dabei olympische und menschliche Werte für alle Menschen, schließlich soll der Sport verbinden und allen Freude bereiten.

Andererseits ist die Berichterstattung der letzten Tage zunehmend davon geprägt, dass in Russland Gesetze in Kraft getreten sind, welche die Menschenrechte homosexueller Menschen gravierend einschränken. Der Aufschrei im Ausland ging so weit, dass einige gar einen Boykott russischer Produkte oder gar der Winterspiele in Russland forderten.

Doch das hilft den betroffenen Russinnen und Russen nicht.

Es erreichen uns Meldungen, dass insbesondere junge Homosexuelle seit Inkrafttreten des „Homo-Propaganda-Gesetzes" noch mehr als zuvor unter homophoben Angriffen auf Leib und Seele zu leiden haben. In vielen Fällen sind diese Menschen auf sich allein gestellt und werden von ihren Familien verstoßen, die Suizidrate unter ihnen liegt weit höher als bei anderen. Natürlich erfordert das Gast-Sein in einem anderen Land auch eine gewisse Toleranz für die entsprechend andere Kultur. Wo jedoch Menschen ausgegrenzt werden, ihnen die unveräußerlichen Rechte auf Meinungs- und Gewissensfreiheit genommen werden und ihnen systematisch das Leben schwer, vielleicht sogar unmöglich gemacht wird, da verlangt es unsere Kultur und unsere Menschlichkeit, zu handeln.

Die olympische Bewegung ist traditionell eine Bewegung des Friedens und der Menschlichkeit. Ich möchte Sie daher auffordern, darüber nachzudenken, dass die deutsche Olympia-Delegation mit gutem Beispiel voranschreitet und ihren Teilnehmerinnen und Teilnehmern empfiehlt, vor Ort ein Zeichen zu setzen - als Zeichen des zivilen Ungehorsams und der Menschenrechte in Solidarität mit unterdrückten Menschen im Gastgeberland.

Zwar kann kein Zeichen die Gesetze eines anderen Landes ändern, es kann jedoch den Menschen in Russland klar machen, dass die deutsche Delegation Gast aller Russen ist und solidarisch zu jenen steht, welche Unrecht und Angst erfahren müssen.

Ich schlage vor, dass die Delegation bei sämtlichen öffentlichen Veranstaltungen außerhalb der eigentlichen Wettkämpfe mit einem angehefteten Regenbogen-Pin auftritt. Das international bekannte Symbol für Toleranz und Vielfältigkeit ist auch ein Zeichen der Lesben- und Schwulenbewegung, jedoch nicht nur. Es steht somit neben dieser dezidierten Bedeutung auch für die Olympischen Werte.

Da ich – wie viele andere Menschen in Deutschland und der ganzen Welt – den Wunsch habe, dass unsere Sportlerinnen und Sportler in Sotschi nicht nur sportliche Erfolge feiern, sondern auch als Botschafter Deutschlands gesehen werden, möchte ich Herrn Breuer als Vertreter der Athletinnen und Athleten dazu auffordern, diese Idee an jene weiterzuleiten, denen die Ehre zuteilwird, Deutschland in Russland zu vertreten.

Oftmals verstecken sich Sportlerinnen und Sportler hinter der Aussage, dass sie eben nur für den Sport da seien und Politik sie nicht zu interessieren brauche. Doch wir sind alle Menschen und sollten füreinander einstehen. Die bisherigen Verlautbarungen in der Presse zum Thema von Seiten des DOSB waren in dem Zusammenhang sehr zurückhaltend. Ich wünsche mir, zusammen mit vielen anderen, jedoch eine klarere Position.

An Herrn Dr. Bach und Frau Bokel als IOC-Mitglieder richte ich den Wunsch, diese Idee und die damit verbundene Botschaft auch anderen aussendenden Ländern zu unterbreiten. Je mehr Menschen dieses Zeichen der Solidarität und des Friedens setzen, desto klarer wird: Homosexuelle Menschen in Russland sind nicht auf sich allein gestellt, sie genießen Achtung in den verschiedensten Ländern weltweit. Russland würde aus diplomatischen Gründen sicher nicht ganze Sportlerdelegationen auf Basis seines „Homo-Propaganda-Gesetzes“ verfolgen – der PR-Schaden wäre schließlich immens. Wer jedoch für Menschenrechte einstehen will, wo sie gebrochen werden, der braucht auch ein wenig Mut.

Zu Unrecht verfolgte Menschen brauchen überall auf der Welt unsere Solidarität. Wo wir dazu beitragen können, Missstände und Menschenrechtsverstöße anzuprangern oder zu verhindern, müssen wir tätig werden.

Ich lade Sie dazu ein, diese Botschaft des Friedens und der Sportlichkeit anzunehmen und zu verbreiten. Setzen Sie ein Zeichen!

Mit freundlichen Grüßen