Keine Abiturprüfungen für Baden-Württemberg!

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Die derzeitige Situation

Das Abitur ist eine der zukunftsrelevantesten Prüfungen in Deutschland. Hierbei entscheidet sich für jeden, wie seine weitere Ausbildung aussehen wird. Der eine schafft ein Abitur mit dem Notendurchschnitt 1,0; der andere schafft sein Abitur nicht und muss auf eine Ausbildung zurückgreifen oder ein „Freies Soziales Jahr“ absolvieren, um doch noch die Fachhochschulreife zu erlangen. Das Abitur ist somit ein Sprungbrett für jeden einzelnen Schüler.

Schüler werden auf das Abitur hauptsächlich in den zwei Jahren der Oberstufe vorbereitet. Intensiver Unterricht,Übungen aus dem alten Abitur, Klausuren bis hin zum „Probeabitur“, zum Teil auch privat organisierte Wochenenden mit der ganzen Klasse, um ein Fach – wie z.B. Mathematik – ganz besonders zu üben. Diese Vorbereitung ist essentiell, um zum einen den Schülern ein Bild vom Abitur an sich zu schaffen, zum anderen um ihnen den Inhalt („Lernstoff“) näher zu bringen.

Die Situation zum jetzigen Zeitpunkt ist jedem bewusst: Die Schulen wurden geschlossen, das öffentliche Leben auf ein Minimum heruntergefahren. Das „Coronavirus“ (SARS-CoV-2) bringt die gesamte Menschheit an Grenzen. Die Bundeskanzlerin Angela Merkel bezeichnete den Zustand als größte Herausforderung seit dem zweiten Weltkrieg, bei dem es auf solidarisches Handeln ankomme. Es wurden Ausgangssperren sowie Ausgansbeschränkungen diskutiert, in manchen Ländern wurden solche beschlossen, in anderen Ländern hat man sich auf ein Kontaktverbot geeinigt. Diese Aktionen sollen bewirken, die Infektionen auf ein Minimum zu reduzieren und das deutsche Gesundheitssystem in seiner Kapazität nicht auszulasten.

Warum sollten die Abiturprüfungen nicht stattfinden?

Durch das Coronavirus wurden zunächst vorübergehend die Schulen geschlossen. Zwar wurde der Unterricht zum Teil online weitergeführt oder durch „Hausaufgaben“ aufrechterhalten. So wird den Schülern zwar der Lernstoff weiterhin vermittelt, jedoch kann man einen solchen „Unterricht“ keinesfalls mit dem an Schulen vergleichen. In Schulen agiert man als Klassengemeinschaft. Der Lehrer steht vor der gesamten Klasse. Diese hat also direkten Kontakt zum Lehrer. Informationsvermittlung sowie Verständnis werden hierdurch massiv gefördert. Macht ein Schüler einen Fehler, so gelangt die gesamte Klasse Kenntnis von diesem. Dies führt dazu, dass die Klasse diesen Fehler in Zukunft vermeiden kann. Lässt man die Schüler zuhause Aufgaben erledigen und übermittelt diese dann elektronisch an den Lehrer, wird zum einen die Informationsvermittlung gehemmt, Missverständnisse provoziert und auch die Fehler anderer bekommt ein einzelner nicht mit.

Durch das Aussetzen des öffentlichen Lebens durch Ausgangsbeschränkungen oder Kontaktverbote sowie diversen Empfehlungen, sich nicht mit anderen Leuten zu treffen und nicht das Haus zu verlassen, wird den Abiturienten weiterhin eine extreme Vorbereitungsmöglichkeit genommen: Das Lernen in Lerngruppen. Lerngruppen sind essentiell für das Verständnis des Stoffes. Man profitiert hierbei sowohl aus den Stärken als auch aus den Schwächen anderer. Vielleicht könnten sich diese Lerngruppen auch über Videoanrufe „zusammensetzen“. Dies hat jedoch, wie bereits oben erwähnt, einen negativen Einfluss auf den Informationsfluss, die Verständlichkeit etc. Auch sind Bibliotheken geschlossen, in denen sich Schüler mit Lernstoff versorgen könnten.

Abiturvorbereitung in der Oberstufe zählt als die wichtigste Aufgabe. Durch Verkürzungen von Unterricht kann diese Aufgabe nicht mehr wie gewohnt erfüllt werden. Die Anforderungen und Möglichkeiten, die andere Schüler zuvor hatten und Abiturienten in späteren Jahren haben werden, können in diesem Jahr nicht eingehalten werden. Das führt zu einer nicht gerechten Behandlung der diesjährigen Abiturienten. Zwar kann man dem entgegenhalten, dass sich Deutschland in einem absoluten Ausnahmezustand befindet, jedoch muss man dann auch akzeptieren, dass für solch Ausnahmesituationen auch Ausnahmeregelungen getroffen werden müssen. Allein der Umstand, dass die Abiturvorbereitung nicht wie geplant stattfinden kann, spricht also für eine Aussetzung der Abiturprüfungen.

Aus obigen Gründen sollte daher eine Abiturprüfung nicht stattfinden. Die Vorbereitung kann aufgrund der schlimmen Umstände nicht in gleichartiger Weise wie die in den Jahren zuvor erfolgen und daher sollte die benannte Ausnahme beschlossen werden.

Unsere Lösung ist daher: Jede Schülerin und jeder Schüler (in ganz Baden-Württemberg) erhält in diesem Jahr ein sogenanntes Durchschnittsabitur. Hierfür wird ein Durchschnitt der einzubringenden 32 bis 40 Halbjahresergebnisse der letzten 4 Halbjahre errechnet und als Abiturnote festgelegt. Bei einer erwünschten Verbesserung der Note, kann eine mündliche Leistung in einem der vier bereits gewählten Prüfungsfächer erbracht werden (zum Beispiel per Videocall) und ganz normal als mündliche Prüfung mit einberechnet werden.