Umbenennung des Hohenzollernplatzes in Dr. Karl-Held-Platz

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Der Hohenzollernplatz in München-Schwabing trägt den Namen eines Adelsgeschlechts, das wie kein zweites für die autoritäre, chauvinistische und antidemokratische Tradition Deutschlands steht, und deren Verstrickungen in den Nationalsozialismus unlängst erneut Gegenstand einer intensiven Debatte waren. 
Es ist nur schwer zu vermitteln, wieso ein so zentraler Ort in einer Stadt mit einer so belasteten Geschichte, die sich gleichwohl ihrer Liberalität und Weltläufigkeit rühmt, noch heute diesen Namen trägt. 
Deswegen schlagen die Petitenten die Umbenennung in Dr. Karl-Held-Platz vor.
Dr. Held prägte mit seinen Auftritten und kritischen Interventionen wie kein zweiter das fortschrittliche Geistesleben nicht nur in München, sein Ruf eilte ihm in der ganzen Republik voraus. Als Literaturwissenschaftler langjährig beim Münchner Carl Hanser-Verlag tätig, sah er sich jedoch an keine starren disziplinarischen Grenzen gebunden, vor seinem kritischen Geist waren auch Bereiche wie Psychologie, internationale Politik und Sexualität nicht sicher. Der Romancier Rainald Goetz, ein weiteres berühmtes Kind der Stadt, beschrieb ihn einst als "schönen Gedankenkrieger", und Goetz' bekannter Roman "Irre" trägt deutliche Spuren der Auseinandersetzung mit Held. 
Dr. Karl Held repräsentierte das moderne, intellektuelle und fortschrittliche München, in dem wir alle gerne leben wollen, und ist demnach der ideale neue Namenspatron des Schwabinger Platzes.