Petition update

Stierkampf - Eine Schande für Europa

Rainer Brüggemann
Am Mellensee, Germany

Sep 28, 2020 — 

Auszug aus einem Bericht der Partei Mensch Umwelt Tierschutz

Jedes Jahr werden Tausende Stiere in den Kampfarenen Spaniens, Portugals und Frankreichs grausam gequält und abgeschlachtet. Laut einer Gallupstudie aus dem Jahr 2006 haben selbst 76 Prozent der Spanier kein Interesse an Stierkämpfen. Trotzdem geht das tierquälerische Spektakel weiter.

Der Stier hat zu 99,9 Prozent keine Chance, die Arena lebend zu verlassen. Die Grausamkeiten die sich hinter den Kulissen – vor dem eigentlichen „Kampf“ – abspielen, kennen nur Insider. Eine beliebte Methode ist beispielsweise das qualvolle Abschleifen der Hornspitzen um einige Zentimeter.

In einem typischen Stierkampf kommen zuerst die Pikadore auf Pferden zum Einsatz. Sie bohren Lanzen in die Nackenmuskeln und Rücken des Stieres. Dabei drehen die Pikadore die scharfkantigen Spitzen in der Wunde, damit der Stier größere Mengen an Blut verliert. Als zweiter Akt des Dramas werden dem Stier durch die Banderilleros Speerspitzen mit Widerhaken in den Nacken gestoßen. Wenn der letzte Akte beginnt, ist der Stier durch den Blutverlust schon sehr geschwächt. Der Torero versucht – mit einem Schwertstich ins Rückenmark – dem Stier den Todesstoß zu versetzen. Wenn dies misslingt, geht das Verstümmeln weiter. Häufig wird das Rückenmark des Tieres jedoch nicht vollständig durchtrennt und der Stier bei Bewusstsein, aber paralysiert von Schmerzen und Erschöpfung, angekettet, an seinen Hörnern aus der Arena gezogen. Schließlich werden Ohren und Schwanz abgeschnitten und den Zuschauern stolz präsentiert.

Neben den Stieren sind auch Pferde die Opfer dieser perversen Volksbelustigung. Jedes Jahr sterben weltweit rund 200 Pferde bei Stierkämpfen.

Der Stierkampf ist eine der grausamsten Tierquälereien, aber die spanische, portugiesische und französische Regierung verteidigt dieses abartige Spektakel als „traditionelles Kulturgut“. Diese Länder verstossen damit gegen das ethische Empfinden der meisten EU-Bürger und haben in der Europäischen Union – so lange es Stierkämpfe zulassen, nichts verloren.

Die Partei Mensch Umwelt Tierschutz fordert auf EU-Ebene ein Gesetz, um diese legalisierte Tierquälerei zu beenden.

Boykottieren Sie gezielt spanische, portugiesische und französische Produkte und fahren Sie nicht in Ihrem Urlaub in diese Länder bis der Stierkampf dort abgeschafft wurde!

Partei Mensch Umwelt Tierschutz kritisiert Kinderverrohung durch Stierkampf
EU-Gesetz überfällig!

Die Partei Mensch Umwelt Tierschutz kritisiert die Gefährdung von Kindern und Jugendlichen durch die Teilnahme als Zuschauer von Stierkämpfen und „Fiestas“ in Spanien, Portugal und Frankreich. Da die Rechte des Kindes, die in der EU-Charta der Grundrechte anerkannt sind und über nationalen Rechten stehen sollten, durch die erlaubte Teilnahme von Kindern als Zuschauer bei Stierkämpfen missachtet werden, ist die Einflussnahme der EU auf diese drei Länder dringend notwendig.

Auch der Europa-Abgeordnete Raul Romeva, aktueller Vize-Präsident der Grünen Partei Europas, warnt vor der expliziten Gewalt des Stierkampfes, die Minderjährige in Spanien, Portugal und Frankreich erleben. Die Anwesenheit von Kindern und Jugendlichen bei Stierkämpfen und Stierkampf-„Festen“ wurde von Romeva in einer parlamentarischen Initiative aufgegriffen. Er fordert die Europäische Kommission auf, Maßnahmen zu ergreifen, um Kinder als direkte Zeugen der expliziten Gewalt zu schützen, da dies eine traumatische Auswirkung auf sie haben könnte, wie in mehreren wissenschaftlichen Studien und Gutachten belegt wird.

In seiner Zusammenfassung der Motive betont der Abgeordnete, dass die EU die „Rechte des Kindes“ in ihrer Charta der Grundrechte anerkennt und die Verpflichtung der EU-Behörden für die Einhaltung dieser Charta – insbesondere der Schutz von Kindern – Vorrang hat. Romeva weist ferner darauf hin, dass Wissenschaftler und Experten belegt haben, dass Stierkämpfe einen negativen Einfluss auf die psychische und soziale Entwicklung von Kindern haben können, wie die Studie des französischen Psychologen Joel Lequesne und die Analyse mit dem Titel „Von der Gewalt von Stierkämpfen zu einer gewaltfreien Erziehung: aus psychologischer Sicht“ von Dr. José F. Rodrigues (Professor für pädagogische und entwicklungspsychologische  Psychologie an der Universität von Lissabon) belegen.

Romeva, der auch Vize-Präsident von „The European Parliament’s Intergoup on the Welfare and Conservation of Animals“ ist, beschreibt einige der negativen Auswirkungen und erklärt, dass „Kinder, die Zeugen des gewaltsamen Todes (von Stieren) sind, oder schockierende Bilder von Menschen sehen, die (von Stieren) aufgespießt werden“, Schwierigkeiten beim korrekten Ausdrücken von Gefühlen haben, und es zu einer Destabilisierung der Fähigkeit kommt, das moralisch Richtige vom Falschen zu unterscheiden. Darüber hinaus kann ein traumatisierendes Erlebnis beim Stierkampf oder bei „Fiestas“ dazu führen, dass schwerwiegende Verhaltensstörungen auftreten, oder es zu einer lebenslangen Desensibilisierung durch die Gewöhnung an Gewalt kommt.

Es besteht dringender Handlungsbedarf, dass Maßnahmen ergriffen werden, um die Interessen der Kinder in Übereinstimmung mit der veröffentlichten Agenda der EU in oben genannten Stierkampfländern sicherzustellen und die Teilnahme von Kindern an Stierkampfveranstaltungen einzuschränken oder – besser noch – gänzlich zu verbieten.

Ungeachtet dieser Maßnahme, die dem Schutz der Kinder dient, fordert die Partei Mensch Umwelt Tierschutz ein unverzügliches Verbot von Stierkämpfen und Stierkampffesten weltweit!

Zulassungsbeschränkungen für Kinder bei Stierkämpfen gibt es bereits in mehreren Orten auf der ganzen Welt und wurden von Menschenrechtlern, Kommissionsmitgliedern der EU, Juristen und Psychologen befürwortet.

Randbemerkung: Wussten Sie, dass Spaniens König Juan Carlos begeisterter Stierkampfanhänger ist? Die Frage ist berechtigt: Altersdemenz oder psychische Auffälligkeit?

Mehr über Tierschutz in Spanien kann man durch das Buch “Wenn der Himmel seine Augen verschliesst – Die Hölle der Tiere unter Spaniens blutiger Sonne“ der Tierrechtsaktivistin Caroline Waggershauser erfahren.

  • Stierkampf darf kein Weltkulturerbe werden!

Die „Internationale Stierkampf-Vereinigung“ hat offiziell den Antrag bei der UNESCO eingereicht, dass der Stierkampf zum Weltkulturerbe erklärt werden soll.

Solche Brutalitäten widersprechen zwar eigentlich den moralischen Grundwerten der UNESCO, die als Unterorganisation der Vereinten Nationen für internationale Zusammenarbeit, Bildung und Kultur zuständig ist. Aber die Aussichten stehen dennoch gut, dass der Antrag vom Welterbekommittee auf seiner Sitzung im Oktober positiv beschieden wird. Stierkampf wäre dann neben vielen anderen Denkmälern, Gebäuden, Traditionen und Kunstwerken offiziell ein Weltkulturerbe.

Das würde ein Verbot des Stierkampfs, für das sich Tierschützer seit vielen Jahren einsetzen, so gut wie unmöglich machen!

Francisco Guerreiro, der für die portugiesische Tierschutzpartei in das Europaparlament gewählt wurde, hat daher einen Brief an die UNESCO geschrieben und 60 weitere Europaparlamentarier*innen haben ihn mitgezeichnet.

Anja Hazekamp ist Präsidentin der Tierschutz-Intergruppe im Europaparlament und wird demnächst erneut versuchen, die unsäglichen EU-Subventionen für den Stierkampf abzuschaffen.

Hoffentlich setzen sich beide Initiativen durch. Und dann ist der Weg hin zum Stierkampf-Verbot aussichtsreicher als jemals zuvor!

 

 


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