#SaveRomafromCorona: Roma-Gemeinschaften vor einer Katastrophe schützen!

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In einer Zeit, in welcher der Coronavirus (Covid-19) die ganzen Welt und vor allem die Schwächsten unter uns bedroht, müssten sich die Europäische Union, ihre Mitgliedstaaten, Internationale Organisationen und die Zivilgesellschaft in Solidarität handeln und mit vereinten Kräften alle Menschen in Europa schützen und sich besonders um schutzbedürftige Gruppen kümmern.

Die meisten der geschätzten 12 Millionen Roma in Europa leben unter prekären Zuständen ohne Zugang zu sauberem Wasser, ohne angemessenem Wohnraum, ohne grundlegende Gesundheitsversorgung und ohne finanzielle Mitteln für eine gute Ernährung.[1] Unabhängig von der aktuellen Epidemie sind Menschen mit Romno-Hintergrund bereits aufgrund des Antiziganismus, der spezifischen Form des Rassismus gegenüber Menschen mit Romno-Hintergrund, Diskriminierungen beim Zugang zu angemessenem Wohnraum, Gesundheits- und Sozialdiensten ausgesetzt.

Aus diesem Grund sind Roma besonders stark den schwerwiegenden Folgen einer Covid-19-Infektion ausgesetzt und prekäre Roma-Siedlungen laufen Gefahr zu Brennpunkten der Epidemie zu werden.

Die Covid-19-Epidemie erfordert sofortige und umfassende Maßnahmen der Regierungen. Dies darf jedoch nicht der Anlass dafür sein, diskriminierende Maßnahmen gegen ethnische Minderheiten zu ergreifen und rassistische Stereotypen gegen Roma zu befördern. Bedauerlicherweise ist dies bereits in einer Reihe europäischer Länder der Fall, beispielsweise in Rumänien, Bulgarien, Ungarn, Österreich, Serbien und Nord-Mazedonien.[2]

Man wird die Covid-19 Epidemie nicht lösen, indem man Roma zum Sündenbock für das Virus macht, oder Roma-Siedlungen absperrt und den Menschen die dringend benötigte medizinische Unterstützung, Sozialdienste und Lebensmittelversorgung entzieht. Das Gegenteil ist die Wahrheit.

Es ist wichtig, vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen, um die potenziell schwerwiegenden Folgen von Covid-19 für schutzbedürftige Gruppen, insbesondere Roma-Gemeinschaften, zu mildern. Wenn wir jetzt nicht handeln, werden wir uns an dieser drohenden Katastrophe mitschuldig machen!

Wir rufen deshalb

Die Europäische Kommission und ihre Präsidentin, Frau Ursula von der Leyen

Den Rat der EU und seine Präsidentschaft

Den Europäischen Rat und seinen Präsident Charles Michel

Die Menschenrechtskommissarin des Europarates, Dunja Mijatović

Die Hohe Kommissarin für Menschenrechte der Vereinten Nationen und ihre Kommissarin Michelle Bachelet Jeria

Die Weltgesundheitsorganisation und ihr Generaldirektor, Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus

Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa

Die EU-Agentur für Grundrechte und ihr Direktor, Herr Michael O'Flaherty

dazu auf:

  • die Schutz- und Präventionsmaßnahmen gegen Covid-19 für alle in Europa lebenden Menschen gleichermaßen zugänglich zu machen, unabhängig von ihrer Nationalität, Ethnie, Religion oder ihrem Aufenthaltsstatus;
  • die Hassrede und rassistischen Stereotype, welche Roma zu Sündenböcken der Coovid-19-Epidemie machen,  öffentlich zu verurteilen und aktiv zu bekämpfen;
  • die europäischen Regierungen aufzufordern, den Zugang zu Nahrungsmitteln, Wasser, Schutzausrüstung und Gesundheitsversorgung für prekäre Roma Siedlungen zu gewährleisten;
  • die europäischen Regierungen aufzufordern, alle ethnisierten und diskriminierenden Maßnahmen gegen Roma unverzüglich einzustellen;
  • COVID-19-Notfallhilfen aus der EU und anderen internationalen Organisationen für Roma-Gemeinschaften in prekären Situationen in Europa bereitzustellen;
  • Die Unterstützung von gefährdeten Roma-Gemeinschaften in Europa in den Krisenreaktionsmechanismus der EU für COVID-19 aufzunehmen.

Wir fordern die europäischen Regierungen auf:

  • alle rassistischen und ethnisierten Maßnahmen gegen Roma im Rahmen des Kampfes gegen Covid-19 zu stoppen;
  • die Hassrede und rassistischen Stereotype, welche Roma zu Sündenböcken der Coovid-19-Epidemie macht,  öffentlich zu verurteilen und aktiv zu bekämpfen, sowie Roma-Gemeinschaften aktiv vor rassistischer Gewalt zu schützen;
  • marginalisierte Roma-Siedlungen, bei denen die Gefahr besteht, dass sie zu Brennpunkten der Epidemie werden zu identifizieren, einen Notfallplan für zusätzliche Unterstützung von identifizierten Siedlungen zu entwickeln, umgehend Präventionsmaßnahmen gegen die Infektion mit Covid-19 zu ergreifen und die medizinische Unterstützung bei Infektionsfällen bereitzustellen;
  • die Beteiligung von Vertretern der Roma-Gemeinschaften an der Planung und Durchführung von Sofortmaßnahmen gegen Covid-19 sicherzustellen;
  • die Fällen von Polizeibrutalität gegen Roma bei der Umsetzung der staatlichen Eindämmungsmaßnahme gegen Covid-19 zu untersuchen



[1]  The Second European Union Minorities and Discrimination Survey, Roma - Selected Findings
[2] In Slovakia, the mayor of Kosice, Jaroslav Polacek, warned the society that Roma can spread the coronavirus accusing them of "socially unadaptable people". In other villages and towns, the inhabitants called the police and gendarmerie to take special measures against Roma in segregated communities, asking to put them in prison as the only solution to stop the spread of coronavirus. The same happens in Bulgaria, where the nationalist VMRO party called for strict measures on people with Romani background, or in Romania, where Roma are blamed and made the scapegoat for the spread of the virus.