Die Deutsche Bahn muss Hilfe für Tauben in Not zulassen und leisten

Die Deutsche Bahn muss Hilfe für Tauben in Not zulassen und leisten

0 haben unterschrieben. Nächstes Ziel: 15.000.
Bei 15.000 Unterschriften wird diese Petition zu einer der meist gezeichneten Petitionen auf Change.org!
Daniela Boehm hat diese Petition an Deutsche Bahn AG (Kundenservice) und gestartet.

An die Verantwortlichen der Deutschen Bahn 

Die InitiatorInnen und UnterstützerInnen bringen mit dieser Petition ihre Bestürzung zum Ausdruck, dass eine Taube am Münchner Hauptbahnhof tagelang in einem defekten Taubenabwehrnetz verzweifelt um ihr Leben kämpfte und verstarb, weil die Deutsche Bahn München keine Hilfe leistete und angebotene Hilfe nicht zuließ, bzw. verhinderte.

Wir fordern von den Verantwortlichen der Deutschen Bahn eine Aufklärung dieses ungeheuerlichen Vorfalls sowie ein grundsätzliches Umdenken im Taubenschutz.

Hintergrund:

Am Samstag, dem 14. Mai, verfing sich eine Taube in einem defekten Taubenabwehrnetz über dem Gleis 17. Eine Tierschützerin bemerkte das verzweifelte Tier am Samstagnachmittag. Die Feuerwehr wurde verständigt, die zusagte, dass sie kommen würde, um das Tier aus seiner verzweifelten Lage zu befreien. 

Nachdem mittlerweile mehrere Tierschützerinnen vergeblich längere Zeit gewartet hatten, fragten sie nochmals nach, und erhielten die Information, dass die Deutsche Bahn den Einsatz der Feuerwehr abgesagt hätte. 

Die Tierschützerinnen baten die Feuerwehr erneut, dennoch zu kommen. Sie beriet sich mit der Deutschen Bahn und der Bundespolizei vor Ort – ohne dass ein Entschluss gefasst wurde, der in Todesnot geratenen Taube zu helfen. 

Eine Leiter wurde aufgrund der geschätzten Höhe von 20 m wegen Rutschgefahr ausgeschlossen. (TierschützerInnen maßen am übernächsten Tag mit einem speziellen Gerät jedoch eine Höhe von 13,5 m) Ein größeres Fahrzeug mit Drehleiter wäre laut Aussage des Fachpersonals zu schwer für den Hallenboden gewesen. Die Option eines leichteren Fahrzeugs mit einer niedrigeren Drehleiter und dem Einsatz einer Teleskopstange (die von den TierschützerInnen für diese Fälle schon oft benutzt wurde), um die Taube freizuschneiden, wurde abgelehnt. 

Auch das Technische Hilfswerk wurde informiert und hätte geholfen, wenn es hierzu einen Auftrag der Feuerwehr erhalten hätte. „Der Einsatz steht in keiner Relation“, sagte ein Feuerwehrmann.

Auch der Taubenschutzbeauftragte der Deutschen Bahn am Münchner Hauptbahnhof war verständigt worden – die entsprechenden Geräte, um das Tier aus dieser Höhe zu holen, standen ihm an diesem Samstag angeblich nicht zur Verfügung.  

Später hieß es dann wiederum seitens eines DB Mitarbeiters, das THW könne nicht kommen, es müsse sich für ‚echte‘ Notfälle bereithalten – dieses hatte aber zwei Stunden vorher seine Hilfe zugesagt. 

Es ging um ein fühlendes Lebewesen in einer ausweglosen Situation, aus der es sich ohne menschliche Hilfe nicht befreien konnte. 

Die TierschützerInnen gaben nicht auf und versuchten auch am Sonntag, dem 15. Mai, alles, damit das Tier gerettet werden konnte. Der Aufruf um Hilfe wurde in den sozialen Netzwerken geteilt, mit der Bitte, bei der Feuerwehr und der verantwortlichen Dienststelle der Deutschen Bahn am Münchner Hauptbahnhof anzurufen. Unzählige Anrufe gingen vor allem bei der Dienststelle am Hauptbahnhof ein; es hieß, man würde sich kümmern – doch nichts geschah. 

Am Sonntag beauftragte eine der verzweifelten TierschützerInnen auf eigene Kosten die Industriekletterer Seilwerker GmbH aus Innsbruck, um das Tier dennoch zu retten. Als diese eintrafen, wurde ihnen untersagt, die Taube zu retten, mit der Begründung von Stromleitungen, die aber dort, wo die Taube festhing, nicht hinreichten sowie der Aussage, dort oben wäre es sehr bröckelig. (Tatsächlich wurde eine Taube 2019 in exakt gleicher Höhe und derselben Halle in einem dokumentierten Fall problemlos und lebend geborgen.)

Am Dienstag, dem 17. Mai, hing die Taube nach wie vor in dem Netz, niemand wusste, ob sie noch lebte. Auch das Veterinäramt war bereits am Sonntag per Email verständigt worden, eine Tierschützerin war seit Montag in ständigem telefonischen Kontakt. Doch das Veterinäramt griff nicht ein und verließ sich auf Aussagen der DB, dass keine Geräte zur Verfügung stünden, etc.

Am Dienstag wurde von Rechtsanwalt Dr. Eisenhart von Loeper Strafanzeige gegen die Deutsche Bahn AG erstattet: „Wegen eines Vergehens nach §323 c StGB in Tateinheit mit einem Vergehen nach § 17 Nr. 2 b TierSchG., mit der Begründung, dass die Verantwortlichen der Deutschen Bahn wussten, dass es sich bei der Taube um ein empfindungs- und leidensfähiges Wirbeltier handelte, das unter hohem Stress, fortgesetzter Angst und Todesnot, ohne Nahrungsaufnahme, qualvoll zu verenden drohte. Die von den ausgebildeten Industriekletterern angebotene Hilfe dennoch zu verbieten, begründet den dringenden Tatverdacht des Vergehens der Tierquälerei nach § 17 Nr. 2  TierSchG in Tateinheit mit dem Vergehen unterlassener Hilfeleistung.“

Auch am Mittwoch, dem 18. Mai, geschah nichts, um das Tier zu retten, angeblich stand kein geeignetes Personal der Deutschen Bahn zur Verfügung.

Am Donnerstagabend, dem 19. Mai, gegen 21 Uhr, wurde die Taube schließlich von dem Taubenschutzbeauftragten des Münchner Hauptbahnhofs tot geborgen. 

Warum war es an diesem Tag plötzlich möglich, die Taube problemlos herunterzuholen? Und all die Tage zuvor nicht? Warum wurde den professionellen Kletterern der Seilwerker GmbH am Sonntag untersagt, die Taube zu retten, als sie noch lebte?

Der Taubenschutzbeauftrage entsorgte die Taube anschließend in der Müllpresse.

Die UnterstützerInnen dieser Petition fordern von den Verantwortlichen der Deutschen Bahn eine eingehende und umfassende Stellungnahme zu diesem ungeheuerlichen Vorfall. 

Darüber hinaus fordern die UnterzeichnerInnen die Überprüfung und Instandsetzung mangelhafter Tauben-Abwehrnetze am Münchner Hauptbahnhof und bitten um die Errichtung eines neuen Taubenschlags, der vor zwei Jahren von einem Gebäude im Bahnhofsbereich entfernt wurde, das saniert werden soll. Der Taubenschlag wurde mit dieser Begründung aufgelöst, tatsächlich wurde das Gebäude aber noch nicht abgerissen. Selbstverständlich würden die TierschützerInnen auch diesen wieder ehrenamtlich betreuen.

Taubenschläge sind die einzige Möglichkeit, um die Problematik zu großer Taubenpopulationen in den Griff zu bekommen. In Taubenhäusern werden die Tiere von Ehrenamtlichen versorgt, bekommen Gipsattrappen zum Brüten. Dass dieses Konzept Erfolg hat, beweisen viele deutsche Städte, und z.B. auch der Leipziger Bahnhof. 

In ihren News vom 17.8.2021 schreibt die DB folgendes dazu: „Wir als Deutsche Bahn fühlen uns allen Tierarten verpflichtet, die sich in und an unseren Bahnanlagen heimisch fühlen, darunter auch den Tauben.“

Sind das nur leere Worte, oder gelten diese nur an bestimmten Bahnhöfen? Wir bitten die Deutsche Bahn, zu ihrer Aussage zu stehen und dementsprechend zu handeln.

Menschen mit viel Herz engagieren sich seit Jahren privat und unentgeltlich für die Tauben am Münchner Hauptbahnhof. Sie retten Tauben in Not, kümmern sich um verletzte Tiere und bezahlen tierärztliche Versorgung sowie die Pflege kranker Tiere aus eigener Tasche. Rettungen von Tauben sind laut Aussage der TierschützerInnen von der Deutschen Bahn am Münchner Hauptbahnhof bereits oft genug ignoriert oder verhindert worden. Warum? 

„Tierschutz ist Erziehung zur Menschlichkeit.“ (Albert Schweitzer)

Dieser erschütternde Vorfall am Münchner Hauptbahnhof zeigt das traurige Totalversagen menschlicher Empathie für ein anderes Lebewesen, das genauso wie wir Menschen Leid, Freude und Schmerz empfindet.

Sich vorzustellen, was dieses Lebewesen über Tage an verzweifeltem Todeskampf durchgemacht hat, obwohl es hätte gerettet werden können, ist erschütternd. 

Die TierschützerInnen vermuten, dass die Taube an dieser Stelle hinter dem Netz gebrütet hat, oder Junge bereits ausgeschlüpft waren, da in den ersten Tagen eine Partnertaube gesehen wurde, die durch die offene Stelle im Netz gelangte, ohne sich darin zu verfangen.

Die Unterzeichner und Unterzeichnerinnen dieser Petition bitten die Verantwortlichen der Deutschen Bahn auch, ihre Einstellung und ihr Verhalten gegenüber den Tauben zu überdenken und die TierschützerInnen bei ihrer ehrenamtlichen und wichtigen Arbeit künftig zu unterstützen  und Rettungen von in Not geratenen Tieren nicht mehr zu ver- oder behindern. 

Letzten Endes kann all dies nur im Interesse der Deutschen Bahn sein.

Darüber hinaus muss ein Notfallplan seitens der Deutschen Bahn erstellt werden, damit Tauben, die sich in defekten Netzen in großer Höhe verfangen, umgehend geholfen werden kann. Da die Deutsche Bahn die Taubenabwehrnetze angebracht hat, liegt es in ihrem Verantwortungsbereich, Netze zu reparieren und Tauben zu retten, die sich in einem defekten Netz verfangen.

Plädoyer für die Tauben:

Leider wissen viele nicht, dass die starken Taubenpopulationen vor allem durch den Menschen kommen, denn vor Jahrtausenden wurde bereits mit der Zucht der ursprünglichen Felsentaube begonnen, die naturgemäß nur zwei Mal im Jahr brütet.

Tauben sind äußerst intelligente Vögel, sie wurden über Jahrhunderte als fliegende Postboten eingesetzt, auch im ersten und zweiten Weltkrieg, bekamen dafür Denkmäler und erhielten Auszeichnungen für ihre Verdienste im Überbringen wichtiger Botschaften und der Rettung von Menschenleben. Eines der bekanntesten Beispiele ist die Taube ‚GI Joe’, der es durch einen extrem schnellen Flug (20 Minuten für 30 Kilometer) im 2. Weltkrieg gelang, eine lebensrettende Nachricht zwischen den alliierten Verbündeten in Italien zu überbringen.

Tauben sind friedliche Tiere, die keinerlei Bedrohung darstellen, laut Experten auch keine gesundheitliche Gefahr sind, da fast alle ihre Erkrankungen wirtsspezifisch sind.

Unwissenheit oder menschliche Ignoranz verhindern Respekt, Empathie und Hilfe für die Tauben – gleichzeitig werden sie gerne in schönen Bildern oder Grafiken als Symbol für den Frieden verwendet. Wieso leben wir Menschen nicht in Frieden mit ihnen?

InitiatorInnen und OrganisatorInnen der Petition

Daniela Böhm

Ein Licht der Hoffnung e.V.

Tierschutzpartei Landesverband Bayern

Arbeitsgruppe Stadttaubenhilfe Nürnberg

Unsere Rottweiler Stadttauben - Der Taubenschutzverein in Rottweil e.V. 

Black Forest for Animals e.V.

Tuttlinger Stadttauben e.V.

Graue Flügel Tierschutzprojekt e.V.

Tierschutzverein für Stadttauben und Wildtiere in Nürnberg e.V. (Ein Haus für Stefan B.)

Stadttaubenprojekt Frankfurt e.V.

TierrechteAktiv e.V. Regensburg

Hamburger Stadttauben e.V.

Stadttaubenprojekt Berlin e.V.

0 haben unterschrieben. Nächstes Ziel: 15.000.
Bei 15.000 Unterschriften wird diese Petition zu einer der meist gezeichneten Petitionen auf Change.org!