Einführung von Playoffs in der Bundesliga im Sinne des deutschen Fußballs

Einführung von Playoffs in der Bundesliga im Sinne des deutschen Fußballs

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Andreas Ketteler hat diese Petition an DFL Deutsche Fußball Liga GmbH (Fußballverband) und gestartet.

Warum diese Petition?

In den letzten Jahren hat sich die Dominanz des FC Bayern München immer weiter verschärft. Es ist momentan nicht absehbar, wann jemals wieder eine andere Mannschaft die Deutsche Meisterschaft erringen soll.
Die wichtigste Frage bzw. die Frage, die in einer Liga am wichtigsten sein sollte, ist: Wer wird Meister? Dies ist aber auf sehr lange Sicht schon vor jeder Saison beantwortet. Und eine Frage, deren Antwort man schon vor dem Stellen weiß, ist sinnfrei.
Natürlich ist die Bundesliga damit nicht vollkommen spannungslos. Im Kampf um die internationalen Plätze oder die Beantwortung der Frage, wer am Ende absteigen muss, herrscht immer noch reger Wettbewerb. Dies interessiert aber vor allem die Fans des jeweiligen Vereins. Wer Meister wird, ist aber für ALLE interessant; es ist das Salz in der sportlichen Suppe dieses Wettbewerbs. Und es ist letztendlich auch der Antrieb jedes Vereins, jedes Funktionärs, jedes Spielers und jedes Fans die Schale einmal zu gewinnen. Man spielt Fußball, um Meister zu werden und man schaut Fußball, um irgendwann mal seinen Verein als Meister zu sehen.
Wenn es keine realistische Chance mehr auf dieses Ziel gibt - es sei denn man ist Funktionär, Spieler oder Fan des FC Bayern München – nimmt das die Spannung und damit auch die Attraktivität aus der Liga. Fans werden ihren Vereinen trotzdem treu bleiben, aber wie oben bereits angedeutet, fehlt einfach etwas, wenn das höchste erreichbare Ziel dasjenige des „The Best of the Rest“ ist. Das macht schlicht und einfach keinen Spaß.
Dass die Stadien voll sind, dürfen DFL und DFB nicht als Zustimmung der Fans zur jetzigen Situation in der Bundesliga verstehen, sondern als Treue der Fans zu ihrem Verein TROTZ der jetzigen Situation. Das betrifft nicht nur die Bayern-Dominanz, sondern auch die ausufernde Kommerzialisierung des Fußballs, um die es hier aber nicht gehen soll. In diesem Zusammenhang gab es allerdings etwa zu den Montagsspielen auch unter organisierten Fans erste Boykotte.
Neutrale Zuschauer und Interessierte werden irgendwann den Stadien und den Fernsehbildschirmen ganz fern bleiben, wenn sie das Ergebnis der wichtigsten Frage einer Saison von vorneherein bereits kennen und keinen Verein haben auf den sie sich dann konzentrieren können. Dies könnte die Wettbewerbsfähigkeit der Bundesliga im internationalen Vergleich erheblich schwächen.
Ohne zu sehr in die jeweiligen Strukturen der Vereine einzugreifen, was etwa finanzielle Belange angeht (z.B. Fernseh- und Sponsorengelder), ist keine Möglichkeit einer positiven Veränderung im Sinne des sportlichen Wettbewerbs zu erkennen; deswegen möchte ich mit dieser Petition und ihren Unterzeichnern den DFB und die DFL dazu auffordern ein PLAYOFF-SYSTEM mit einem ENDSPIEL UM DIE DEUTSCHE MEISTERSCHAFT einzuführen.

Was ist ein „Playoff-System“ und wie könnte es in der heutigen Zeit aussehen?

Von 1902 bis 1963 gab es in Deutschland keine Bundesliga. Bis 1933 wurde der Meister vergleichbar zu einem Pokalwettbewerb in einem K.O.-System ermittelt. Die Nationalsozialisten führten 16 Gauligen ein, deren Meister am Ende im K.O.-System um die Deutsche Meisterschaft spielten. Nach dem Krieg bis zur Bundesliga gab es zunächst 6, dann 5 Oberligen in Deutschland, deren Meister und Vizemeister dann ebenfalls im K.O.-System den Deutschen Meister ermittelten. Ab 1963 wurde dann die Bundesliga, wie wir sie heute kennen, eingeführt.

Meiner Meinung und der Meinung der Unterzeichner dieser Petition nach könnte man heute ohne unverhältnismäßigen bürokratischen Aufwand und ohne große Umstellungen der Struktur der Ligen und Verbände, in denen diese eingeordnet sind, ein zeitgemäßes Playoff-System einführen. Es wären keine tiefgreifenden Änderungen nötig, wenn man etwa die ersten 4 Plätze in einer Saison in einem Playoff-Halbfinale mit Hin- und Rückspiel und einem Finale um die Deutsche Meisterschaft auf neutralen Boden spielen lassen würde. Dies wäre zeitlich-terminlich, von der Spielbelastung und vom organisatorischen Aufwand vergleichbar mit den Relegationsspielen, die seit einigen Jahren wieder eingeführt sind. Allerdings könnte es nötig sein die Bundesliga auf 16 Mannschaften zu verkleinern, damit der Ligabetrieb der Bundesliga bereits im April endet und am Ende der Saison die Playoffs und das Finale um die Deutsche Meisterschaft neben dem DFB-Pokalfinale und etwaigen internationalen Finalpartien der deutschen Vereine Platz finden. Eine konkrete Ausgestaltung ist aber natürlich dem DFB bzw. der DFL überlassen.

Vor- und Nachteile eines Playoff-Systems

In fast allen Ligen der Fußballwelt wird heute im gleichen Modus gespielt, wie es in der Bundesliga der Fall ist; also ohne Playoffs. Wer am Ende oben steht ist Meister. Das ist natürlich der unbestreitbaren Tatsache geschuldet, dass damit eine konstante sportliche Leistung am besten belohnt werden kann. Es hat keinen Sinn dies zu leugnen. Allerdings muss man manchmal einen Nachteil in Kauf nehmen, um das gesamte Konstrukt zu retten. Konkret: Über eine gesamte Saison verteilt, wird der FC Bayern von nun an wahrscheinlich immer die beste Mannschaft sein. Niederlagen sind die Ausnahme. Aber genau diese Ausnahmen sind der Ansatz eines Playoff-Systems. Wenn der FC Bayern beispielsweise gegen den FC Schalke 04 spielt, wird letzterer hypothetisch gesprochen von 10 Spielen 9 nicht gewinnen können. Und diese hypothetische Statistik kann man in der Bundesliga heutzutage für den FC Bayern auf jede Mannschaft anwenden. In einem normalen Ligabetrieb, wird es so für andere Mannschaften, die auf einem ausgeglicheneren Niveau spielen, unmöglich jemals am FC Bayern vorbeizuziehen. Wenn diese eine Ausnahme jedoch in einem Playoff-Spiel stattfindet - gerade in einem K.O-Spiel, in dem eine unterlegene Mannschaft oft über sich hinaus wächst und das viel intensiver gespielt wird und eigene Gesetzmäßigkeiten hat, wie wir immer wieder im DFB-Pokal erfahren – kann eine Meisterschaft auch mal nicht an den FC Bayern gehen. K.O.-Spiele sind auch oft sehr viel attraktiver, spannender und sportlich interessanter als der normale Ligabetrieb. Somit sind sie auch für DFL und DFB besser vermarktbar, was ja auch ein Punkt bei der Einführung der Relegationsspiele war.
Die Einführung der Relegationsspiele ist auch ein Grund dafür, dass ich und die Unterzeichner dieser Petition es nicht gelten lassen, dass die DFL bzw. der DFB gegen „Spiele in denen es um alles geht“ eventuelle Sicherheitsbedenken anmelden. Es war den beiden Verbänden auch schon vor der Wiedereinführung der Relegationsspiele klar, dass es zu chaotischen Szenen kommen kann, wie im Jahr 2012 beim Rückspiel der Relegation um den Aufstieg in die 1. Bundesliga beim Spiel Fortuna Düsseldorf gegen Hertha BSC Berlin, als Fans den Platz stürmten. Oder im letzten Jahr beim Rückspiel in der Relegation um den Aufstieg in die 2. Bundesliga beim Spiel TSV 1860 München gegen SV Jahn Regensburg, als aus Frust aus dem Block der 60er Fans Sitzschalen flogen und fast für einen Abbruch sorgten. Diese von vorneherein bekannten Risiken waren beiden Verbänden bewusst und wurden zugunsten der Zusatzspiele damals ignoriert. Warum dies jetzt für Playoffs gelten sollte, ist nicht nachvollziehbar. 

Diese Petition richtet sich NICHT gegen den FC Bayern München.

Es geht hier ausdrücklich nicht darum dem FC Bayern zu schaden. Der FC Bayern hat es sich durch jahrzehntelanges solides Wirtschaften und kluge Transferentscheidungen selbst erarbeitet dort zu stehen, wo es im Moment steht. Jeder Titel ist verdient und hart erarbeitet worden. Allerdings muss sich der FC Bayern und sein Präsident Uli Hoeneß fragen lassen, ob der Wert einer 30., 40. und irgendwann 50. nationalen Meisterschaft für den Verein wirklich höher ist, als die in dieser Petition erörterten Probleme, für die gesamte andere Liga und in Konsequenz am Ende für den FC Bayern selbst. Aussagen von Herrn Hoeneß beispielsweise aus dem letzten Jahr, wie: „Hoeneß betont: Wenn die Bayern den Weg mit jungen Spielern gehen, "dann müssen sie eine Chance haben zu spielen. Man muss den jungen Spielern viel mehr Vertrauen geben, selbst wenn wir dann zwei Jahre lang nur Meister werden sollten." (Hervorhebungen von mir) Quelle:https://www.focus.de/sport/videos/fc-bayern-muenchen-als-untertan-uli-hoeness-macht-sich-zum-allmaechtigen_id_7301940.html; lassen darauf schließen, dass die Wertigkeit eines nationalen Titels nicht mehr die Bedeutung für den FC Bayern hat, wie internationaler Erfolg.
Außerdem zeigen die vielen Meisterschaften des 1. FC Nürnberg und von Schalke 04 in den 20er, 30er und 40er-Jahren, dass ein Playoff-System mit K.O.-Spielen nicht im Umkehrschluss eine Lotterie bedeutet, in der sportliche Leistung gar nicht mehr belohnt wird. Dominanz ist auch in diesem Modus möglich. Dass der FC Bayern Meister wird, wird höchstwahrscheinlich die Regel bleiben, jedoch eben nicht mehr zu 100%. Dass der „Mia san mia“-FC Bayern nicht bereit ist diese Herausforderung anzunehmen, kann ich mir und können sich die Unterzeichner dieser Petition nicht vorstellen.

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