Grundsätze des Pressekodex einhalten! - Diffarmierungen verhindern!

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Duisburger Elternverein e.V. hat diese Petition an Deutscher Journalistenverband und gestartet.

#PressekodexWahren

Am 28.05.2021 veröffentlichte der Welt-Online Redakteur Lennart Pfahler einen Artikel mit dem Titel: „Der heiße Draht des Islamverbands DITIB ins Schulministerium“.Hierbei bedient sich der Autor falscher Fakten, vagen Andeutungen und berechnenden Suggestionen und nutzt eine neue, rechtspopulistische Strategie: Türkeistämmige deutsche Wissenschaftler, Politiker und Fachleute, die sich erfolgreich in der Mitte der Gesellschaft etabliert haben und als Brückenbauer, Vermittler und ausgleichende Kräfte mit großer Fachkenntnis auffallen, sollen diskreditiert werden.

Dabei werden die dramatischen Folgen für die betroffenen Personen bewusst in Kauf genommen, um größtmöglichen Schaden für die Integration zu erreichen.

Aus diesem Grunde habe ich die Recherche geleistet, die Herr Pfahler hätte leisten sollen. In diesem Fall trifft es Ahmet Ünalan, der seit Jahren in und für Nordrhein-Westfalen den islamischen Religionsunterricht nach vorne bringt und unterstützt.

Die unlauteren Mittel des Journalisten sind sehr leicht zu identifizieren:

Pfahler versucht in seinem Artikel folgende Geschichte aufzubauen: „Einflussreicher Berater lenkt das Schulministerium bzw. die Landesregierung zu einer Entscheidung zu Gunsten von DITIB“. Die diese These unterstützenden „Fakten“ sehen so aus:

1. Ein Facebookeintrag zu einer öffentlichen Zoomveranstaltung der türkischen Generalkonsulate in NRW vom 26.01.2021

Daran habe Ünalan teilgenommen und auch der DITIB-Bundesvorsitzende Kazim Türkmen - außerdem weitere Fachleute sowie Lehrer- und Elternvereine mit dem Thema islamischer Schulunterricht. Mit dem nachfolgenden Satz, dass Ministerin Gebauer wenige Monate später die Entscheidung zur Beteiligung von DITIB an der Kommission verkündet, suggeriert der Autor, dass diese Veranstaltung maßgeblich zu dieser Entscheidung beigetragen habe.

Die Fakten: Eine Übersetzung der Facebookeinträge aus dem Türkischen und der Berichterstattung (https://www.almanyabulteni.de/egitim/turkce-dersleri-icin-bir-arayageldiler?fbclid=IwAR2Ogbmu14wAFWdXSaONo9Gq133S6DB5WJJ2_QhIT6m93BTEy6k9nMckngE

über die öffentliche Veranstaltung zeigt: Weder der islamische Religionsunterricht noch DITIB waren Thema der Veranstaltung. Eine Nachfrage im Schulministerium hätte dem Autor außerdem gezeigt: Das Kabinett hat die Entscheidung über die DITIB im Oktober 2020 getroffen, also drei Monate vor dieser ZOOM-Konferenz. Leider hat Herr Pfahler versäumt, hier zu recherchieren!

2. Pfahler will unbedingt die Nähe Ünalans zur DITIB nachweisen.

Dazu nutzt er vier Links aus den Jahren 2001-2007, die eine Nähe Ünalans zur DITIB untermauern sollen.
Ünalan sei Gast beim Sommerfest des Bundespräsidenten gewesen. Er solle mit dem damaligen Oberbürgermeister in Räumen der DITIB – Gemeinde abgelichtet sein. Er habe eine interreligiöse Veranstaltung der DITIB-Gemeinde besucht.
Alles Veranstaltungen, die gerade die liberale, integrativ- und bildungsorientierte Ausrichtung der DITIB-Gemeinde in Duisburg-Wanheimerort aufzeigen. Eben zu einer Zeit, als die DITIB insgesamt ohnehin ein geschätzter und angesehener Partner war.

3. Pfahler beruft sich auf Print- und TV-Berichte, in denen Ünalan als „Vorsitzender von DITIB“ in Duisburg identifiziert werde.

Der Autor weiß, dass diese Angaben falsch sind. Er muss nämlich in seinem Artikel eingestehen, dass es keine amtsgerichtlichen Einträge bezüglich einer Mitgliedschaft oder Vereinsfunktion von Ünalan bei der DITIB gibt. Aber er erwartet von Ünalan eine Erklärung für die fehlerhafte Berichterstattung, die ihren Anfang in einem ZEIT-Artikel von 2005 nahm, der sich dann verselbständigte.

4. Der Sitz des von ihm gegründeten Institut für Türkisch-Europäische Beziehungen sei laut Vereinsregister an derselben Adresse der Ditib-Moschee im Duisburger Stadtteil Wahmeimerort.

Auch hier ist dem Autor bekannt, dass der Sitz des Instituts seit zwanzig Jahren zunächst in Düsseldorf und anschließend in Essen liegt.

5. Dass die DITIB-Heimatgemeinde von Ünalan hervorragende integrative Arbeit leistet, eine eigene Satzung hat, die sie unabhängig von DITIB-Bundesverband und DIYANET macht – das verschweigt der Autor.

6. „Regelmäßige“ Auftritte Ünalans in türkischen Generalkonsulaten sollen seine „Doppelrolle“ entlarven.

Genannt werden ganze „drei Veranstaltungen in sechs Jahren“, in denen Ünalan immer themenbezogen und als Fachexperte auftritt. Dabei wird sogar eine Veranstaltung des Generalkonsulats Köln genannt, die nie existiert hat. Dass Ünalan in vielen hoch angesehenen Stiftungen und Organisationen häufig als Fachexperte eingeladen wird, offenbart der Autor nicht. Zudem sei Ünalan laut einem Medienbericht in der Vergangenheit bei mindestens einer Veranstaltung der UETD aufgetreten. Auch das ist falsch. In der angegeben Bildquelle aus dem Jahr 2011 ist Ünalan nicht belichtet. Noch dazu ist der Organisator der Veranstaltung nicht die UETD, sondern eine Stiftung, die eine Podiumsdiskussion zum 50-Jährigen Anwerbeabkommen mit der Türkei geführt hat.

Mit dieser falschen, suggestiven und manipulativen „Argumentationskette“ kommt Pfahler zu dem Schluss, Ünalan stehe in einem Interessenkonflikt. Letztlich bleibt der Eindruck zurück, dass Ünalan in seiner jahrelangen Tätigkeit als Beschäftigter der Landesregierung und später als Berater über diesen langen Zeitraum die Landesregierung über seine wahren Absichten getäuscht und eine Doppelrolle gespielt habe.

Damit bedient dieser Artikel ein gängiges Klischee: „Naive bzw. opportune deutsche Politiker lassen sich in Integrations- und Religionsfragen manipulieren“. Dieses Szenario wird insbesondere im Kontext der Fortführung des islamischen Religionsunterrichts und der Zusammensetzung der Kommission für den islamischen Religionsunterricht wiederholt.

Das Perfide daran: Eine solche Argumentationskette ließe sich mit den Mitteln Pfahlers für jeden türkeistämmigen Wissenschaftler konstruieren. Und dies passiert auch: Der Vorwurf der „doppelten Loyalität“ wird Menschen mit Zuwanderungsgeschichte häufig vorgeworfen und ist ein altes Motiv, das auch im Antisemitismus nur allzu bekannt ist. Dabei werden gerade diese Leute in Brückenfunktionen benötigt. Zumindest scheint die NRW- Landesregierung die Zeichen der Zeit erkannt zu haben und versucht Fachexperten wie Ünalan als Berater zu gewinnen. Für Pfahler ist diese Entwicklung ein Dorn im Auge.

Anlass für das Schreiben dieses Artikels waren die Reaktionen der Leser in ihren Posts der Zeitung WELT.
Ich war erschrocken, an welchem Punkt ein Teil der Mitte unserer Gesellschaft angekommen ist!
Ich hoffe sehr, Herr Pfahler ist sich den Konsequenzen seines Artikels bewusst.

Die vielen falschen Fakten in seinem Artikel und die Reaktionen sollten für die WELT-Chefredaktion Anlass sein, die Tätigkeit von Pfahler für diese Zeitung zu überprüfen – um Schaden von der WELT abzuwenden.

Ich möchte Herrn Ünalan an dieser Stelle für seine über Jahre aufopfernde Arbeit im Bereich der Demokratie und Erinnerungskultur, als Brückenbauer und Vermittler von Herzen danken. Wer über seine hervorragende Arbeit im Internet erfahren möchte, kann das gerne tun und wird schnell feststellen, dass die Ausführungen Herrn Pfahlers sein „journalistisches“ Szenario ins Leere laufen lassen und somit großen Schaden anrichten.

 

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