Der Elektrofachhandel ist SYSTEMRELEVANT!

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Sehr geehrter Herr Wirtschaftsminister Altmaier, sehr geehrte Damen und Herren, 

mein Name ist Lisa Schregle, ich bin 27 Jahre alt und komme aus Niederbayern. Beruflich bin ich Einzelhandelskauffrau auf dem Weg zum Handelsfachwirt und ich arbeite seit mittlerweile fast drei Jahren im Elektrofachhandel. Derzeit haben wir - wie die meisten Läden und Geschäfte - für den normalen stationären Kundenbetrieb geschlossen, einzig Bestellungen und Lieferungen sind erlaubt. Doch ich bin der Meinung, dass es falsch ist, den stationären Elektrofachhandel in dieser Zeit geschlossen zu halten. Auf diese Aussage werde ich nachfolgend näher eingehen. 

Zu keiner Zeit war das Wort "Digitalisierung" so verbreitet wie jetzt. Viele Menschen sind im Home-Office, einige Kinder und Jugendliche im "Home-Schooling". Arbeit und Unterricht finden also vermehrt "auf Distanz" statt. Doch woher kommen die Geräte, die dafür täglich gebraucht werden? Tablets und Laptops sind also "Gegenstände des täglichen Gebrauchs". Ebenso wie Handys und Smartphones, die gefühlt beinahe jeder besitzt - mittlerweile auch in jeder Altersgruppe. Und die auch jeden Tag benutzt werden - deshalb fallen auch diese in die Kategorie des täglichen Gebrauchs. Doch was ist, wenn etwas davon in dieser Zeit kaputtgeht und irreparabel ist? Natürlich ist "im Internet bestellen" eine beliebte Notlösung - und gerade jetzt auch für viele Menschen und Geschäfte überlebenswichtig.

Trotzdem gehört zu einem technischen Gerät eine angemessene Beratung und die Möglichkeit, dieses auszuprobieren. Denn man investiert nicht fünf, sondern meist einige hundert, wenn nicht sogar tausend Euro dafür.

Bei einer Bestellung hat man weder die vorherige Möglichkeit des Anfassens, noch die tausendprozentige Sicherheit, dass es auch wirklich ankommt und wenn ja, in welchem Zustand. Das ist natürlich nicht die Regel, sondern die ein oder andere Erfahrung von Menschen aus meinem Umfeld, die ich aber dennoch hier teilen möchte. Obendrein birgt die Bestellung bei unbekannten Anbietern immer ein großes Risiko.

So kam es in meinem Umfeld bereits vor, dass sich bei einem bestellten Smartphone anstatt des Geräts ein Ziegelstein in der Verpackung befand, in einem anderen Fall war das System ausschließlich in einer asiatischen Sprache eingestellt und das konnte nicht geändert werden. Deshalb bitte ich an dieser Stelle jeden - unabhängig von meiner Petition - wenn online, dann ausschließlich bei einem der bekannten Elektronik-Fachhändler zu bestellen. 

Da es sich nicht nur bei den Handys, Tablets und Laptops, sondern auch bei Kühlschränken, Öfen, Küchenmaschinen, Glühbirnen, Batterien, Waschmaschinen und Wäschetrocknern um Geräte des täglichen Gebrauchs handelt, ist es mir schleierhaft, warum dieser Bereich noch nicht als systemrelevant anerkannt worden ist. 

Darüberhinaus sprechen auch folgende weitere Punkte für eine Systemrelevanz, darunter fällt nämlich auch die Kommunikation allgemein, die gerade jetzt mit älteren, oft isolierten Menschen in Senioren-, Pflege- oder Behinderteneinrichtungen ermöglicht werden muss. Auch dafür werden technische Geräte und dementsprechende Anschlüsse benötigt. Dasselbe gilt für den Abschluss von Festnetz-, Internet- und Mobilfunkverträgen, die ebenfalls eine angemessene Beratung erforderlich machen. Da Lebensmittel  überlebenswichtig sind, braucht man Kühlschränke zur Aufbewahrung und Öfen zur Zubereitung. 

Im stationären Einzelhandel ist die Einhaltung sämtlicher notwendiger Sicherheitsmaßnahmen hervorragend möglich. 

Des Weiteren ist anzumerken, dass die Öffnung von Fachgeschäften den Andrang in Supermärkten mit Elektroabteilung sehr entlasten kann. 

Man sieht also, dass es sehr viele Gründe gibt, warum der Elektrofachhandel gerade in dieser jetzigen Zeit stationär geöffnet haben sollte - gleichgestellt mit Supermärkten und Drogerien. 

 

Meine Petition liegt bereits dem Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags vor, allerdings möchte ich mit dieser zweiten Fassung Unterschriften sammeln und mein Anliegen so verstärken.