Bauernsterben, Durchschnittsrente der Landwirte weit unterhalb der Armutsgrenze !

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Betr.: Bauernsterben, Durchschnittsrente der Landwirte weit unterhalb der Armutsgrenze !

Finanzielle Aufwendungen für Grundnahrungsmittel

der Normalbürger : ca. 15 – 20 %
der Millionäre : ca. 0,6 %
Gerechtigkeit, wo bleibst Du ?

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An den Petitionsausschuss des

Deutschen Bundestages

 Platz der Republik 1

11011   Berlin

Sehr geehrte Damen und Herren, 

der Normalbürger gibt zur Finanzierung seiner Grundnahrungsmittel (Kartoffeln, Gemüse, Salat, Fleisch, Getränke usw.) ca. 15 % - 20 % seines monatlichen Einkommens aus.

Der Einkommens-Millionär gibt zur Finanzierung seiner Grundnahrungsmittel ca. 0,6 %  seines monatlichen Einkommens aus.
Der Milliardär gibt zur Finanzierung seiner Grundnahrungsmittel etwa

0,6 Promille seines monatlichen Einkommens aus.

Für ein Mittagessen von z.B.  20.- € arbeitet ein Beschäftigter mit einem Mindestlohn von 8,84 € ca. 3 Stunden.

Für das gleiche Mittagessen von z.B. 20.- € arbeitet ein Millionär gerade mal ca. 2,4 Minuten und ein Milliardär wendet dafür noch viel weniger Arbeitszeit auf. Dieser Aufwand - eine Arbeitszeit von ca. 2,4 Minuten oder bei manchen Mitbürger (Multimillionäre, Milliardäre oder Multimilliardäre) noch viel weniger Minuten -  stellt kein Gegenwert dar für das erhaltene Mittagessen !

Um satt zu werden, muß der eine Mitbürger ca. 3 Stunden arbeiten, während der Andere nur ca. 2,4 Minuten aufwenden muß.

Dieses etablierte System ist keinesfalls gerecht u. bedarf schleunigst einer grundlegenden Reform ! Warum werden der Millionär, Multimillionär, Milliardär, Multimilliardär usw. deutlich bevorzugt ? Warum sollen die wohlhabenderen Mitbürger nicht auch z.B. 15 % ihres Einkommens für die Grundnahrungsmittel aufwenden müssen ?

Die wohlhabenderen Mitbürger geben für Sportveranstaltungen und für Vergnügungsveranstaltungen viel mehr Geld aus als für ihre Grundnahrungsmittel !

Die Relationen stimmen diesbezüglich überhaupt nicht !

Ein solches System ist weder sozial, noch trägt es christliche Aspekte ! Jener Beschäftigte, der einen Mindestlohn erhält, muß von seinem Einkommen prozentual viel mehr aufbringen um satt zu werden als der Millionär, der Multimillionär oder der Milliardär ! Dieses System ist in höchstem Maße ungerecht und kann so nicht länger weiterbestehen ! Es muß dringendst abgelöst werden durch ein System, das mehr Gerechtigkeit verspricht und die landwirtschaftlichen Erzeugnisse bei den Besserverdienenden finanziell aufwertet :

           Der Staat kassiert zur Finanzierung seiner Gebäude (Dienstgebäude, Schulen, zur Finanzierung der Straßen, zur Finanzierung seines Personals (Lehrer, Polizeibeamte, …..) und zur Finanzierung seiner  Dienstleistungen usw. einen prozentualen Anteil des Einkommens von seinen Bürgern. Auch die Kirchen kassieren einen prozentualen Anteil des Einkommens ihrer Mitglieder !

           Seit Jahren klagen die Landwirte über Einkommensverluste und Existenzängste (Man bedenke z.B. die Preisentwicklung in den letzten Jahrzehnten beim Getreide, beim Fleisch, bei der Milch, bei den Eiern, bei den Kartoffeln, beim Obst usw.) ! Finanzielle Einbußen durch Ernteausfälle oder Ernteeinbußen, bedingt durch entsprechende Wetterkapriolen (Stürme, Überschwemmungen, Trockenperioden, Kälte und Fröste während der Vegetationsphase usw.) werden zum allergrößten Teil den Landwirten zugemutet. Steuererleichterungen für die betroffenen Landwirte gleichen in der Regel den entstandenen Schaden nur zu einem kleinen Teil aus.

Ein radikaler Wandel in der Landwirtschaft ist die Folge und ist in vollem Gange ! Dieser Wandel ist sehr oft gekennzeichnet von Verschuldung der Landwirte, Kampf ums Überleben, Zwangsversteigerungen und vom Bauernsterben.

        Die Preise für Grundnahrungsmittel sollten für den Normalbürger nicht steigen, für jene Mitbürger jedoch, die jährlich z.B. mehr als 60 000.- € verdienen, müssen die Preise für die Grundnahrungsmittel entsprechend ihrem Einkommen angepaßt werden.

Aus der Steuererklärung sind in der Regel die Einkommensverhältnisse der Bürger ersichtlich. Für die Grundnahrungsmittel muß deshalb für obigen, besserverdienenden Personenkreis ein prozentualer Anteil des Einkommens (z.B. 15 % ) als zusätzliche Abgabe für die Erzeugung von Grundnahrungsmittel einbehalten werden. Von diesen Geldern müssen dann die Landwirte unterstützt werden. Auch die Landwirte benötigen ein gesichertes Einkommen und es kann ihnen nicht zugemutet werden, in einem schlechten Jahr wegen Ernteausfällen auf 1/3 oder 2/3 ihres Einkommens zu verzichten.

         Wirft man mal einen Blick auf die Durchschnittsrenten bei den Landwirten (siehe : Lagebericht der Bundesregierung über die Alterssicherung der Landwirte 2013 : Seite 6 // Link : siehe unten) so geht daraus hervor, daß die Durchschnittsrente

           bei den Männern bei 466.- € / Monat und

           bei den Frauen bei 257.- € / Monat liegt.

Die Durchschnittsrente in Deutschland beträgt

bei den Männern ca. 1050.- € / Monat und

bei den Frauen ca. 590.- € / Monat;

Die durchschnittliche Rente bei den Landwirten ist also weit unterhalb der Durchschnittsrente des Normalbürgers und weit unterhalb der Armutsgrenze von ca. 980.- € / Monat.

Das ist höchst bedenklich und ein Armutszeugnis für den Exportweltmeister Deutschland ! So kann man mit seinen Mitbürgern, den Landwirten, nicht umgehen !

         Schaut man mal über den Tellerrand hinaus, z.B. zu unserem Nachbarn nach Österreich, so trifft man dort ganz andere Verhältnisse an :

         Die durchschnittliche Rente in Österreich beträgt 1560.- €, wobei es dort 14 Rentenzahlungen im Jahr gibt. Auf 12 Monatszahlungen umgerechnet, beträgt dort also die Durchschnittsrente ca. 1820.- € / Monat.  Sie liegt also wesentlich über der Armutsgrenze von 980.- € / Monat und ist also um fast 800.- € / Monat höher als die Durchschnittsrente beim Exportweltmeister Deutschland. In Österreich gibt es außerdem eine Mindestrente von 1030.- € / Monat, in Deutschland dagegen gibt es keine Mindestrente.

Die Deutschen Landwirte haben es nicht verdient, in Armut und mit Existenzängsten zu leben und später eine Rente weit unterhalb der Armutsgrenze zu beziehen.

         Wer hat eigentlich solche Verhältnisse in Deutschland etabliert und aufrechterhalten ? Waren dies die Politiker von CDU / CSU, SPD und Grüne, die solche Verhältnisse zu verantworten haben ? Sieht so eine soziale und christliche Politik aus ? Ist dieses „C“ (Christlich) im Parteinamen „CDU / CSU“ und „S“ (Sozial) im Parteinamen „SPD“ gerechtfertigt ?

Eine Antwort auf diese Fragen möge der Leser selbst finden.

          Wir Unterzeichner dieser Petition fordern von der Politik :

         - ein entsprechendes Gesetz, das eine angemessene finanzielle Beteiligung unserer wohlhabenderen Mitbürger an der Erzeugung unserer Grundnahrungsmittel regelt. Diese finanziellen Mittel müssen den Landwirten zu Gute kommen, damit diese bei Ihrer Arbeit einen akzeptablen Stundenlohn erzielen. (Ein Teil dieser finanziellen Mittel kann auch in die Landwirtschaftliche Alterskasse fließen, damit dann angemessene Rentenzahlungen – fernab von der Armutsgrenze von 980.- € / Monat - getätigt werden können).

         -  daß die Steuereinnahmen aus den Spekulationen mit Lebensmittelpreisen – also aus dem Handel mit Agrar-Derivaten – den Landwirten und deren Altersversorgung zugeführt wird. Es ist nicht einzusehen, daß diese Steuereinnahmen zweckentfremdet verwendet werden, z.B. zur Finanzierung von Polizeieinsätzen vor und nach Fußballspielen der Bundesliga oder der Regionalliga.

         - eine bessere finanzielle Förderung jener landwirtschaftlichen Betriebe, die ökologisch und biologisch wirtschaften, so daß der Bedarf an diesen Lebensmitteln von den Deutschen Landwirten befriedigt werden kann und nicht Importe notwendig werden.

        -  eine deutliche Anhebung des durchschnittlichen Rentenniveaus der Landwirte von derzeit 466.- € / Monat auf eine Durchschnittsrente – wie in Österreich – von 1820.- € / Monat. Es ist völlig unzumutbar, wenn Landwirte während ihres wohlverdienten Ruhestands arbeiten sollen und einen Teil ihres Lebensunterhalts selbst finanzieren sollen !

        -  daß bei Erreichen des Rentenalters,  Rentenzahlungen geleistet werden, die nicht an die Bedingung einer Hofübergabe geknüpft ist. Druck und Zwang auf den Hofbesitzer auszuüben durch die Verweigerung der Rentenzahlung, falls keine Hofübergabe durchgeführt wurde, hat mit einer christlichen Ethik und Moral und mit einer christlichen Leitkultur nichts gemein. Wir fordern eine Abschaffung der Hofübergabeklausel ! Bei Firmeninhabern wird auch keine Firmenübergabe verlangt als Grundvoraussetzung für Rentenzahlungen !
 

Diese Forderungen stellen eine Win-Win-Situation für beide Seiten dar, sowohl für die wohlhabenderen Mitbürger wie z. B. den Millionären, den Multimillionären, den Milliardären oder den Multimilliardären, als auch den Landwirten.

        Eine zusätzliche Abgabe für die Erzeugung von Grundnahrungsmittel für den obigen besserverdienenden Personenkreis von z.B. 15 % ihres Einkommens stellt keine außerordentliche oder gar eine nicht verschmerzbare Belastung dar. Die finanziellen Mittel von der „Abgabe für die Erzeugung von Grundnahrungsmittel“  werden sinnvoll und für einen guten Zweck verwendet z. B. als Lohnkostenzuschuß zur Erzielung eines akzeptablen Stundenlohns bei den Landwirten oder/und als Zuschuß für die Landwirtschaftliche Alterskasse, damit dann eine auskömmliche Rente für unsere Landwirte ausbezahlt werden kann. Mit diesen Maßnahmen können dann die besserverdienenden Mitbürger wieder erhobenen Hauptes den Landwirten begegnen und brauchen sich nicht wegen den derzeitigen niedrigen Kosten für Kartoffeln, Milch, Eier usw. schämen. Es wäre damit auch eine gewisse Balance geschaffen zwischen den Ausgaben der Wohlhabenderen für Sport- u. Vergnügungsveranstaltungen und den Ausgaben für die Grundnahrungsmittel.

        Den Landwirten wäre somit auch geholfen, denn sie müßten dann nicht den Cent zweimal umdrehen bis sie ihn ausgeben und könnten sich dann auch mal etwas mehr leisten und eventuell auch mehr in den Betrieb investieren und modernisieren. Vielleicht wäre es dann auch möglich, daß sie dann eine Rente beziehen, die sie nicht dazu zwingt im Alter auch noch für einen Großteil ihres Lebensunterhalts zu schuften. Sicherlich könnte durch eine solche Maßnahme das Bauernsterben wesentlich reduziert werden.

          Sehen Sie selbst, wie sich die Situation der Landwirte darstellt z. B. in den folg. Beiträgen :

BR : Fernsehen : Jetzt red I : Bayerns Bauern kämpfen ums Überleben :

Situation der Landwirte

Lagebericht der Bundesregierung über die Alterssicherung der Landwirte von 2013 :

Lagebericht der Bundesregierung über die Alterssicherung der Landwirte von 2013

„Das Wetten auf Nahrungsmittelpreise geht weiter“ :

https://www.dnr.de/eu-koordination/eu-umweltnews/2017-landwirtschaft-gentechnik/das-wetten-auf-nahrungsmittelpreise-geht-weiter/

siehe auch die Petition :

Altersarmut, Kinderarmut, Erwerbsarmut, Armut, Obdachlosigkeit in einem reichen Land  !

 https://www.change.org/p/fernsehanstalt-ard-altersarmut-kinderarmut-erwerbsarmut-armut-obdachlosigkeit-in-einem-reichen-land?recruiter=47735149&utm_source=share_for_starters&utm_medium=copyLink

 

8. Mai 2017              Bernhard  Schilpp

 



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