Veränderungen beginnen am Anfang: Für ein Wahlrecht ab Geburt

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Die Bundestagswahl ist gerade vorüber - und von 81 Millionen Bürgern waren nur 61 Millionen wahlberechtigt. Ein Großteil unserer Mitbürger mit gewichtigen Anliegen hatte - erneut - bei dieser Wahl nichts zu sagen. Die Rede ist von unseren Kindern und Jugendlichen.
Ich setze mich mit dieser Petition dafür ein, dass diese mitreden dürfen.

Wenn Kinder nicht wählen dürfen, zählen sie auch nicht als Wähler, und spielen daher auch nur eine untergeordnete Rolle für die, die über unser Land und unsere Zukunft entscheiden - ein Fünftel der Bewohner unseres Landes wird mit eigenen Anliegen nicht (oder nur wenig) gehört, weil sie ja keine zu überzeugende Wählergruppe darstellen. Das soll sich in Zukunft ändern!

„Junge Menschen dürfen nicht wählen. Das bedeutet, dass alle politischen Entscheidungen ohne ihre Mitwirkung gefällt werden, obwohl diese Entscheidungen fast immer gerade die junge Generation betreffen, seien es Haushaltsbeschlüsse (Schulden!), sei es die Umwelt (Energiewende, ökologische Aspekte, Luftverschmutzung), seien es wirtschaftspolitische Entscheidungen.

Was vom 1957 benannten Dreigenerationenvertrag übrig blieb, war der bis heute geltende Zweigenerationenvertrag zu Lasten der Kinder und zu Lasten derjenigen, die Kinder haben.
Der heute angebliche Generationenvertrag ist also kein Vertrag unter Gleichberechtigten, sondern klar ein Vertrag zu Lasten Dritter, zu Lasten künftiger Generationen!
Es sind die Jungen und Jüngsten, die die Spirale der immer größer werdenden Versorgungslasten anhalten und womöglich umkehren müssen.

Wir können es uns volkswirtschaftlich und ökonomisch nicht mehr leisten, unter Ausschluss von einem Fünftel unseres Staatsvolkes so weiter zu wurschteln wie bisher. Im Gegenteil: Für allfällige, sicher auch unpopuläre Maßnahmen brauchen wir die Stimmen, sprich die Zustimmung der jungen, nachwachsenden Generation, und das geschieht durch Wahlen!“

(Zitat von Dr. Lore Maria Peschel-Gutzeit, ehem. Justizsenatorin in Hamburg und Berlin, eine Vorreiterin und -Streiterin für dieses Thema, mit Ausschnitten ihres wegweisenden Artikel „Wer wählen kann, entscheidet mit - Das Wahlrecht als politisches Grundrecht“.)

Ein weiterer Punkt, der dafür spricht, das Wahlrecht schon in der Kindheit einzuführen, liegt in einer Politisierung der jungen Menschen und deren Umwelt. In Familien, Schulen und auch schon Kitas sollte/müsste begonnen werden, über Politik und politische Entscheidungen zu sprechen, es würde mehr Bewusstheit entstehen über die drängenden Probleme der Welt und die Frage, wie an diesen gearbeitet werden kann. Denn Kinder, mit denen offen über Probleme gesprochen wird, haben in der Regel ein großes Interesse daran, zu helfen und Dinge zu ändern. Hätten Sie ein Wahlrecht, würde dieser Veränderungswille ernst genommen und hätte tatsächlichen, realen Einfluss auf unsere Gesellschaft!

Es gibt mehrere Modelle, wie das Wahlrecht ab Geburt umgesetzt werden kann. Für alle Modelle gilt, dass die Verfassung in Art. 38 geändert werden muss, und zwar durch eine schlichte Streichung des 1. Halbsatzes von Art. 38, Abs. 2, wann die Wahlberechtigung beginnt (also nicht erst ab 18 Jahren).

Hier nun die 3 denkbaren Modelle zur Umsetzung, die alle das Wahlrecht ab Geburt als gesetzlich verankert voraussetzen:
1. Sobald Kinder wählen wollen, müssen sie sich in ein Wählerverzeichnis eintragen lassen und dürfen ab dann an den Wahlen teilnehmen.
2. Bis zur Volljährigkeit üben die Eltern das Stimmrecht als gesetzliche Vertreter aus.
3. Die Eltern üben das Stimmrecht als gesetzliche Vertreter so lange aus, bis das Kind sich aktiv in ein Wählerverzeichnis eintragen lässt.

Ich favorisiere, in Übereinstimmung mit Dr. Peschel-Gutzeit, das dritte Modell.

Die Überlegungen zu der Thematik sind nicht neu, Dr. Peschel-Gutzeit stellt die historische Entwicklung der Forderung nach einem Kinder- bzw. Familienwahlrecht seit dem 19. Jahrhundert dar. Es gab immer wieder Vorstöße zur Umsetzung, bis in unsere Zeit: In den Jahren 2004, 2005 und 2009 gab es Initiativen zur Einführung eines Wahlrechts ab Geburt im Bundestag (in der Umsetzung durch das o. g. dritte Modell), die aber leider zu keiner abschließenden Einigung führten.

Mit dieser Petition fordere ich nun erneut den Bundestag auf, sich mit der Einführung eines Wahlrechts ab Geburt zu beschäftigen - und hoffe damit, die Art und Weise, wie Kinder in unserem Land groß werden dürfen, wie sie mit entscheiden dürfen, wie politisch sie aufwachsen und wie viel Auseinandersetzung es gibt mit ihren wirklichen Bedürfnissen, ein Stück weit mit beeinflussen zu können.
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Für alle Interessierten an diesem Thema, die noch mehr dazu lesen mögen, füge ich hier noch weitere, grundsätzliche Überlegungen an, die einen größeren Bogen schlagen, warum das Wahlrecht ab Geburt dringend eingeführt werden sollte:

Ich bin davon überzeugt, dass vieles, was auf der Welt schief läuft, damit zusammenhängt, wie Kinder groß werden - welche Selbstbilder sie entwickeln, wieviel Selbstwertgefühl sie haben, wie verantwortlich sie sich für sich, andere und die Umwelt fühlen.
Dafür brauchen Kinder als wichtigste Faktoren Bindungspersonen, liebevolle Fürsorge und Sicherheit - sowohl in ihren Familien, als auch in Kitas und Schulen.

Das heißt für mich Bildung - Kindern die Bindungssicherheit zu geben, die sie brauchen, um aus sich heraus die Welt entdecken und in ihr wirken zu können. Es geht dabei nicht um Fähigkeiten und Fächer und Dinge, die Kinder lernen sollten, also nicht um Pädagogik oder Lehrpläne, sondern um die Grundlagen für ihre Persönlichkeitsentwicklung. Und um Betreuungspersonen (Eltern, Erzieher und Lehrer), die etwas über Bindung wissen und dies umsetzen können.
Denn wenn Kinder sich sicher und angenommen und unterstützt fühlen, lernen sie von ganz allein, und zwar motiviert und gut!

Bildung ist - wie es auch heutige Parteien treffend formulieren, „die Währung der Zukunft“.
Durch eine Bildung in dem oben ausgeführten Sinne können Kinder zu verantwortungsvollen Menschen heranwachsen, die bereit sind, sich einzusetzen und richtige Entscheidungen zu treffen.

Damit die Grundlagen dafür geschaffen werden können, brauchen Kinder und Familien allerdings Unterstützung, auch und gerade durch die Politik.

Zu meiner Person: Ich bin Katharina Wohlberg, Ärztin und Psychotherapeutin mit einem Schwerpunkt in der Arbeit mit Familien mit Babys und Kleinkindern - und Mutter von zwei Kindern, die mit ihren 9 und 7 Jahren sehr politisch interessiert sind und die gern dieses Jahr schon gewählt hätten.



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