Freiversuchsregelung: TU - Darmstadt

Freiversuchsregelung: TU - Darmstadt

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An den akademischen Senat der Technischen Universität Darmstadt und an das Präsidium der Technischen Universität Darmstadt 

 


Am Mittwoch den 1. Juli wurde im akademischen Senat der TU Darmstadt ein Antrag aus dem Senatsausschuss für Lehre behandelt. Dieser wurde durch die Studierenden des Senatsausschuss Lehre eingebracht. Ziel des Antrags war es, für die Prüfungen des Sommersemesters 2020 Fehlversuchsfreieprüfungen zu haben. Mit diesem Antrag sollten die Nachteile, die den Studierenden und auch den Lehrenden durch die Situation der COVID-19-Pandemie entstanden sind, ausgeglichen werden.

 


Für das Sommersemester 2020 wurde die Lehre an der TU Darmstadt in eine noch nicht gekannten Geschwindigkeit digitalisiert. Sowohl die Studierenden als auch die Lehrenden stehen noch immer vor der Herausforderung neuer Format.

Diese umgestellte Lehre war nicht für alle Studierenden im nötigen Maße zugänglich - fehlende technische Voraussetzungen oder langsame bzw. instabile Internetverbindungen haben für die Studierenden das Studium im Sommersemester 2020 hochanspruchsvoll und sehr schwierig gestaltet.

Durch die Kontaktbeschränkungen und die zum Schutz aller geschlossenen Uni, fehlt gleichzeitig der nötige Austausch mit den anderen Studierenden und auch mit den Lehrenden. Das Sommersemester 2020 war lernen und lehren im Luftleeren Raum. Dieses Semester ist in dieser Form mit keinem anderen Semester vergleichbar.

Dennoch möchten wir als Studierende die Möglichkeit haben, unsere Leistungen zu erbringen. Wir sind interessiert daran, zu zeigen, was wir gelernt hab. Gleichzeitig stellen Prüfungen immer eine große Drucksituation dar. Insbesondere wenn eine Prüfung bereits der Zweitversuch ist.

Die geänderte Gesamtsituation, mit völlig neuen Lern- und Lehrformaten und dem fehlenden Austausch mit anderen Studierenden, werden Prüfungen in einem normalen Rahmen nicht gerecht. Auch die belastende Situation in der Prüfung selbst, mit zu Recht scharfen Sicherheitsvorkehrungen, sind einer Prüfung nicht zuträglich.

Neben der Drucksituation im Studium, stehen viele Studierende auch vor großen finanziellen Sorgen. Die Pandemie und die Maßnahmen zur Eindämmung des Virus hat vielen Studierenden die finanzielle Grundlage für das Studium entzogen. Diese Belastung kommt auf die Studierenden zusätzlich zu. Die finanziellen Bedenken und gleichzeitig der gesteigerte Druck der Prüfungssituation in der Pandemie stellt für die Studierenden eine große Belastung dar. Wer Sorgen hat, das Studiums finanziellen Gründen nicht weiterführen zu können, sollte sich nicht zusätzlich Sorgen machen müssen, ob ein Fortschritt im Studium überhaupt möglich ist.

All diese Sorgen und Probleme führen zusammen mit den Auswirkungen der Kontaktbeschränkungen zu einer nicht gekannten psychischen Belastung der Studierenden.

 


Die Studierenden im Sommersemester 2020 haben in diesem Zusammenhang in den Prüfungen einen großen Nachteil. Durch Fehlversuchsfreieprüfungen wäre es den Studierenden möglich, ihre Leistungen zu erbringen, ohne den gesteigerten Druck eine Prüfung in Pandemiebedingungen. Zugleich wäre es für die Lehrenden eine Feedbackmöglichkeit, wie die geänderten Formate funktioniert haben.

 


Da es sich um ein Ausnahmesemester handelt sollte den Studierenden auch ein Nachteilsausgleich gewährt werden, um zumindest etwas Entlastung zu bieten. Zudem zeugt es von einer Chancenungleichheit und allgemeiner Ungerechtigkeit, wenn eine ähnliche Regelung in Form einer Freiversuchsregelung den Studierenden benachbarter Universtitäten ( z.B. Goethe-Uni) geboten wird, unserer jedoch nicht. Was unterscheidet die Studierenden dieser Uni von denen der TU Darmstadt. Wir alle müssen die Tragweite der Pandemie und ihren Einfluss auf das Studium zu gleichen Maßen erleben.

 


Es ist für uns nicht nachvollziehbar, dass der akademische Senat der TU Darmstadt sich trotz dieser Argumente gegen die Fehlversuchsfreienprüfungen entschieden hat. Wir möchten mit Nachdruck betonen, dass diese Regelung im Interesse aller Studierender der TU Darmstadt ist.

 

Wir fordern daher den akademischen Senat auf, in einer erneuten Sitzung vor der Prüfungszeit, sich noch einmal mit dem Thema zu befassen. Wir fordern weiterhin, dass die Anliegen der Studierenden in der Diskussion Raum finden.