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Entfernung des Religionszwangs aus der Verfassung des Landes Baden-Württemberg

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Als werdender Vater ist es mir besonders wichtig, meinem und auch allen anderen Kindern, eine Erziehung zu einem selbstbestimmten Leben zu ermöglichen, in dem es frei seinen eigenen Glauben und seine Überzeugungen verfolgen kann. Als einen der größten Fortschritte der Menschheit stellt die Religionsfreiheit ein wichtiges Element der freien Demokratien dar, das mit der Aufklärung in Europa erst wieder mühevoll erkämpft werden musste. Religionsfreiheit beinhaltet jedoch auch das Recht, ein Leben frei von jeder Religion führen zu können und die Möglichkeit über den Glauben kritisch zu reflektieren.

Dieses Recht wird jedoch auch heute noch nicht von der Verfassung des Landes Baden-Württemberg garantiert, nach der laut Artikel 12, Abs. 1 die „Jugend in Ehrfurcht vor Gott [und] im Geiste der christlichen Nächstenliebe […] zu erziehen“ ist. Dieser Artikel bevorzugt nicht nur die monotheistischen Religionen gegenüber allen anderen Glaubensformen, sondern stellt zudem auch noch einen impliziten Religionszwang dar, denn um Ehrfurcht vor einem Gott haben zu können, setzt dies notwendig die Anerkennung dessen Existenz voraus.

Die Religionsfreiheit, wie wir sie heute verstehen, ist aus der Erkenntnis der Vernunft hervorgegangen, dass der reine Glaube an etwas keine Notwendigkeit dessen Existenz bedeutet, womit jeder Mensch frei darin ist zu glauben, was er oder sie möchte. Dies bedeutet jedoch auch, dass alle Menschen frei darin sind, nicht daran zu glauben. Der verfassungsmäßige Zwang zur „Ehrfurcht“ vor einem Gott ist somit mit der religiösen Neutralität eines laizistischen Staates in keinster Weise vereinbar und tritt der kritischen Reflexion über den Glauben entgegen. Einen offensichtlichen Widerspruch stellt dieser Artikel zudem mit dem Grundgesetz dar, wonach laut Art. 140 (mit Bezug auf die Weimarer Verfassung Art. 136) niemand zu „kirchlichen Handlungen […] oder zur Teilnahme an [...] einer religiösen Eidesform gezwungen werden“ darf. Ein modernes, aufgeklärtes Weltbild braucht keine Religion, um ein glückliches und ethisch korrektes Leben führen zu können, und diese Freiheit möchte ich auch meinem Kind garantieren.

Unterschreiben Sie daher diese Petition, um den Landtag von Baden-Württemberg dazu aufzurufen, die Entfernung des Religionszwanges („Die Jugend ist in Ehrfurcht vor Gott [und] im Geiste der christlichen Nächstenliebe […] zu erziehen“) aus Artikel 12, Absatz 1 zu beschließen, um die Religionsfreiheit und religiöse Neutralität auch in Baden-Württemberg zu garantieren.

This petition was delivered to:
  • den Landtag von Baden-Württemberg

    Marc Spiess started this petition with a single signature, and now has 302 supporters. Start a petition today to change something you care about.