"Beck-Online"-Heimzugang für alle Studierenden der WWU

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Wir, die Studierenden des Fachbereichs 3 (Jura) der WWU Münster, wollen unseren "beck-online"-Heimzugang zurück!

Es ist uns bewusst, dass die "beck-online"-Lizenz der WWU eigentlich schon seit Jahren keinen Zugang per VPN für die Studierenden vorsah. Es ist uns bewusst, dass uns in den vergangenen Jahren nur die Unachtsamkeit des Beck-Verlages unseren Heimzugang ermöglicht hat. Es ist uns auch bewusst, dass eine neue Lizenzvereinbarung den Fachbereich zusätzliches Geld kosten wird.

Und dennoch sind wir der Überzeugung, dass ein selbstbestimmtes und modernes Jurastudium im Jahr 2019 den Zugang zu allen essentiellen juristischen Datenbanken auch von zu Hause aus erfordert. Daher fordern wird, dass die Verantwortlichen des Fachbereiches alle notwendigen Anstrengungen unternehmen, um eine neue Vereinbarung zu schließen und den Zugang zu "beck-online" über den heimischen Computer auch außerhalb des Campus zu ermöglichen. Dafür gibt es gute Argumente:

1. Ausreichende Recherche ist ohne "beck-online" kaum möglich.
Eine umfassende Literaturauswertung ist mittlerweile Grundvoraussetzung für das erfolgreiche Bestehen jeder Hausarbeit und Seminararbeit. Die gestellten Sachverhalte und Seminarthemen enthalten vielfach sehr spezielle Einzelprobleme, die in wissenschaftlich vertretbarer Weise nur noch bearbeitet werden können, wenn das Auffinden und Aufrufen der einschlägigen Aufsätze und Kommentierungen sichergestellt ist. Ohne die umfassendste Datenbank des deutschen Rechts ist dies kaum mit angemessenem Aufwand möglich.

2. Die Vereinbarkeit des Studiums mit anderen Verpflichtungen ist gefährdet.
Sei es ein ehrenamtliches Engagement, ein Nebenjob oder ein Pflichtpraktikum - auch neben dem eigentlichen Jurastudium sehen sich die meisten von uns mit Anforderungen und Verpflichtungen konfrontiert, die sich nicht allein vom Juridicum aus meistern lassen. Ohne umfassenden "beck-online"-Zugriff auch von zu Hause aus leidet die Vereinbarkeit von Studium und Leben. Die Bewältigung der Hausarbeiten in den Semesterferien ist seit der überraschenden Umstellung nur noch für diejenigen möglich, die es sich leisten können, ihre vorlesungsfreie Zeit auf dem Campus zu verbringen.

3. Die ohnehin überlasteten Bibliotheken werden zusätzlich belastet.
Mal eben etwas online im Kommentar nachschlagen? Sich einen schnellen Überblick über die komplizierte Literaturansicht verschaffen? Alles nur noch vor Ort im Uni-WLAN möglich. Wer soll unter diesen Bedingungen effektiv und mit Freude am heimischen Schreibtisch lernen? Es bleibt nur der Weg in die Bib. Die ohnehin stets überlasteten Bibliotheken werden ohne eine Heimlösung für "beck-online" von noch mehr Jurastudierenden überrannt.

4. Die bisherige Regelung ist kein Argument.
Man könnte einwenden, dass der Zugang für alle Studierenden per VPN auch bisher eigentlich nicht vorgesehen war. Doch erscheint es gerade für eine juristische Fakultät armselig, jahrelang stillschweigend von der Unachtsamkeit des Vertragspartners zu profitieren und die Nutzer dann mit einem Verweis auf das bisher nicht sonderlich hoch geachtete Vertragspapier abzuspeisen. Eine schon von Anfang an schlechte Regelung vertröstet in der aktuell unhaltbaren Situation nicht wirklich.

5. Wir sind doch sonst recht billig, da haben wir uns wenigstens "beck-online" verdient.
Im Gegensatz zu technischen oder naturwissenschaftlichen Studiengängen ist ein Jurastudierender ziemlich günstig zufriedenzustellen. Eine Handvoll Dozent*innen, ein paar Hörsäle, vernünftiges Nachschlagewerk, ein wenig akademische Freiheit - mehr verlangen wird doch gar nicht. Doch nun wurde uns ein hilfreiches Werkzeug für die Anfertigung von Hausarbeiten und Seminararbeiten und für die tägliche Recherche genommen. Wir können uns nicht mehr entscheiden, wo wir arbeiten wollen. Wir können uns vor allem nicht mehr gegen den Sturm auf Plätze im RWS entscheiden. Ist denn ein Heimzugang für "beck-online" zu viel verlangt?

Und überhaupt: Man hätte uns informieren können.
Eine einfache E-Mail an alle Jurastudierenden mit einer kurzen Info, warum der Heimzugang aktuell nicht mehr funktioniert, hätte vielen von uns einiges an Verwirrung erspart. Transparente, studierendenfreundliche Kommunikation sieht anders aus.