dance for millions of reasons: Die Kunstform Tanz in Berlin endlich nachhaltig fördern!

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ZTB e​.​V.
ZTB e​.​V. hat diese Petition unterschrieben.

Dance for millions of reasons
#dance4millions
#ztb


Offener Brief (English version please scroll down)


Dieser Brief ist eine Reaktion auf den vom Berliner Senat vorgeschlagenen Kulturetat für 2020/2021 zur Verwirklichung der vom Runden Tisch Tanz (RTT) erarbeiteten Programme und Ziele. Die vom Senat vorgeschlagene Aufstockung um 700.000 Euro, ist im Gegensatz zu der vom RTT empfohlenen Aufstockung um 6 Mio. Euro pro Jahr eine völlig unzureichende Reaktion auf die fundierten Empfehlungen für notwendige strukturelle Investitionen in den Tanzbereich. Das vorgeschlagene Budget wird sich weder auf eine nachhaltige Entwicklung des Tanzes in Berlin auswirken, noch die Arbeitsbedingungen verbessern. Wir sind empört und frustriert über einen solchen Mangel an politischem Willen!
 
Auf ausdrückliche Initiative von Kulturpolitiker*innen der Regierungsparteien und im Auftrag der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa für einen partizipativen Prozess, haben über 200 Tanzschaffende in verschiedenen Arbeitsgruppen gemeinsam ein Jahr lang Lösungen für dringende Probleme der Tanzszene entwickelt. Nun stellen wir fest, dass diese Arbeit von den politischen Entscheidungsträger*innen und Geldgeber*innen, die sich zunächst bereit erklärten, mit dem RTT zusammenzuarbeiten und ihre Aussage aus dem Koalitionsvertrag von 2016 zur wesentlichen Stärkung der Tanzszene in Berlin zu erfüllen, unbeachtet blieb und wesentliche Forderungen nicht berücksichtigt wurden.
 
Um eine nachhaltige Entwicklung der Tanzszene zu ermöglichen, müssen wir in unsere Ressourcen und in die Aufmerksamkeit für den Tanz investieren. Dies bedeutet eine angemessene Anerkennung und Unterstützung sowohl der institutionalisierten als auch der Freien Tanzszene. Das vom RTT vorgeschlagene Entwicklungsprogramm sieht die Errichtung eines Hauses für Tanz und Choreografie vor. Es wurde aber allgemein anerkannt, dass diese Institution nicht bestehen kann, ohne die vielfältige Arbeit der bestehenden Veranstaltungsorte und der Tanzkünstler*innen in der Stadt zu stärken. Der Abschlussbericht des RTT enthält alarmierende Daten über die Prekarität der Freiberufler*innen im Bereich Tanz und schlägt gleichzeitig innovative Strukturen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen vor. Mit dem RTT wurden Wege einer kollektiven, künstlerischen und soziokulturellen Entwicklung vorgeschlagen, die die Werte der Berliner Tanzszene hervorhebt: künstlerische Exzellenz, Solidarität, Vielfalt und Gleichheit. Das Erreichen dieser Ziele hängt von den finanziellen Mitteln ab, die vom RTT im letzten Jahr evaluiert wurden. Wir fordern daher eine Neubewertung der Reaktion des Senats auf den Abschlussbericht des partizipativen Prozesses. Die Vorschläge für eine langfristige Verbesserung der unabhängigen Berliner Tanzszene sehen Investitionen in Höhe von 6 Mio. Euro vor - weniger als die Hälfte des Jahresbudgets eines einzelnen Berliner Theaters wie z.B.  der Schaubühne. Das spiegelt die Bedürfnisse der dynamischen, aber stark unterfinanzierten Kunstsparte Tanz wider, deren zukünftige Entwicklung und langfristige Stärkung unser größter Antrieb ist.
 
Die Stärkung der Tanzszene dient nicht nur der Unterstützung künstlerischer Produktionen. Tanz wird zu oft als „Nebendisziplin“ an das Theater oder die Musik gebunden: Sein Anteil an unseren soziokulturellen Praktiken wird seit jeher unterschätzt oder vergessen. Die reiche Geschichte des Tanzes, seine ästhetischen, philosophischen und politischen Errungenschaften, seine ständig wachsende Bedeutung im Bereich der Künste, erfordern eine Neuformulierung veralteter Denk- und Finanzierungstraditionen. 
Der Tanz hat längst seine Fähigkeit bewiesen, Veränderungen und Transformationen anzustoßen, politische Missstände und Kämpfe zu artikulieren, und durch Bewegung die Entwicklung einer offenen und pluralistischen Gesellschaft zu unterstützen. 
Eine entsprechende Anerkennung all dessen durch die Stadt Berlin muss endlich kommen!
 
Mit diesem offenen Brief rufen wir  Tanz- und Kunstschaffende, Leiter*innen und Mitarbeiter*innen von Kunstbetrieben, Produzent*innen, Dramaturg*innen, Techniker*innen, Pädagog*innen, Theoretiker*innen, Journalist*innen, Kritiker*innen und unser Publikum auf, sich solidarisch mit unserer Sache zu zeigen. 
 
SIGNIERE und VERBREITE diesen Brief! 
 
PROTESTIERE MIT UNS am 9. August, ab 17:30 Uhr, vor dem HAU 1, bei der Eröffnung von Tanz im August! 
 
Der Berliner Senat muss dafür sorgen, dass die Empfehlungen des RTT umgesetzt werden. Wir wehren uns gegen Entwicklungsvisionen, die uns und unsere Zukunft nicht einschließen. Als Tanzschaffende kämpfen wir für eine Gesellschaft, die ihre Künstler*innen nicht vergisst. 




Open Letter (En)


This letter is a reaction to the Berlin Senate’s proposed cultural budget for 2020/2021 for the realisation of programs and goals set by the “Runder Tisch Tanz” (RTT). 
The Senate’s proposed increase of € 700.000, in drastic contrast to the RTT’s recommended € 6 million increase, is an entirely inadequate response to the RTT’s well-founded recommendations for necessary structural investments in the dance field. The proposed budget will have no impact on the sustainable development of dance in Berlin, nor will it improve the working conditions of dance professionals. We are outraged and frustrated by such a lack of political will! 
 
At the explicit initiative of cultural politicians of the governing parties and on behalf of the Berlin Senate Administration for Culture and Europe for a participative process, for one year over 200 dance professionals collectively developed solutions in different working groups to urgent problems inherent to our field. Now we find that this work has been dismissed and disrespected by the policy makers and funding bodies who initially declared their readiness to collaborate with the RTT and fulfill their statement from the coalition agreement, drawn up in 2016, to substantially strengthen the dance scene in Berlin.
 
To enable sustainable development of the field, we must invest our resources and attention in dance. This includes adequate recognition and support of both the institutionalised and the independent dance scene. The program for development that was proposed by the RTT calls for the establishment of a House for Dance and Choreography. But it was also widely acknowledged that this House cannot stand without strengthening the manifold work of existing dance artists and venues in the city. The RTT’s final report provides alarming data on the precarity of independent workers in the field of dance, at the same time proposing innovative structures for improving working conditions. The RTT proposed a path of collective artistic and socio-cultural development that would emphasise the values of Berlin’s dance scene: artistic excellence, diversity, solidarity and equality. The achievement of these goals relies on the financial resources as indicated by the RTT. We therefore demand a reevaluation of the Senate’s response to the RTT’s report. The proposals for a long-term improvement of Berlin’s independent dance scene call for investments of € 6 million—less than half the annual budget of a single Berlin theatre, such as Schaubühne. It reflects the needs of the vibrant yet significantly underfinanced dance arts sector, whose future development and long-term strengthening is a matter of our greatest concern.
 
Strengthening the field of dance is not only a matter of providing support for artistic productions. Dance has too often been bound, as a “secondary discipline”, to theatre or music: its part in our socio-cultural practices has been diminished or forgotten. Dance’s rich history, its aesthetic, philosophical, and political achievements, its ever-growing importance within the field of arts demand reformulation of outdated traditions of thinking and funding. Dance has long since proven its capacity to initiate change and transformation, to articulate political grievances and struggles, and to support through movement the development of an open and pluralistic society. 
Its support by the city of Berlin must finally come to reflect these contributions.
 
With this open letter, we call on the community of dance makers and artists from other fields, heads and staff of arts institutions, cultural producers,dramaturges, technicians, educators, researchers, journalists, critics and our audiences to show solidarity with our cause. 
 
SIGN and SPREAD this letter! 
 
PROTEST WITH US on August 9th, from 17:30, in front of HAU 1, at the opening of Tanz im August! 
 
The Berlin Senate must ensure that the recommendations of the RTT are implemented. We stand against visions of development that do not include us or our futures. As dance makers, we fight for a society that does not forget its artists. 


Signed, 


The board of Zeitgenössischer Tanz Berlin e.V:
Cilgia Carla Gadola 
Barbara Greiner 
Jenny Haack 
Moritz Majce
Kareth Schaffer 
Kasia Wolinska 

 

Erstunterzeichner*innen/ First signatories:

Martin Hansen
Karol Tyminski
Nina Burkhardt
Agata Siniarska 
Martin Nachbar
Marcela Giesche
Claire Vivanne Sobottke 
Matteo Marziano Graziano
Zwoisy Mears-Clarke
Przemek Kaminski
O.Hyunsin Kim
Liz Rosenfeld
Anna Nowicka
Michael Shapira
Sabine Zahn
Lea Moro 
Else Tunemyr
David Brandstätter
Malgven Gerbes
Diego Agulló 
David Bloom
Louise Trueheart
Sunniva Vikør Egenes
Benjamin Pohlig
Barbara Berti
Shannon Cooney
Mila Pavicevic
Diethild Meier
Victoria McConnell
Reza Mirabi
Julek Kreutzer 
Claudia Tomasi 
Angela Schubot
Anja Müller
Lina Gómez
Nuria Höyng
Rike Flämig
Thiago Granato
Roni Katz
Magdalena Meindl
Juli Reinartz
Cécile Bally
Milla Koistinen
Liselotte Singer
Florence Freitag
Maya Matilda Carroll
Tatiana Mejia
Sasha Portyannikova 
Kosmas Kosmopoulos
Jared Gradinger
Raisa Kröger
Sergiu Matis
Manon Parent
peter pleyer

Sandhya Daemgen
Lisa Densem 
Jorge Rodolfo De Hoyos Jr.
Gyung Moo Kim
Anne-Mareike Hess
Pauline Payen 
Patrick Faurot
Mateusz Szymanówka
Gabi Beier
Marius Mailänder
Gretchen Blegen
Alessio Castellacci
zeina hanna
Sonja Augart
claudia heland
ciprian marinescu
Dani Brown
Anna Posch
Margrét Sara Gudjónsdóttir
Sten Rudstrom
Ela Spalding
Eva Bakardjiev
Marc Philipp Gabriel
Asaf Aharonson
Ana Laura Lozza
Sandro Amaral
Madalina Dan
Christina Ciupke
Léna Szirmay-Kalos 
Litó Walkey
Litsa Kiousi
Jerenu Wade 
Simone Gisela Weber
uan felipe amaya gonzalez
Isabelle Schad
Jefta van Dinther
Forough Fami
Helen Schröder
Katharina Maschenka Horn
Julia B Laperrière
Emma Tricard 
Mirjam Gurtner
Renate Graziadei
Arthur Stäldi
Peter Stamer
Ralf R. Ollertz
Toula Limnaios
Martina Kessel
Livia Patrizi
Jacopo Lanteri
Amelie Mallmann
Efva Lilja
Clément Layes
Kerstin Evert
Thomas Dörschel
Dieter Baumann 
Jutta Hell
Jasna L. Vinovrski
Xavier Le Roy
Scarlet Yu
Elisa Osborne 
Christoph Winkler
Bettina Inés Truffat
Angelica Blalock
Walter Bickmann
Doris Kolde

Marie Schmieder
Silke Bake
Dr. Elisabeth Nehring       

Raquel Moreira
Christine Henniger
Javier Cura
Sabine Seifert
Helge Musial
Dominik Zippe 
María Ferrara
Matthias Quabbe                                                                                      

 

 

Kontakt/ contact: dance4millions@ztberlin.de