Petition update

Bundesweit phantasievolle Aktionen zur Ankunft der Kinder aus Moria!

Adelheid Gruber
Germany

Apr 20, 2020 — 

Dem Aufruf von „Solidarität International“ folgten bundesweit phantasievolle Aktionen zur Begrüßung der Kinder und zur Forderung nach sofortiger vollständiger Evakuierung der Camps. Bilder und Berichte dazu finden sich auf der homepage:

https://solidaritaet-international.de/index.php?id=935

Zeitgleich fanden auch im Camp Moria auf Lesbos Aktionen statt - dieser Gruß erreichte uns von der Selbstorganisation der Bewohner dort:

"We want to thank these people in Germany who made demonstrations in Germany on Saturday to support the demand of an evacuation from the camps on the islands. We also want to thank them for their support of our our work here."

Die Proteste am vergangenen Wochenende richteten sich auch gegen die Zustände in den bundesdeutschen Sammelunterkünften und forderten dezentrale Unterbringung aller Bewohner. Wie richtig und notwendig diese Forderungen sind, zeigt sich zunehmend: aus Ellwangen wird berichtet, dass nach einer zweiten Testung inzwischen mehr als die Hälfte der Bewohner infiziert sind. Aber was bedeutet das für die dort lebenden Menschen?

Die Wirklichkeit im Camp ist weit entfernt von „Solidarität“, „Gemeinsinn“ und „Verantwortung für den Schutz aller“ – im Gegenteil: die einzige Strategie ist offenbar, alle Bewohner – infiziert oder nicht, akut krank oder glücklicherweise symptomlos – gemeinsam wegzusperren und zu bewachen. Und inzwischen erging nach Pressemeldungen sogar ein „Hilfeersuchen“ an die Bundeswehr, die Verwandlung des Camps in ein Quasi-Gefängnis zu unterstützen.

Doch während die LEA-Leitung nicht müde wird, ihre Maßnahmen medienwirksam als vorbildlich anzupreisen – Informierung der Bewohner, Essenversorgung der Infizierten direkt in die Häuser, wo Infizierte wohnen - klingen die Informationen von Bewohnern, die aus dem Camp kommen, deutlich anders:

-          Die Getesteten erhalten keine personifizierten, datenschutzgerechten und verständlichen Rückmeldungen über ihr persönliches Testergebnis. Das ist besonders kritikwürdig, da etliche, die zum Umzug gezwungen wurden, weil sie positiv getestet seien, dies überhaupt nicht verstehen, da sie keinerlei Symptome haben. So muss der Eindruck einer völligen Willkür entstehen.

-          Die Essenausgabe findet mitnichten direkt in den Wohnhäusern der Infizierten statt, sondern lediglich an einem getrennten Schalter in der derselben Kantine. Warum wird eigentlich die Kantine nicht wie alle öffentlichen Restaurants geschlossen?!?

-          Der Außenbereich wird von allen Bewohnern gemeinsam genutzt – Infizierte und Nichtinfizierte.

-          Es besteht auch Unsicherheit darüber, ob unter dem Personal, das mit ihnen in Kontakt ist, vielleicht auch positiv Getestete sind?

-          Bei der Qualität von Mundschutz und anderen passiven Infektions-Schutzmaßnahmen wird unterschieden zwischen Personal und Bewohnern – sind etwa die Bewohner weniger schutzwürdig?

-          WLAN steht nicht in ausreichender Stärke für alle zur Verfügung – damit entfällt oft die Möglichkeit, sich selber aus dem Internet zu informieren.

-          Während die Bevölkerung draußen mit Informationskampagnen – Fernsehen, Plakatwänden, Ansprachen usw. laufend weiter aufgeklärt und auf dem Laufenden gehalten wird, wird den LEA-Bewohnern der Gehorsam einer Hammelherde abverlangt. Das ist nicht menschenwürdig!

All dies führt zu erheblichem Unmut unter den Bewohnern, doch anstatt dem mit Transparenz, wirksamen Schutzmaßnahmen und verstärkter kultursensibler Aufklärung zu begegnen, werden die Sanktionen verstärkt, verbunden mit Polizeipräsenz und nun sogar womöglich mithilfe der Armee. Das ist rassistische Politik!

Ich bitte euch herzlich:

Lasst nicht nach, die sofortige dezentrale Unterbringung der Bewohner aller Flüchtlingscamps und ihren Schutz vor einer Infektion zu fordern!

Unterstützt weiterhin durch Spenden den Solidaritätspakt mit „OXI – Lesvos resists corona“:

Spenden über: „Solidarität International e.V.“, IBAN: DE86 5019 0000 6100 8005 84, Stichwort: "Alassa" oder "Moria"


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