Petition update

LEA Ellwangen: Über 40% der Bewohner infiziert!

Adelheid Gruber
Germany

Apr 12, 2020 — 

In der Landeserstaufnahme-Einrichtung in Ellwangen wohnen derzeit 567 Menschen. Nach dem Auftreten erster Corona-Fälle wurden alle Bewohner getestet: 244 Infizierte! Das sind mehr als 40%! (Zum Vergleich: die Infizierten-Rate in der Gesamtbevölkerung in Baden-Württemberg liegt bei 0,2%)

Selbst die Ausweich- Einrichtung in Giengen ist bereits betroffen: zwei Security-Mitarbeiter haben offenbar das Virus dorthin mitgenommen.

Es ist sehr zu begrüßen und sollte dringend Schule machen, dass in der LEA Ellwangen eine Reihentestung durchgeführt wurde – leider ist dies längst nicht überall Standard. Doch wie konnte es überhaupt so weit kommen?

Während die Bevölkerung eindringlich aufgefordert ist, Abstand zu halten – was sogar mit Polizeieinsatz und Bußgeldkatalog überwacht wird - werden die Bewohner in den Sammel-Lagern wissentlich einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt! Statt die Camp-Bewohner zu schützen, werden sie eingesperrt und ganze Camps unter Quarantäne gestellt. Soll dort etwa ein medizin-soziales Experiment zur „Herden-Immunisierung“ durchgeführt werden? Oder warum sonst werden alle Forderungen nach Schließung der Camps und sicherer Unterbringung der Bewohner – z.B. in leerstehenden Hotels - beharrlich den Wind geschlagen? Damit wird eine besonders vulnerable Gruppe – Menschen, die vielfach aufgrund ihrer Trauma-Erfahrungen geschwächte Abwehrkräfte haben - einer tödlichen Gefahr ausgesetzt!

Und nicht nur das: auch die notwendige sofortige Überwachung Infizierter durch das Gesundheitsamt durch tägliche Kontroll-Anrufe, um rechtzeitig schwere Verläufe zu erkennen, sowie Schutz und Testung der Kontaktpersonen gilt offenbar nicht für Refugees: wie kann es sonst geschehen, dass ein Infizierter in einer kommunalen Container-Siedlung tagelang hochfiebernd sich selbst überlassen bleibt, und noch nicht einmal die Mitbewohner informiert, geschweige denn weitere Schutzmaßnahmen eingeleitet wurden um die Ausbreitung der Infektion zu stoppen?! Damit werden die Camps gleichzeitig auch zu einer allgemeinen Gefahr für die unkontrollierte weitere Ausbreitung des Virus im Umfeld.

Wir sehen einerseits, dass  Bewohner in den Camps sich solidarisch organisieren, Kranke mit Essen versorgen, Forderungen aufstellen nach Schutz, nach sicherer Unterbringung, und andererseits, dass die Verantwortlichen – Regierungspräsidium, Kommunalverwaltungen - sich genau entgegengesetzt zur vielbeschworenen Solidarität verhalten: das ist schändlich!

Der Freundeskreis Alassa steht für die Stärkung der Selbstorganisation der Refugees, sich wie die Bewohner der Lindenstraße in Bremen für ihren berechtigten Protest zu organisieren und für Schutzmaßnahmen und sichere Unterbringung zu kämpfen. Dies ist auch das Ziel eines Videos von Alassa Mfouapon: es soll Refugees Informationen über die Pandemie an die Hand geben, denn Information schützt vor Panik und es soll sie ermutigen zur Selbstorganisation. Dieser Weg braucht unsere volle Unterstützung! Hier die Videos in englisch und französisch:

https://youtu.be/H0ufZQQ0MiM

https://youtu.be/YsFCLYTsixw

Stärkt die Selbstorganisation der Refugees, verbreitet das Video, spendet für die Arbeit des Freundeskreises Alassa sowie auch für den Solidarpakt mit der Selbstorganisation von Refugees in den EU-Camps in der Ägäis gemeinsam mit der Inselbevölkerung!

Spenden über: „Solidarität International e.V.“, IBAN: DE86 5019 0000 6100 8005 84, Stichwort: „Alassa“ oder "Moria"


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